Sachsen Fernsehen https://www.sachsen-fernsehen.de Das lokale Nachrichtenportal für Sachsen Tue, 15 Sep 2026 12:48:43 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1 Fünf Tourismusideen für Südwestsachsen https://www.sachsen-fernsehen.de/fuenf-tourismusideen-fuer-suedwestsachsen-2289369/ Tue, 15 Sep 2026 12:48:43 +0000 https://www.sachsen-fernsehen.de/?p=2289369

Dresden - Für die touristische Entwicklung Südwestsachsens liegen inzwischen zahlreiche Projektvorschläge auf dem Tisch. Sachsens Kultur- und Tourismusministerin Barbara Klepsch (CDU) hat am Dienstag, 15. September 2026, fünf Ideen vorgestellt, die am Ideenwettbewerb zum Masterplan Südwestsachsen teilnehmen.

Nach Angaben des Regionalkonvents wurden bis Ende August insgesamt 120 Projektideen für Chemnitz und Südwestsachsen zusammengetragen. Die nun präsentierten Vorhaben aus dem Tourismusbereich sollen beispielhaft zeigen, wie sich das Erzgebirge, das Vogtland und die Region Chemnitz-Zwickau künftig stärker miteinander und mit angrenzenden Regionen vernetzen könnten.

Die vorgestellten Projekte befinden sich im Rahmen des Masterplan-Prozesses. Aus der Präsentation der Ideen folgt noch keine automatische Umsetzung oder Förderung.

Neues Zentrum für den Fichtelberg geplant

Eine der Ideen betrifft Oberwiesenthal. In Zusammenarbeit von Privatwirtschaft und Deutschem Skiverband soll dort ein Skisport- und Eventzentrum mit Museum entstehen.

Ziel ist es, Oberwiesenthal und die sächsische Mittelgebirgsregion stärker als ganzjähriges Reiseziel zu positionieren. Damit soll der Fichtelberg nicht allein mit Wintersport verbunden werden, sondern auch außerhalb der klassischen Wintersaison Besucher anziehen.

Ein weiteres Projekt beschäftigt sich mit der Göltzschtalbrücke im Vogtland. Für das Areal rund um die nach Angaben des Ministeriums größte Ziegelsteinbrücke der Welt liegt bereits eine Machbarkeitsstudie vor.

Das Denkmal und sein Umfeld sollen zu einem größeren touristischen Erlebnisraum entwickelt werden. Vorgesehen sind dabei unter anderem Gastronomie und Übernachtungsangebote.

Forschung und Tourismus sollen enger zusammenarbeiten

In Breitenbrunn ist ein Innovationszentrum Tourismus an der Dualen Hochschule Sachsen als Projektidee vorgesehen. Dort sollen wissenschaftliche Forschung und die praktische Arbeit von Tourismusunternehmen enger miteinander verbunden werden.

Mit der „VitalRegion Erzgebirge/Vogtland 2030“ steht außerdem der Gesundheitstourismus im Mittelpunkt. Dabei sollen Kur- und Erholungsorte der Region mit Krankenhäusern, Hochschulen und einer Krankenversicherung zusammenarbeiten.

Ziel ist es, die bestehenden Strukturen der Heilbäder und Kurorte mit weiteren Angeboten aus Medizin, Wissenschaft und Tourismus zu verbinden.

„BIKE Südwestsachsen 2.0“ setzt auf Radtourismus

Ein weiterer Schwerpunkt ist der Radtourismus. Mit „BIKE Südwestsachsen 2.0“ soll die Region zu einem grenzüberschreitenden Tourismus- und Bike-Cluster weiterentwickelt werden.

Beteiligt sind nach Angaben des Ministeriums die Wirtschaftsförderung Erzgebirge und regionale Partner aus dem Erzgebirge, dem Vogtland sowie der Region Chemnitz-Zwickau. Geplant sind Vorhaben am Fichtelberg, am Rabenberg und in Schöneck.

Gleichzeitig soll die Zusammenarbeit mit Tschechien, Bayern und Thüringen verstärkt werden. Nach Angaben des Tourismusministeriums erwirtschaftet der Radtourismus in Sachsen derzeit einen jährlichen Bruttoumsatz von mehr als 600 Millionen Euro und sichert knapp 12.000 Menschen Einkommen.

Erzgebirge gehört zu Sachsens stärksten Reiseregionen

Die Bedeutung des Tourismus für Südwestsachsen zeigt sich auch an den Übernachtungszahlen. Die Tourismusregion Erzgebirge verzeichnete 2025 nach Angaben zum Wirtschaftsfaktor Tourismus rund vier Millionen Übernachtungen.

Damit lag das Erzgebirge sachsenweit auf Platz drei hinter Dresden und Leipzig. Der touristische Bruttoumsatz der Region wird mit rund 935 Millionen Euro im Jahr angegeben. Rund 20.000 Menschen erzielen dort laut den vorgelegten Daten ihr Primäreinkommen aus dem Tourismus.

Auch das sächsische Vogtland verzeichnete 2025 rund 2,2 Millionen Übernachtungen. Der daraus resultierende touristische Bruttoumsatz lag demnach bei rund 356 Millionen Euro. Knapp 9.000 Menschen beziehen dort ihr Einkommen aus dem Tourismus.

