Feinstaubgrenzwerte in Chemnitz zu Silvester weit überschritten

Chemnitz – Die Überschreitung der Feinstaubgrenzwerte in Chemnitz zum Jahreswechsel hat Diskussionen ausgelöst.

In der Silvesternacht ist in Chemnitz ordentlich Feuerwerk abgebrannt worden. Durch die Explosionen entsteht eine hohe Konzentration an Feinstaubpartikeln in der Luft.

Dies wurde am Neujahrstag an der Messstation des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie an der Leipziger Straße registriert. Der erlaubte Tagesgrenzwert von 50 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft wurde hier mit 62 Mikrogramm übertroffen – als einziger Messort in Sachsen.

In Spitzenzeiten betrug die Belastung sogar bis zu 670 Mikrogramm. Zahlreiche leere Feuerwerkspackungen gegenüber der Messstation zeugen vom Grund für die Überschreitung der Grenzwerte.

Das zuständige Landesamt in Dresden ordnete die Messwerte allerdings nur als Kurzzeitbelastung ein. Wie eine Sprecherin gegenüber CHEMNITZ FERNSEHEN mitteilte, hätten sich die Feinstaubwerte aufgrund der günstigen Wetterlage schnell wieder reduziert. In den vergangenen Jahren seien die Tagesgrenzwerte durch Inversionswetterlagen in einigen sächsischen Städten um mehr als das Doppelte überschritten worden.

Die Feinstaubbelastung zu Silvester hat auch die Politik auf den Plan gerufen. So forderte der Stadtrat der Linken, Thomas Scherzberg, Einschränkungen durch den Gesetzgeber. Besonders umweltschädliche Pyrotechnik, die Schwermetalle und Dioxine enthalte, sollte nicht mehr verkauft werden dürfen.

Auch Verbote zum Abbrennen von Feuerwerkskörpern in bestimmten Stadtteilen wäre wünschenswert. In Städten wie Weimar oder Düsseldorf seien bereits entsprechende Regelungen aus Denkmals- und Sicherheitsgründen in kraft. Solche Verbote seien allerdings nur schwer durchzusetzen, räumte auch Thomas Scherzberg auf Nachfrage ein.

Allgemein habe sich die Luftqualität in Chemnitz aber verbessert. Dies zeigt sich auch an den Messwerten der Station an der Leipziger Straße. Wurden die Feinstaubgrenzwerte – auch bedingt durch nahegelegene Bauarbeiten – im Jahr 2014 insgesamt an 36 Tagen überschritten, so war dies in den gesamten letzten drei Jahren insgesamt nur 21-mal der Fall.

Das Landesamt führt dies unter anderem auf verschiedene Maßnahmen der Stadt Chemnitz zur Luftreinhaltung zurück. Aber auch die Großwetterlage mit den zuletzt milden Wintern habe dazu beigetragen.