Feuerwehr und Rettungsdienst hat Personalmangel

Für Freiwillige Feuerwehren und Rettungsdienste wird es immer schwieriger, geeignete Fahrer zu finden. Seit 1999 dürfen nämlich mit einer Fahrerlaubnis der Klasse B nur noch Kraftfahrzeuge bis zu einem Gewicht von 3,5 t gefahren werden. +++

Wenn´s brennt, kommt es auf jede Minute an und demzufolge auch auf den Fahrer, der die Feuerwehr schnell und sicher zum Ziel bringt. Für einige Freiwillige Feuerwehren,  Rettungsdienste und technischen Hilfsdienste wird es allerdings immer schwieriger, geeignete Fahrer zu finden. Die meisten Rettungsfahrzeuge sind nicht durch die seit 1999 geltende Fahrerlaubnis-Klasse B für Pkw abgedeckt.

Das heißt: Wer den Pkw-Führerschein 1999 und später gemacht hat, darf die Einsatzfahrzeuge nicht fahren. Bayern und Sachsen haben deshalb eine Bundesratsinitiative gestartet, um die Einsatzfähigkeit der Organisationen aufrecht erhalten zu können.„Gerade junge Menschen, die ehrenamtlich Leben zu retten bereit sind, müssen die Möglichkeit erhalten, schnell und kostengünstig die notwendigen Eignungen für ihre wichtige Tätigkeit zu erhalten. Auf dem Weg zu einer ehrenamtlichen Arbeit müssen wir möglichst alle Steine aus dem Weg zu räumen.

Wir brauchen das Engagement der Bürger“, begründet Sachsens Verkehrsminister Sven Morlok (FDP). Innenminister Markus Ulbig: „Auch der sogenannte „Feuerwehr-Führerschein“ ist ein Baustein für das sichere Sachsen. Wir sorgen dafür, dass Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz in Sachsen nicht nur technisch auf hohem Niveau sind. Wir sorgen auch für eine gute Ausbildung unserer Ehrenamtlichen. Wir investieren auch in die Köpfe. “Der Verkehrsausschuss des Bundesrates hat sich heute mehrheitlich für die Einbringung des gemeinsamen Gesetzentwurfs von Bayern und Sachsen in den Bundestag ausgesprochen. Eine Neuregelung des so genannten Feuerwehr-Führerscheins kann dann nach Einschätzung des Bundesrates noch in diesem Jahr in Kraft treten, wenn der Bundestag zustimmt und das Gesetz beschließt.

Die Neuregelung sieht vor, dass eine organisationsinterne Einweisung und Prüfung für Einsatzfahrzeuge bis 7,5 t ausreicht. Zudem wird die Dienstfahrberechtigung auf das Führen von Fahrzeugkombinationen erstreckt, um insbesondere die bei den Wasserrettungsorganisationen bestehenden Probleme zu lösen. Die Landesregierungen sollen dann endlich ermächtigt werden, die konkrete Ausgestaltung durch Rechtsverordnung vorzunehmen, um spezifische Besonderheiten berücksichtigen zu können.

Hintergrund: Seit 1999 dürfen mit einer Fahrerlaubnis der Klasse B (Pkw) nur noch Kraftfahrzeuge bis zu einer zulässigen Gesamtmasse von 3,5 t gefahren werden. Zu diesem Zeitpunkt trat eine Neuregelung der Fahrerlaubnisklassen in Kraft, die der Umsetzung des harmonisierenden EU-Rechtes diente. Gleichzeitig sind die Einsatzfahrzeuge aus technischen Gründen schwerer geworden. Selbst kleinere Fahrzeuge überschreiten in der Regel die Gewichtsgrenze von 3,5 t. Lediglich Fahrerlaubnisinhaber, die vor dem 1. Januar 1999 ihre Fahrerlaubnis erworben haben, können aufgrund des für sie geltenden Bestandsschutzes diese Fahrzeuge weiterhin mit dem Führerschein der (alten) Klasse 3 fahren.

++
Immer aktuell informiert – mit dem DRESDEN FERNSEHEN Newsletter!