Beim Kundenzufriedenheitsindex erreichte das Erzgebirge 86,4 Punkte, das Vogtland 85,8 Punkte.

Millioneninvestitionen in Ganzjahrestourismus

In Südwestsachsen wurden auch Mittel aus dem sächsischen Programm für Ganzjahrestourismus eingesetzt. Für die Jahre 2023 und 2024 nennt das Ministerium Investitionen von rund 5,6 Millionen Euro sowie weitere 2,8 Millionen Euro aus PMO-Mitteln.

Zuletzt erhielten Unternehmen in Grünhainichen und Freiberg zusammen rund 257.000 Euro aus dem Programm. Für das Jahr 2026 stehen für den gesamten Freistaat zwei Millionen Euro zur Verfügung.

Mit dem Förderprogramm sollen Investitionen unterstützt werden, durch die touristische Angebote saisonunabhängiger werden. Gefördert werden können unter anderem neue Angebote, Kapazitätserweiterungen oder zusätzliche Produkte und Dienstleistungen.

Weitere Mittel für die Kulturhauptstadt-Legacy

Auch die Nachwirkungen des Kulturhauptstadtjahres Chemnitz spielen bei der Entwicklung der Region eine Rolle. Für die sogenannte Kulturhauptstadt-Legacy stehen 2026 zusätzlich 900.000 Euro zur Verfügung.

Im Regierungsentwurf für den kommenden Doppelhaushalt sind für 2027 weitere 1,5 Millionen Euro und für 2028 insgesamt 900.000 Euro vorgesehen.

Tourismusministerin Klepsch verbindet mit dem Masterplan das Ziel, Erzgebirge, Vogtland und die Region Chemnitz-Zwickau stärker als gemeinsame grenzüberschreitende Reise- und Erlebnisregion zu entwickeln. Welche der insgesamt 120 Projektideen letztlich umgesetzt werden, ist im weiteren Masterplan-Prozess zu entscheiden.

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Sachsen will Jugendgewalt bekämpfen https://www.sachsen-fernsehen.de/sachsen-will-jugendgewalt-bekaempfen-2289309/ Tue, 15 Sep 2026 12:21:42 +0000 https://www.sachsen-fernsehen.de/?p=2289309

Das sächsische Kabinett hat beschlossen, einen Entschließungsantrag zur Bekämpfung der Gewaltkriminalität junger Menschen in den Bundesrat einzubringen. Darin fordert Sachsen von der Bundesregierung unter anderem eine stärkere Auseinandersetzung mit schweren Gewalttaten von Kindern und Jugendlichen sowie eine bessere Erforschung der Ursachen.

Justizministerin Prof. Constanze Geiert betont, dass die Gewaltkriminalität junger Menschen seit einigen Jahren auf hohem Niveau liege. Der Antrag sieht unter anderem eine Prüfung der Anwendung des Jugendstrafrechts bei schweren und politisch oder ideologisch motivierten Gewaltstraftaten vor. Zudem sollen mögliche Reaktionsmöglichkeiten bei schwersten Gewalttaten strafunmündiger Kinder untersucht werden.

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Razzia gegen Kinderpornografie in Dresden https://www.sachsen-fernsehen.de/razzia-gegen-kinderpornografie-in-dresden-2289228/ Tue, 15 Sep 2026 11:07:50 +0000 https://www.sachsen-fernsehen.de/?p=2289228

Dresden - Staatsanwaltschaft und Polizeidirektion Dresden haben am Dienstag, 15. September 2026, erneut umfangreiche Durchsuchungen im Zusammenhang mit Ermittlungen wegen Kinder- und Jugendpornografie durchgeführt. Insgesamt wurden 26 Wohnungen und Geschäftsräume in Dresden sowie in den Landkreisen Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und Meißen durchsucht.

Die Maßnahmen stehen nach Angaben der Behörden im Zusammenhang mit Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Dresden gegen insgesamt 26 Beschuldigte. Zu den konkreten Tatvorwürfen in den einzelnen Verfahren machten Staatsanwaltschaft und Polizei zunächst keine weiteren Angaben.

Zahlreiche digitale Geräte sichergestellt

Bei den Durchsuchungen stellten die Ermittler umfangreiches Beweismaterial sicher. Dazu gehören nach Angaben der Behörden 59 Mobiltelefone sowie 43 Computer beziehungsweise Laptops.

Darüber hinaus wurden mehr als 100 weitere digitale Speichermedien beschlagnahmt. Die sichergestellte Technik muss nun ausgewertet werden. Angesichts der großen Datenmengen rechnen die Ermittler damit, dass diese Untersuchungen noch längere Zeit in Anspruch nehmen werden.

Die Auswertung digitaler Geräte und Speichermedien ist ein zentraler Bestandteil der laufenden Ermittlungsverfahren. Welche konkreten Erkenntnisse sich daraus ergeben, ist bislang offen.

Waffe, Schlagring und Cannabis gefunden

Neben den digitalen Beweismitteln machten die Beamten bei den Durchsuchungen weitere Funde. Nach Angaben von Staatsanwaltschaft und Polizeidirektion wurde eine Pistole aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs samt Munition sichergestellt.

