Festlicher Umzug: Die Rückkehr der Orangen

Dresden - Es war im Jahre 1710 als August der Starke dem Zwinger neuen Glanz verlieh. Mehrere Orangenbäume zierten den Platz und machten ihn zu einer bedeutenden Orangerie. Um der ursprünglichen Bestimmung des Zwingers wieder näher zu kommen, wurde seit 2013 daran gearbeitet die Pomeranzen wieder hierher zu bringen. Im Laufe der letzten Woche wurden nun nach und nach 75 Orangenbäume, die zuvor im Barockgarten Großsedlitz gepflegt wurden, im Zwinger aufgestellt. Für den letzten Baum gab es am Samstag ein großes Fest. Einige Teilnehmer in barocken Kostümen verbreiteten geschichtliches Ambiente und deuteten mit ihrer Anwesenheit an wohin die Reise an diesem Tag gehen würde. Vom Stallhof würden sie zum Dresdner Zwinger flanieren. Es versammelte sich schnell eine schaulustige Menge um vorab das ein oder andere Foto zu erhaschen. Der Hofnarr und weitere hohe Herren ließen es sich nicht nehmen, die Menge zu unterhalten.

Dann startete der gut 600 Meter lange Festumzug. Die über 100 Freiwilligen kamen dabei nicht nur aus der Region, sondern sogar aus dem tiefsten, deutschen Süden. Die Besucher standen Schlange und viele zückten ihre moderne Technik, um den einen oder anderen Moment festzuhalten. Im Zwinger angekommen ging das festliche Programm weiter. Der Hofmarschall präsentierte ihrer Majestät persönlich die Schlosskinder, die zur Begrüßung des Orangenbaumes einen lustigen Reigen tanzten. Während der Festumzug kurz darauf noch einige Male um den Dresdner Zwinger marschierte, wurde der letzte Orangenbaum an seinen Bestimmungsort gebracht. Hofnarr Fröhlich sorgte derweil unter den Menschen für weitere Unterhaltung, warb aber auch erfolgreich für Patenschaften für die Pomeranzen. Die Gäste konnten ganztägig Kaffee und Kuchen genießen und duftende Orangenfrauen auf Stelzen bewundern. Der Dresdner Zwinger bot für alle ein Stück lebendige Stadtgeschichte und einen Hauch des 18. Jahrhunderts.