Fenster in die Erdgeschichte

Vor 290 Millionen Jahren hat ein Vulkanausbruch Chemnitz ein unschätzbares Geschenk gemacht: Durch die Naturkatastrophe konnte Fauna und Flora versteinern und uns erhalten bleiben.

Mit dem „Fenster in die Erdgeschichte“ auf dem Sonnenberg wird jetzt in Chemnitz ein neues Kapitel der Urgeschichte aufgeschlagen.

In einem Hinterhof der Glockenstraße in Chemnitz öffnet sich das Tor ins Erdzeitalter des Perm.

Die neue Grabungsstelle des Museums für Naturkunde Chemnitz ist am vergangenen Samstag zum ersten Mal für die Öffentlichkeit zugänglich gewesen.

Die neue Ausgrabung trägt den Namen „Fenster in die Erdgeschichte“ und soll die archäologische Forschung mit museumspädagogischen Inhalten verbinden.

Dabei sollen große Funde freigelegt und an Ort und Stelle konserviert werden, damit Besucher einen relativ unverfälschten Blick durch die Fenster der Erdgeschichte werfen können.

Nach der Erkundung des Untergrunds und dem Erwerb des Grundstücks kann jetzt unter der schützenden Plane des Zeltes die Grabung richtig starten.

Interview: Dr. Ronny Rößler – Direktor Museum für Naturkunde Chemnitz

Zum ersten „Tag der offenen Tür“ kamen mehrere hundert interessierte Chemnitzer, die an verschiedenen Stationen Wissenswertes über das Leben vor 290 Millionen Jahren erfahren konnten.

Unter anderem konnten erste Funde präsentiert werden, die bereits bei der baulichen Erschließung des Geländes gemacht wurden.

Interview: Dr. Ronny Rößler – Direktor Museum für Naturkunde Chemnitz

Regelmäßige Öffnungszeiten der Grabungsstelle sind in nächster Zukunft nicht zu erwarten. Dazu ist die Personaldecke des Naturkundemuseums zu dünn.

Nachdem die Aufnahme des Versteinerten Waldes in Chemnitz auf die Welterbe-Bewerberliste des Freistaates gescheitert ist, muss man in Punkto touristischer Vermarktung erst einmal kleine Brötchen backen. Die Infotafeln sind allerdings vorsorglich schon mal dreisprachig verfasst.

Interview: Dr. Ronny Rößler – Direktor Museum für Naturkunde Chemnitz

Das „Fenster in die Erdgeschichte“ soll neben der Grabung mit ihren wissenschaftlichen Erkenntnissen vor allem eins sein: Ein Aushängeschild für die archäologische Forschung in Chemnitz. Jene Stadt, die vor 290 Millionen Jahren sich noch knapp oberhalb des Äquators befunden hat.