Filmpreis “Leipziger Ring” der Stiftung Friedliche Revolution verliehen

Der Dokumentarfilm “There Once Was an Island: Te Henua e Nnoho” von Briar March ist am Freitag beim 53. Internationalen Leipziger Festivals für Dokumentar- und Animationsfilm mit dem Preis „Leipziger Ring“ der Stiftung Friedliche Revolution ausgezeichnet worden.

Bei der festlichen Veranstaltung in der Leipziger Nikolaikirche, die im Herbst 1989 Ausgangspunkt für die großen Montagsdemonstrationen in der Messestadt war, sagte der Vorsitzende der Stiftung, Professor Dr. Rainer Vor, diese Kirche ist seither ein Symbol für den Aufbruch der Menschen für Demokratie und Freiheit.

Bei der Übergabe des erstmals vergebenen und mit 5.000 Euro dotierten Preises begründete die Jury ihre Entscheidung unter anderem damit, dass der Film in ergreifender Weise und mit metaphorischen Bildern den Überlebenskampf der 400 Bewohner der kleinen Südsee-Insel Nukuta nachzeichnet, deren Existenz durch den Klimawandel bedroht ist. Dabei zeige der Film auch, wie vorbildlich das Handeln der Inselbewohner für demokratisches Miteinander im Geist von Menschenwürde und gegenseitiger
Achtung ist.

Mit ihrem Film dokumentiert die neuseeländischen Filmemacherin Briar March den basisdemokratischen Prozess, mit dem die Bewohner der Insel versuchen, die Situation zu meistern. Sie holen Wissenschaftler auf die Insel, die prognostizieren, dass eine Rettung möglich ist – wenn nur Geld da wäre. DOK Leipzig Festivaldirektor Claas Danielsen begrüßte die Preisvergabe an “There Once Was an Island: Te Henua e Nnoho”: „In atemberaubenden Bildern lässt uns Briar March hautnah miterleben, was Klimawandel ganz konkret bedeutet. Nur Dank ihres großen persönlichen und langjährigen Einsatzes konnte sie diesen wichtigen Film realisieren.“

Die Ruhe, Gefasstheit und Entschiedenheit, mit der die Inselbewohner reagieren und sich ihrer Bedrohung stellen, sei berührend, heißt es in der Jury-Begründung weiter. Dabei werde den Zuschauern aber auch bewusst, „dass unser Lebensstil und die sich daraus ergebende Klimaveränderung ein Grund für die Bedrohung der Inselwelt ist“. Dem Film sei zu wünschen, dass er für dieses akute Problem weltweit Aufmerksamkeit erzielt und zu einer Solidarisierung mit den Bewohnern von Nukuta und ihrem Schicksal führt.