Felsenbühne Rathen wird im Sommer wieder bespielt

Radebeul/Rathen - Auf der Felsenbühne im Kurort Rathen wird ab dem kommenden Sommer wieder gespielt. Nach zweijähriger Umbauphase eröffnet das Freilichttheater mit einem neuen Konzept.

© René Jungnickel
© René Jungnickel
© René Jungnickel

Im Sommer 2022 ist es soweit: Nach zweijähriger Umbauphase öffnet die Felsenbühne Rathen endlich wieder ihre Pforten. Mit einem modernen Funktionsgebäude samt Orchesterpavillon, zahlreichen Neuerungen für das Publikum und einem hochkarätigen Programm wird die traditionsreiche Naturbühne ab dem kommenden Jahr zum Festspielort. Unter dem Label Felsenbühnen Festspiele erwarten das Publikum von Juni bis September unter anderem drei Premieren in den Bereichen Schauspiel und Musiktheater sowie ein Klassiker aus dem Repertoire der Landesbühnen Sachsen. Der Spielbetrieb im Wehlgrund beginnt mit einer Eröffnungsgala am 5. Juni und endet mit Carl Orffs „Carmina Burana“ am 3. September. Ein Preview-Programm in der Vorsaison ermöglicht zudem den exklusiven Besuch der Felsenbühne vor dem offiziellen Festspielstart zu Sonderpreisen.

„Seit 10 Jahren beschäftigen wir uns mit der Planung und Realisierung des Umbaus der Felsenbühne Rathen“, sagt Manuel Schöbel, Intendant der Landesbühnen Sachsen. „Mit der Sanierung erfüllt sich ein langersehnter Traum, den wir mit der Wiedereröffnung dieser einzigartigen Naturbühne als Festspielort gemeinsam mit unserem Publikum feiern möchten. Unter dem Label ‚Felsenbühnen Festspiele‘ vereinen wir die gemeinsame Geschichte der Felsenbühne mit den Landesbühnen und weiten gleichzeitig den Blick auf neue Möglichkeiten, die mit der Modernisierung unserer Sommerspielstätte entstanden sind.“

Die erste Festspiel-Premiere findet am 24. Juni statt: Mit Leonard Bernsteins „West Side Story“ kommt ein Meilenstein der Musical-Literatur auf die Bühne im Nationalpark. Die vielleicht mitreißendste MusiktheaterAdaption von Shakespeares „Romeo und Julia“ wurde 1957 im New Yorker Winter Garden Theatre uraufgeführt und feierte weltweit Erfolge. Unter der Regie von Manuel Schöbel ist das Stück im Juni 2022 vor der wildromantischen Felsenkulisse im Kurort Rathen zu erleben.
Es folgt Wilhelm Hauffs Märchenerzählung „Das kalte Herz“, die ab dem 15. Juli (Premiere) in einer Inszenierung von Peter Kube als packendes Theatererlebnis auf die Naturbühne kommt. Für die Ausstattung zeichnet hier, wie für die beiden anderen Neuproduktionen der FelsenbühnenFestspiele, der neue Chefbühnenbildner der Landesbühnen Sachsen Ralf Zeger verantwortlich. Die Geschichte des Peter Munk, genannt Kohlenmunkpeter, der bereit ist, sein Herz für Reichtum und Ansehen gegen einen Stein zu tauschen, ist auch heute noch aktuell.
Einen weiteren Höhepunkt bildet Hugo von Hofmannsthals „Jedermann. Das Spiel vom Sterben des reichen Mannes“. Die Tragödie feiert ihre Felsenbühnen-Premiere am 04. August 2022.

Alle, die das Stück von der Landesbühnen-Inszenierung bei den „Neuen Burgfestspielen Meißen“ kennen, dürfen sich auf eine neue Variante in eindrucksvoller Naturkulisse freuen.
Mit Blick auf die dritte Premiere in Rathen stellen die Landesbühnen Sachsen gleichzeitig die neue Operndirektorin vor: Ab dem 1. August 2022 leitet Kai Anne Schumacher die Sparte Musiktheater. Am 20. August ist die Premiere von Richard Wagners romantischer Oper „Der fliegende Holländer“ geplant.

Kai Anne Schumacher wird neue Operndirektorin der Landesbühnen Sachsen

Kai Anne Schuhmacher arbeitet als Regisseurin mit Schwerpunkt Oper, als Autorin von Theatertexten, Figurenspielerin und Puppenbauerin und wirkt seit 2015 freischaffend in ganz Europa. 2016 gab sie mit Benjamin Brittens „The Rape of Lucretia“ an der Oper Köln ihr Regiedebüt. Die Produktion wurde von „Die Welt NRW“ zur besten Inszenierung eines Stückes nach 1945 gewählt. 2017 bis 2019 war sie Artist in Residence am Theater Gera-Altenburg. Am gleichen Haus
wurde 2019 ihre Inszenierung von Viktor Ullmanns „Der Kaiser von Atlantis“ mit dem Götz-Friedrich-Preis für die „Beste Regie im Bereich experimentelles Musiktheater“ ausgezeichnet. Jüngere Inszenierungen führten sie unter anderem an die Oper Zürich, die Nederlandse Reisopera, die Oper Dortmund oder das Tiroler Landestheater. Ab dem 1. August 2022 ist sie Operndirektorin an den Landesbühnen Sachsen.

Quelle: Landesbühnen Sachsen