Darüber hinaus fanden die Einsatzkräfte einen Schlagring, pyrotechnische Erzeugnisse und Cannabis. In welchem Zusammenhang diese Gegenstände mit den jeweiligen Ermittlungsverfahren stehen und ob daraus weitere strafrechtliche Ermittlungen entstehen, geht aus der gemeinsamen Mitteilung nicht hervor.

130 Beamte im Einsatz

An der gemeinsamen Einsatzmaßnahme waren insgesamt 130 Polizeibeamte beteiligt. Die Kriminalisten der Polizeidirektion Dresden wurden dabei von Einsatzkräften der sächsischen Bereitschaftspolizei unterstützt.

Mit der koordinierten Aktion wollen Staatsanwaltschaft und Polizei nach eigenen Angaben gegen Straftaten im Bereich der Kinder- und Jugendpornografie vorgehen.

Die Ermittlungen gegen die 26 Beschuldigten sind mit den Durchsuchungen nicht abgeschlossen. Vor allem die nun anstehende Auswertung der zahlreichen sichergestellten Datenträger dürfte nach Einschätzung der Behörden noch einige Zeit beanspruchen.

Bis zum Abschluss der Ermittlungen gilt für die Beschuldigten die Unschuldsvermutung.

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Sachsens Haushalt: Piwarz warnt vor Schulden https://www.sachsen-fernsehen.de/sachsens-haushalt-piwarz-warnt-vor-schulden-2289111/ Tue, 15 Sep 2026 10:29:56 +0000 https://www.sachsen-fernsehen.de/?p=2289111

Dresden - Sachsens Finanzminister Christian Piwarz (CDU) warnt davor, die Neuverschuldung des Freistaates zu einem Dauerzustand werden zu lassen. Angesichts eines strukturellen Defizits von jährlich 1,4 bis 1,5 Milliarden Euro sieht er Sachsen derzeit in einer Übergangsphase. Langfristig müsse diese Finanzierungslücke jedoch geschlossen werden.

Für den aktuellen Doppelhaushalt setzt die CDU-SPD-Minderheitsregierung auf neue Kredite. Für die Jahre 2027 und 2028 ist eine Kreditaufnahme von insgesamt knapp 1,5 Milliarden Euro vorgesehen. Etwa die Hälfte dieser Summe soll den Kommunen zugutekommen.

Möglich wird die Kreditaufnahme durch eine Änderung des Grundgesetzes. Den Bundesländern ist dadurch eine Neuverschuldung in Höhe von 0,35 Prozent ihres Bruttoinlandsproduktes erlaubt. Für Sachsen entspricht das nach den vorliegenden Angaben etwa 728 Millionen Euro pro Jahr.

Piwarz schließt weitere Schulden nicht aus

Piwarz sieht die Kredite allerdings nicht als langfristige Lösung. Sie dienten aktuell dazu, finanziellen Spielraum und Zeit für Veränderungen zu gewinnen. Sollte sich das Wirtschaftswachstum in den kommenden Jahren nicht nennenswert verbessern, könnte eine Neuverschuldung nach seinen Worten auch beim Doppelhaushalt 2029/2030 noch einmal notwendig werden.

Spätestens danach müsse damit jedoch Schluss sein. Andernfalls sieht der Finanzminister Probleme bei der Generationengerechtigkeit.

Im Mittelpunkt steht deshalb die Frage, wie Sachsen sein strukturelles Defizit dauerhaft abbauen kann. Einschnitte in der Größenordnung von 1,4 bis 1,5 Milliarden Euro innerhalb kurzer Zeit hält Piwarz für gesellschaftlich kaum verkraftbar.

Zudem könne das Land vor allem bei freiwilligen Leistungen kürzen. Entsprechende Einsparungen wären für die Bürger unmittelbar spürbar. Aus Sicht des Finanzministers führt dennoch kein Weg an Veränderungen vorbei.

8.700 Stellen sollen bis 2040 wegfallen

Ein Baustein der Sparpläne ist der Personalabbau in der Landesverwaltung. Nach den Vorstellungen der Regierung sollen bis zum Jahr 2040 rund 8.700 Stellen wegfallen. Aktuell verfügt das Land über knapp 88.500 Stellen.

Die finanziellen Auswirkungen werden allerdings erst langfristig vollständig sichtbar. Piwarz zufolge soll der Stellenabbau in seiner Endphase Einsparungen von rund 600 Millionen Euro pro Jahr ermöglichen.

Damit allein wäre das derzeitige strukturelle Defizit jedoch noch nicht ausgeglichen. In den kommenden Jahren sollen deshalb staatliche Aufgaben und Leistungen überprüft, Verwaltungsstrukturen angepasst und Bürokratie abgebaut werden.

Piwarz weist zugleich darauf hin, dass viele Reformen nicht unmittelbar zu niedrigeren Ausgaben führen. Entscheidungen, die heute getroffen werden, könnten ihre vollständige finanzielle Wirkung teilweise erst Jahre später entfalten.

