Festspielhaus Hellerau startet mit Veränderungen in die Spielzeit

Dresden - Mit dem Spielzeitbeginn 2018/2019 im September übernimmt Carena Schlewitt die Intendanz im HELLERAU - Europäisches Zentrum der Künste. Damit löst sie Dieter Jaenicke ab. Die gebürtige Leipzigerin bringt internationale Erfahrungen mit nach Dresden.

Unter dem Motto „Geschichten – Kunst – Katastrophen“ geht es um Geschichten und Geschichte, um Biografien und das Hereinbrechen unerwarteter Ereignisse, um Lebensentwürfe in Zeiten großer gesellschaftlicher Umbrüche. Herausragende Künstler*innen und Ensembles wie die Needcompany (BE), Milo Rau/IIPM (DE, CH, A), blitz theatre group (GR), Thom Luz (CH) und Dimitris Papaioannou (GR) zeigen im Eröffnungsmonat ein breites Spektrum zwischen Theater, Tanz, Performance, Musik und Musiktheater. Die Eröffnungsproduktion der belgischen Needcompany „Krieg und Terpentin“ (Deutsche Erstaufführung) ist eine musikalischchoreografische Romanadaption des mehrfach ausgezeichneten gleichnamigen Buches von Stefan Hertmans.

© Stephan Floß
© Maarten Vanden Abeele

In dem Stück „Empire“ von Milo Rau erzählen Schauspieler*innen aus Griechenland, Syrien und Rumänien ihre Geschichten von Heimat, Familie, Repression und Krieg. Die blitz theatre group aus Athen tanzt nach der Katastrophe in einem leeren Ballsaal auf den Trümmern Europas und erinnert sich mit Poesie und Ironie an frühere Zeiten. Der Schweizer Musiktheatermagier Thom Luz entwickelt mit seinen vier Ausnahmemusiker*innen für „Unusual Wheather Phenomena“ eine sich verselbstständigende Wettersinfonie.

Der Bildende Künstler und Choreograf Dimitris Papaioannou kreiert in „The Great Tamer“ (Erstaufführung in Deutschland) einen magischen Bilderreigen über den Kreislauf des Lebens von der Geburt bis zum Tod.

Ein weiterer Programmhöhepunkt im Herbst 2018 ist das neue jährliche Format „4:3 – KAMMERMUSIK NEU“, in dessen Zentrum zeitgenössische Kammermusik steht. Das Jahr 2019 wird mit dem neuen Format „Happy New Ear“ begrüßt. Zu Gast sind die Sächsische Staatskapelle Dresden und am darauffolgenden Tag das Ensemble ZEITKRATZER.

Mit Polski Transfer – Festival des aktuellen polnischen Theaters (22.11. bis 02.12.2018) präsentiert HELLERAU als Drehscheibe zwischen Ost und West ein breites Spektrum ausgewählter künstlerischer Positionen des polnischen aktuellen Theaters, das noch immer eine wichtige Schlüsselposition in der polnischen Öffentlichkeit einnimmt. U.a. zeigt Krystian Lupa, Regiemeister des polnischen Theaters, seine neueste Produktion „Der Prozess“ von Franz Kafka (Deutsche Erstaufführung).

In seinem Selbstverständnis als Kooperationspartner für die zeitgenössischen Künste unterstützt HELLERAU die letzte Ausgabe der Linie 08 EXPANDING (Dresden) sowie diverse Produktionen der Freien Theater- und Tanzszene, die 2018/2019 Premiere haben, u.a. von Cindy Hammer (Dresden), Hermann Heisig (Berlin/Leipzig), Antje Pfundtner (Hamburg), John Moran (Dresden) sowie die Gruppen Theatrale Subversion und Armada of Arts (Dresden). Anlässlich des 75. Geburtstages von Günter Baby Sommer treten er und Till Brönner in HELLERAU auf. Die Reihen FEATURE RING und DIENSTAGSSALON werden fortgesetzt. Die Dresden Frankfurt Dance Company wird 2018/2019 mit vier Aufführungsblöcken ihre neuesten Arbeiten zeigen.

Im März 2019 stellt „TONLAGEN – Dresdner Tage der zeitgenössischen Musik“ die Stimme nicht nur als musikalisches und akustisches Phänomen in den Mittelpunkt. Unter dem Arbeitstitel „Erbstücke“ setzen sich im Frühjahr 2019 mehrere aktuelle Tanz- und Theaterproduktionen mit dem Begriff des Erbes auseinander. Im Juni 2019 schaut die internationale Tanzwelt auf Dresden und HELLERAU, wenn sich der Tanzkongress unter der künstlerischen Leitung der renommierten Choreografin Meg Stuart in einem experimentellen Versammlungsformat zeitgenössischen Fragen des Tanzes widmen wird.

Außerdem gibt es Kooperationen mit dem Medienkunstfestival CYNETART, mit DAVE – Festival für Clubkultur, Fast Forward – Europäisches Festival für Junge Regie, Our Stage – 4. Europäisches Bürgerbühnenfestival, mit den Dresdner Musikfestspielen, der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber, dem Heinrich-Schütz-Konservatorium und dem Zentralwerk Dresden.

© Stephan Floß
© Magda Hueckel
© UWPP