Fernwasserleitung für Chemnitz

Eine geplante Wasserleitung sorgt in Chemnitz für einen Streit.

Allerdings ist es keine normale Wasserleitung, sondern eine Fernwasserleitung. Die Befürworter argumentieren mit Preisstabilität beim kühlen Nass, die Gegner mit einem riskanten Wettbewerb. Nun hat sich auch der Zweckverband in die Sache eingeschaltet und stärkt dem Projekt den Rücken. Es ist eines der vier Elemente und genauso wie die drei anderen überlebenswichtig, das Wasser. In Chemnitz fließt es in den meisten Fällen
mit Hilfe der Stadtwerke aus den Wasserhähnen. Der Ursprung des kühlen Nasses Nass liegt unter anderem hier, in der Talsperre Einsiedel.

Im Besitz des Landes Sachsen versorgt sie unsere Stadt mit Trinkwasser. Genau daraus resultiert auch der jetzt vom Zaun gebrochene Streit. Denn die Stadtwerke Chemnitz wollen nicht mehr von ihrem bisherigen Alleinlieferanten, der Landestalsperrenverwaltung Sachsen als Besitzer der Talsperren, abhängig sein. Geplant ist nun eine neue Leitung in eine der Talsperren im benachbarten Böhmen. Für die Stadtwerke Chemnitz liegen die Gründe dafür klar auf der Hand. Trotz alledem findet das geplante Projekt der Fernwasserleitung nicht nur Befürworter. Einige halten den Einzug von mehr Wettbewerb auf dem Trinkwassermarkt sogar für riskant, zu denen zählen auch die Chemnitzer Bündnisgrünen.

Nun stärkt der Zweckverband Kommunale Wasserversorgung / Abwasserentsorgung den Stadtwerken zumindest teilweise den Rücken.
Der Verband unterstützt das Projekt einer solchen Leitung aus Tschechien, aber nur, wenn sich nicht nur Chemnitz, sondern mehrere Kommunen an der Fernwasserleitung anschließen können. Für die Stadtwerke Chemnitz kein Problem, im Gegenteil.

Dieses geplante Projekt ist für die Stadtwerke, vom Umfang her, nichts Ungewöhnliches. Der Knackpunkt bei den Gegnern der Fernwasserleitung
ist aber offenbar das Mitspracherecht. Die Stadt hält mit 51% die Mehrheit der Anteile bei den Stadtwerken, aus diesem Grund wollen die Stadträte auch mitentscheiden.

Bei einem Befürworten des Projekts durch den Stadtrat werden sich die Bündnisgrünen, nach eigenen Aussagen, diesem Beschluss beugen.
Der Antrag selbst kommt voraussichtlich erst im Mai in den Stadtrat, bis dahin fließt das Wasser aus Einsiedel weiter, das aus Tschechien ist vorerst auf Eis gelegt.