Regierung plant Ausgaben von 53,5 Milliarden Euro

Insgesamt will die sächsische Regierung in den beiden kommenden Jahren rund 53,5 Milliarden Euro ausgeben. Damit erreicht der Gesamtetat ein bislang nicht erreichtes Volumen.

Von einem „Rekordhaushalt“ möchte Piwarz dennoch nicht sprechen. Die hohe Gesamtsumme gehe gleichzeitig mit Einschnitten und Reduzierungen in verschiedenen Bereichen einher.

Auch für die sächsischen Kommunen ist die Haushaltsplanung von Bedeutung. Rund die Hälfte der vorgesehenen Kreditaufnahme soll an sie fließen. Wie sich die Gelder konkret auf einzelne Städte und Gemeinden wie Leipzig verteilen, geht aus den vorliegenden Angaben nicht hervor.

Suche nach einer Mehrheit im Landtag

Offen ist zudem noch, mit welchen Parteien die CDU-SPD-Minderheitsregierung eine parlamentarische Mehrheit für den Haushalt erreichen kann. Piwarz zufolge befinden sich die Fraktionen im Sächsischen Landtag bei dieser Frage noch in einer Orientierungsphase.

Bis Ende September soll nach seinen Vorstellungen klarer werden, mit welchen Partnern eine Mehrheit möglich ist. Vor den Herbstferien soll feststehen, mit wem konkrete Verhandlungen geführt werden.

Beim vorherigen Haushalt hatte die Regierung aufgrund des Zeitdrucks parallel mit dem Bündnis Sahra Wagenknecht, den Grünen und der Linken verhandelt. Dieses Vorgehen soll sich nach Angaben von Piwarz diesmal nicht wiederholen.

Strukturelles Defizit bleibt zentrale Herausforderung

Unabhängig von den anstehenden Haushaltsverhandlungen bleibt die langfristige Finanzierung der sächsischen Staatsausgaben die zentrale Herausforderung. Dem strukturellen Defizit von bis zu 1,5 Milliarden Euro jährlich stehen geplante Reformen gegenüber, deren Einsparungen teilweise erst über Jahre hinweg wirksam werden.

Die neue Kreditmöglichkeit verschafft dem Freistaat zunächst zusätzlichen finanziellen Spielraum. Nach den Vorstellungen des Finanzministers soll diese Zeit genutzt werden, um Strukturen zu verändern und die laufenden Ausgaben dauerhaft an die verfügbaren Einnahmen anzupassen.

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Petitionen in Sachsen: Leipzig liegt deutlich vorn https://www.sachsen-fernsehen.de/petitionen-in-sachsen-leipzig-liegt-deutlich-vorn-2289087/ Tue, 15 Sep 2026 09:54:38 +0000 https://www.sachsen-fernsehen.de/?p=2289087

Dresden - Bürger in Sachsen haben sich im vergangenen Jahr mit insgesamt 578 Petitionen an den Sächsischen Landtag gewandt. Das geht aus dem Bericht des Petitionsausschusses hervor. Gegenüber 2024 ging die Zahl damit zurück. Damals waren 667 Petitionen eingereicht worden.

In den Jahren davor lag das Aufkommen niedriger: 2023 erreichten 434 Petitionen das Parlament, 2022 waren es 460.

Mit einer Petition können sich Bürger mit Bitten oder Beschwerden an staatliche Stellen oder das Parlament wenden. Grundlage dafür ist Artikel 35 der Sächsischen Verfassung. Danach hat jede Person das Recht, sich einzeln oder gemeinsam mit anderen schriftlich an die zuständigen Stellen und die Volksvertretung zu wenden.

Leipzig mit Abstand an der Spitze

Besonders auffällig ist die regionale Verteilung der Petitionen. Unter den drei sächsischen Großstädten kamen 2025 mit Abstand die meisten Eingaben aus Leipzig.

Insgesamt wurden 257 Petitionen Leipzig zugeordnet. Aus Dresden kamen 39, aus Chemnitz 13. Damit entfiel ein großer Teil der Petitionen aus den sächsischen Großstädten auf Leipzig.

Auch zwischen den Landkreisen gab es deutliche Unterschiede. Die meisten Petitionen kamen dort aus dem Vogtlandkreis mit 27 Eingaben. Es folgten die Landkreise Görlitz mit 23 sowie Bautzen mit 22 Petitionen.

Verkehr beschäftigt besonders viele Bürger

Thematisch dominierten 2025 Fragen rund um Verkehr und Infrastruktur. Insgesamt 65 Petitionen beschäftigten sich mit Landesverkehrsplanung, öffentlichem Personennahverkehr und Luftverkehr.

Damit war dieser Bereich der am häufigsten vertretene Themenkomplex. Auch Bildung und Erziehung spielten erneut eine wichtige Rolle. Dazu wurden 37 Petitionen eingereicht.

Die Vorsitzende des Petitionsausschusses, Daniela Kuge von der CDU, verwies auf die große thematische Bandbreite der Eingaben. Die Anliegen reichten von sozialer Absicherung über Bildung und Betreuung bis hin zu innerer Sicherheit, Infrastruktur, Umweltfragen und Verwaltungsangelegenheiten.

Lkw-Fahrverbot erhält die meisten Unterschriften

Einzelne Petitionen fanden besonders viele Unterstützer. Die Petition für ein „Lkw-Fahrverbot auf B174/Südring Chemnitz“ erreichte mit 3.329 Unterschriften die höchste Zahl an Unterstützern.

Auf Platz zwei lag die Petition zum „Erhalt der ASB-Kita Schlumpfhausen in Oschatz“. Sie wurde von 2.195 Menschen unterzeichnet.

Eine hohe Zahl an Unterschriften bedeutet allerdings nicht automatisch, dass das jeweilige Anliegen vom Landtag umgesetzt wird.

Nur wenige Petitionen führen zum Erfolg

Der Bericht zeigt zugleich, dass nur ein kleiner Teil der abgeschlossenen Petitionen erfolgreich ist. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 822 Petitionsverfahren beendet.

Lediglich in 29 Fällen konnte einem Anliegen vollständig oder zumindest teilweise abgeholfen werden. Bei der großen Mehrheit der abgeschlossenen Petitionen erfüllten sich die damit verbundenen Hoffnungen damit nicht.

Der Petitionsausschuss des Sächsischen Landtages beschäftigt sich mit den eingereichten Bitten und Beschwerden. Mit 24 Mitgliedern ist er der größte Ausschuss des Landtages.

Petitionen bieten Bürgern damit eine Möglichkeit, konkrete Probleme und Forderungen direkt an das Parlament heranzutragen. Die Zahlen aus dem vergangenen Jahr zeigen zugleich, dass besonders Verkehrsfragen viele Menschen beschäftigen und Leipzig beim Petitionsaufkommen unter den sächsischen Großstädten deutlich herausragt.

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Wohnungsbrand in Dresden: Wohnung unbewohnbar https://www.sachsen-fernsehen.de/wohnungsbrand-in-dresden-wohnung-unbewohnbar-2288994/ Tue, 15 Sep 2026 08:04:21 +0000 https://www.sachsen-fernsehen.de/?p=2288994

Dresden - In der Dresdner Leipziger Vorstadt ist am Montagabend, 14. September 2026, eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus durch einen Brand schwer beschädigt worden. Nach Angaben der Feuerwehr Dresden brach das Feuer in einer Wohnung im zweiten Obergeschoss eines Gebäudes an der Kunzstraße aus. Die betroffene Wohnung ist aufgrund der Brand- und Rauchschäden nicht mehr bewohnbar.

Der Einsatz begann gegen 18.35 Uhr. Als die ersten Kräfte der Feuerwehr eintrafen, drang bereits dichter und dunkler Rauch aus einem Fenster der Brandwohnung. Zunächst bestand der Verdacht, dass sich noch Personen in der Wohnung befinden könnten.

Feuerwehr fordert weitere Einsatzkräfte an

Aufgrund dieser Lage wurden nach Angaben der Feuerwehr umgehend weitere Einsatzkräfte nachgefordert. Mehrere Trupps gingen unter Atemschutz in das Mehrfamilienhaus. Ihre Aufgaben waren sowohl die Suche nach möglicherweise noch in der Wohnung befindlichen Personen als auch die Brandbekämpfung.

Parallel dazu brachten die Einsatzkräfte eine Drehleiter in Stellung. Damit sollte eine mögliche Rettung von Bewohnern über die Außenseite des Gebäudes ermöglicht werden.

Der Brandherd befand sich nach Angaben der Feuerwehr in der Küche der betroffenen Wohnung. Das Feuer konnte mit einem Strahlrohr gelöscht werden. Bei der anschließenden Kontrolle der Räume stellte sich heraus, dass sich keine Personen mehr in der Brandwohnung befanden.

Die Mieter hatten sich bereits selbstständig in Sicherheit gebracht.

Bewohner verlassen Mehrfamilienhaus

Auch weitere Bewohner des Hauses konnten das Gebäude verlassen. Sie waren bereits vor dem Eintreffen der Feuerwehr durch Einsatzkräfte der Polizei gewarnt worden.

Eine Person wurde vorsorglich durch den Rettungsdienst untersucht. Eine weitere medizinische Behandlung war laut Feuerwehr allerdings nicht erforderlich. Verletzte gab es nach den bisherigen Angaben nicht.

Nach der Brandbekämpfung führte die Feuerwehr umfangreiche Belüftungsmaßnahmen durch. Damit sollte der Rauch aus dem Gebäude entfernt werden.

Angrenzende Wohnungen bleiben ohne Schäden

Neben der eigentlichen Brandwohnung kontrollierten die Einsatzkräfte auch die angrenzenden Wohnungen. Dabei wurde geprüft, ob sich Brandrauch oder Löschwasser auf weitere Bereiche des Hauses ausgebreitet hatten.

Nach Angaben der Feuerwehr wurden in den benachbarten Wohnungen keine entsprechenden Schäden festgestellt. Die vom Feuer betroffene Wohnung kann dagegen wegen der Brand- und Rauchschäden vorerst nicht mehr bewohnt werden.

Zur Höhe des entstandenen Sachschadens sowie zur Ursache des Brandes machte die Feuerwehr in ihrer Mitteilung keine Angaben.

40 Einsatzkräfte vor Ort

Insgesamt waren 40 Einsatzkräfte an dem Einsatz beteiligt. Dazu gehörten Kräfte der Feuer- und Rettungswachen Albertstadt und Übigau sowie der Rettungswachen Pieschen und Trachau. Außerdem waren der A-Dienst und der U-Dienst der Feuerwehr Dresden vor Ort.

Die Feuerwehr ging am Abend davon aus, den Einsatz innerhalb der folgenden Stunde abschließen zu können.

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KI-Konferenz bringt 1.500 Gäste nach Dresden https://www.sachsen-fernsehen.de/ki-konferenz-bringt-1-500-gaeste-nach-dresden-2288472/ Mon, 14 Sep 2026 12:13:38 +0000 https://www.sachsen-fernsehen.de/?p=2288472

Dresden - Im Internationalen Congress Center Dresden findet am 14. und 15. September 2026 zum zweiten Mal die Konferenz „Brains on Silicon“ statt. Nach Angaben der Veranstalter werden mehr als 1.500 Teilnehmer aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik erwartet.

Die Veranstaltung richtet sich vor allem an Unternehmen und Fachleute, die Künstliche Intelligenz bereits praktisch einsetzen oder entsprechende Anwendungen in ihre Prozesse integrieren wollen. Das Leitthema lautet in diesem Jahr „Closing the implementation gap“, also das Schließen der Lücke zwischen technologischen Möglichkeiten und ihrer tatsächlichen Umsetzung.

Praxis statt reiner Zukunftsvisionen

Im Mittelpunkt stehen konkrete Anwendungsfälle aus Unternehmen. Thematisiert werden unter anderem KI-Agenten, automatisierte Arbeitsprozesse, digitale Souveränität und die Zusammenarbeit zwischen Menschen und KI-Systemen.

Neben Vorträgen gehören Masterclasses, eine Ausstellung, eine Startup-Zone und verschiedene Networking-Formate zum Programm. Nach Angaben der Veranstalter treten mehr als 100 Sprecher auf.

Damit soll die Konferenz vor allem die Frage beantworten, wie Unternehmen KI-Technologien nicht nur testen, sondern dauerhaft in Produkte, Prozesse und Geschäftsmodelle integrieren können.

Internationale Experten auf den Bühnen

Zu den angekündigten Gästen gehört der KI-Forscher und Unternehmer Richard Socher. Ebenfalls erwartet werden Roman Howe von Anthropic, Thuy-Ngan Trinh von A11 und Sarah Kemether, die bei OpenAI mit Organisationen im deutschsprachigen Raum zum Einsatz generativer KI arbeitet.

Weitere angekündigte Sprecher sind unter anderem Tech-Analyst Philipp Klöckner, Philipp Depiereux, Dr. Hanna Huber und Elisabeth L’Orange von Deloitte.

Klöckner sieht vor allem die praktische Umsetzung als entscheidenden nächsten Schritt bei der Entwicklung Künstlicher Intelligenz. Unternehmen stünden inzwischen vor der Aufgabe, neue Technologien tatsächlich in ihren Arbeitsalltag und ihre Geschäftsmodelle zu übertragen.

Verbindung zum Technologie-Standort Dresden

Die Veranstalter setzen bei der Konferenz bewusst auf Dresden als Standort. Die Region verfügt mit dem Netzwerk Silicon Saxony über ein starkes Umfeld für Mikroelektronik, Software und sogenannte Smart Systems.

Frank Bösenberg, Geschäftsführer von Silicon Saxony, sieht in der Veranstaltung eine Möglichkeit zu zeigen, wie KI innerhalb dieses Technologie-Ökosystems praktisch eingesetzt wird – von der Hardware bis zur Anwendung in Unternehmen.

Veranstalter Stefan Queißer verweist ebenfalls auf die Verbindung zur sächsischen Technologiebranche. Die Konferenz solle die Innovations- und Netzwerkstrukturen der Region unterstützen.

Zweite Ausgabe der „Brains on Silicon“

Die „Brains on Silicon“ wurde 2025 erstmals in Dresden veranstaltet. Hinter der Konferenz stehen die Dresdner CONFGAMES GmbH und das KI Netzwerk Dresden.

Ziel der Veranstaltung ist es nach Angaben der Initiatoren, Unternehmen miteinander zu vernetzen und Wissen über die praktische Anwendung Künstlicher Intelligenz zu vermitteln.

Die diesjährige Ausgabe läuft am 14. und 15. September im Internationalen Congress Center Dresden.

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Großeinsatz an Dresdner Oberschule https://www.sachsen-fernsehen.de/grosseinsatz-an-dresdner-oberschule-2288334/ Mon, 14 Sep 2026 10:41:48 +0000 https://www.sachsen-fernsehen.de/?p=2288334

Dresden - An der 128. Oberschule in Dresden-Strehlen läuft seit Montagvormittag ein größerer Einsatz von Feuerwehr und Rettungsdienst. Hintergrund sind Beschwerden bei zahlreichen Personen, die möglicherweise durch einen reizenden Stoff ausgelöst wurden.

Nach ersten Informationen waren zunächst rund 420 Kinder im Zusammenhang mit massivem Reizhusten gemeldet worden. Nach einer ersten Lageerkundung bestätigte die Feuerwehr Dresden etwa 40 bis 50 Betroffene. Wie viele Personen tatsächlich medizinisch behandelt werden müssen, ist derzeit noch nicht gesichert.

Möglicherweise Gas im zweiten Obergeschoss versprüht

Nach den bislang vorliegenden Informationen soll im zweiten Obergeschoss der Schule ein Gas beziehungsweise ein reizender Stoff versprüht worden sein. Um welche Substanz es sich dabei gehandelt haben könnte und wie sie in das Gebäude gelangte, ist noch unklar.

Auch die genaue Ursache der Beschwerden steht derzeit nicht fest. Gesicherte Angaben zu möglichen Verantwortlichen oder den näheren Umständen des Vorfalls liegen bislang nicht vor.

Massenanfall von Verletzten ausgerufen

Wegen der zunächst hohen Zahl potenziell Betroffener wurde ein sogenannter Massenanfall von Verletzten, kurz MANV, ausgerufen. Damit können bei einer größeren Zahl möglicherweise verletzter oder erkrankter Personen zusätzliche Rettungsmittel und Einsatzkräfte koordiniert werden.

Zahlreiche Kräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst wurden zur Schule alarmiert und erkundeten die Lage vor Ort.

Zahl der Verletzten noch unklar

Zum tatsächlichen Ausmaß des Vorfalls gibt es bislang keine abschließenden Angaben. Unklar ist insbesondere, wie viele der Betroffenen behandelt werden müssen und ob Personen in Krankenhäuser gebracht wurden.

Die Lage befindet sich weiterhin in der Erkundung. Die Zahl der Betroffenen kann sich deshalb im weiteren Einsatzverlauf noch verändern.

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Schloss Rochlitz bietet inklusive Führung https://www.sachsen-fernsehen.de/schloss-rochlitz-bietet-inklusive-fuehrung-2288280/ Mon, 14 Sep 2026 09:45:55 +0000 https://www.sachsen-fernsehen.de/?p=2288280

Rochlitz - Wie lässt sich ein mehr als 1.000 Jahre altes Schloss erleben, wenn das Sehen nicht im Mittelpunkt steht? Dieser Frage widmet sich Schloss Rochlitz mit einer besonderen Führung im Rahmen der bundesweiten „Woche des Sehens“. Am Samstag, 10. Oktober 2026, können blinde und sehbehinderte Menschen sowie weitere Interessierte die Geschichte des Schlosses auf neue Weise kennenlernen.

Unter dem Titel „Schlossgeschichte mit allen Sinnen erleben“ stehen nicht allein sichtbare Zeugnisse der Vergangenheit im Mittelpunkt. Lebendige Beschreibungen, Anekdoten und ausgewählte Tastmöglichkeiten sollen einen Zugang zu den historischen Räumen und ihrer Geschichte eröffnen.

Die rund zweistündige Führung von 13 bis 15 Uhr wird von Anke Halumbirek begleitet.

Fühlen, hören und Geschichte nachvollziehen

Schloss Rochlitz blickt auf eine mehr als 1.000-jährige Geschichte zurück. Herzöge, Fürstinnen, Bedienstete und Gäste hinterließen dort über die Jahrhunderte ihre Spuren.

Bei der besonderen Führung sollen Materialien, Oberflächen, Geräusche und Erzählungen dabei helfen, diese Vergangenheit erfahrbar zu machen. Das Angebot richtet sich ausdrücklich an blinde und sehbehinderte Menschen, steht aber auch sehenden Interessierten offen.

Damit möchte Schloss Rochlitz zeigen, wie kulturelle Vermittlung auch jenseits rein visueller Eindrücke funktionieren kann. Zugleich soll die Führung einen Beitrag zu mehr kultureller Teilhabe leisten.

Woche des Sehens findet zum 25. Mal statt

Die Veranstaltung ist Teil der bundesweiten „Woche des Sehens“, die jedes Jahr vom 8. bis 15. Oktober stattfindet. 2026 wird die Aktionswoche bereits zum 25. Mal veranstaltet.

Im Mittelpunkt stehen Blindheit, Sehbehinderung und Augengesundheit. Zudem soll auf die Lebenssituation blinder und sehbehinderter Menschen sowie die Bedeutung eines möglichst barrierefreien Alltags aufmerksam gemacht werden.

Getragen wird die Aktionswoche vom Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband, dem Deutschen Komitee zur Verhütung von Blindheit, der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft und PRO RETINA Deutschland. Bundesweit beteiligen sich Einrichtungen mit Veranstaltungen, Aktionen und Informationsangeboten.

Einsatz für Teilhabe in Sachsen

In Sachsen setzt sich unter anderem der Blinden- und Sehbehindertenverband Sachsen e. V. für die Interessen blinder und sehbehinderter Menschen ein. Der Verband versteht sich als Selbsthilfeorganisation und Interessenvertretung.

Zu seinen Angeboten gehören Beratung und Unterstützung, Informationen zu Hilfsmitteln sowie die Interessenvertretung von Menschen mit Seheinschränkungen. Auch im Kulturbereich können barrierefreie Angebote dazu beitragen, Teilhabe zu erleichtern.

Anmeldung für Führung erforderlich

Die Führung „Schlossgeschichte mit allen Sinnen erleben“ findet am Samstag, 10. Oktober 2026, von 13 bis 15 Uhr auf Schloss Rochlitz, Sörnziger Weg 1 in 09306 Rochlitz, statt. Eine Voranmeldung ist erforderlich. Das Angebot ist für Kinder ab zehn Jahren geeignet.

Der Eintritt kostet für Erwachsene 13 Euro, ermäßigt 10,50 Euro und für Kinder bis 16 Jahre 6,50 Euro. Für eine Begleitperson bei eingetragenem Merkzeichen „B“ ist der Eintritt frei. Die Anmeldung dafür erfolgt an der Museumskasse.

Mit dem Führungsticket kann Schloss Rochlitz am Veranstaltungstag außerdem vor oder nach der Führung individuell besichtigt werden. Ein zusätzliches Tagesticket ist dafür nicht notwendig.

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Kretschmer verteidigt Rüstungsindustrie https://www.sachsen-fernsehen.de/kretschmer-verteidigt-ruestungsindustrie-2288268/ Mon, 14 Sep 2026 09:15:37 +0000 https://www.sachsen-fernsehen.de/?p=2288268

Dresden - Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat die Ansiedlung von Unternehmen aus der Rüstungsindustrie im Freistaat verteidigt. Neben sicherheitspolitischen Argumenten verweist er dabei vor allem auf die wirtschaftliche Situation Sachsens. Der Freistaat könne angesichts seiner Wirtschaftskraft, der Arbeitslosigkeit und der Lohnstruktur nicht auf Unternehmen aus der Verteidigungsindustrie verzichten.

Anlass für die Debatte sind unter anderem Pläne eines jungen US-Unternehmens, das ab 2027 in Leipzig Marschflugkörper produzieren will. Das Vorhaben sorgt für Diskussionen.

Kretschmer fordert stärkere Verteidigungsfähigkeit

Im Gespräch mit der „Sächsischen Zeitung“ und der „Leipziger Zeitung“ äußerte sich Kretschmer zugleich kritisch zu den Folgen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine. Deutschland habe immer betont, nicht Kriegspartei werden zu wollen. Aus Sicht des Ministerpräsidenten sei diese Grenze inzwischen überschritten worden.

Die Entwicklung sorge bei vielen Menschen für Sorgen und Ängste. Gleichzeitig dürfe dadurch nach Kretschmers Auffassung nicht der Blick darauf verloren gehen, dass Deutschland und Europa in die eigene Verteidigungsfähigkeit investieren müssten.

Als entscheidend bezeichnete der Ministerpräsident dabei eine glaubwürdige Abschreckung. Ein möglicher Angriff auf Deutschland und Europa müsse bereits durch vorhandene Verteidigungsfähigkeiten verhindert werden. Dazu gehöre auch Technik, mit der angreifende Raketen abgewehrt werden könnten.

Aus Kretschmers Sicht ist das ein Grund dafür, entsprechende Verteidigungstechnik auch in Deutschland zu produzieren.

Wirtschaftliche Gründe für Rüstungsansiedlungen

Neben der Sicherheitslage stellt Kretschmer die wirtschaftliche Bedeutung entsprechender Investitionen heraus. Sachsen könne es sich angesichts seiner wirtschaftlichen Situation nicht leisten, ganze Industriezweige grundsätzlich auszuschließen.

Der Freistaat sei nicht in einer Lage, in der er aus wirtschaftlichem „Luxus“ auf den Bereich der Verteidigungsindustrie verzichten könne, sagte Kretschmer.

Als Beispiel führte er die Entwicklung am früheren Alstom-Werk in Görlitz an. Das Werk wurde vom Rüstungskonzern KNDS übernommen. Während dort früher Waggons produziert wurden, werden inzwischen Panzerteile gefertigt.

Damit steht die Debatte um die Rüstungsindustrie in Sachsen auch im Zusammenhang mit dem Strukturwandel an bestehenden Industriestandorten und der Frage, wie Arbeitsplätze erhalten oder neue geschaffen werden können.

Geplante Produktion in Leipzig sorgt für Diskussionen

Aktuell richtet sich der Blick auch nach Leipzig. Dort will ein junges US-Unternehmen nach den vorliegenden Plänen ab 2027 Marschflugkörper herstellen.

Das Vorhaben hat eine Diskussion über die Ansiedlung von Rüstungsunternehmen und die Rolle der Verteidigungsindustrie in Sachsen ausgelöst. Kretschmer verteidigt solche Investitionen sowohl mit Blick auf die Sicherheitslage als auch auf die wirtschaftlichen Herausforderungen des Freistaates.

Gleichzeitig zeigen seine Aussagen zum russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine, dass er den bisherigen politischen Umgang mit dem Krieg kritisch bewertet. Die Investition in die eigene Verteidigungsfähigkeit hält er dennoch für notwendig.

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