Finanzchaos bei Lok – Offener Brief an die Mitglieder

Der Aufsichtsrat von Lok Leipzig kritisiert in einem offenen Brief das Finanzgebaren im Verein und fordert Mitgliederversammlung.+++

Eigentlich soll der Aufsichtsrat die Vereinführung des 1. FC Lokomotive Leipzig kontrollieren. In einem offenen Brief an alle Mitglieder kritisiert der Aufsichtsrat nun, dass die Vereinsführung diese Kontrollfunktion unmöglich macht. So habe man seit Mitte letzten Jahres vergeblich versucht sich einen Überblick über die finanzielle Lage des Vereins zu machen. Die Geschäftsfühung habe jedoch keinen Finanzplan vorgelegt.

In die dem offnene Brief fordert der Aufsichtsrat nun alle Mitglieder des Vereins auf, sich mit ihrer Unterschrift für eine außerordentliche Mitgliederversammlung stark zu machen.

Der Fußballregionalligist Lok Leipzig ist seit Anfang des Jahres in akuten Finanznöten und konnte nur durch Spenden der Fans eine erneute Zahlungsunfähigkeit abwenden. Im Anschluss finden sie den kompletten Brief des Aufsichtsrats an die Mitglieder.

1. FC Lokomotive Leipzig e.V.
Der Aufsichtsrat
Erklärung vom 17.02.2013 1 / 1
 
Erklärung an die Mitglieder
 
Sehr geehrte Mitglieder des 1. FC Lokomotive Leipzig e.V.,

wesentliche Aufgabe des Aufsichtsrates unseres Vereins ist es, das Präsidium und die
Geschäftsführung bei Ihrer Tätigkeit zu überwachen und zu beraten. Zu diesem Zweck haben wir unsüber die Angelegenheiten des Vereins zu unterrichten. Das Präsidium hat uns auf Verlangen zuberichten. So steht es in unserer Satzung. Seit Sommer 2012 versucht der Aufsichtsrat vergeblich, sich einen Überblick über die aktuelle finanzielle Lage zu verschaffen, sowie eine Finanz-Vorschau bis zum Ende der laufenden Saison zu erhalten. Der Aufsichtsrat prüft und genehmigt den für dasnächste Geschäftsjahr vorzulegenden Finanzplan. Dieser wurde dem Aufsichtsrat bis heute nicht zur Genehmigung vorgelegt. Im November letzten Jahres ließ das Ergebnis einer stichprobenartigen Prüfung der Unterlagen eine alarmierende Schieflage vermuten. Der Aufsichtsrat hat daraufhin im  Rahmen unserer Satzung verschiedene Lösungsansätze vorgeschlagen und aktiv eingefordert. Dabei war uns vor allem wichtig, Unstimmigkeiten intern zu lösen, um Sponsoren und Fans nicht zu verunsichern und größeren Schaden vom Verein fernzuhalten.

Um den 1. FC Lok retten zu können und für die Zukunft aufzustellen, müssen wir aber alle wissen,
wie es um unseren Verein wirklich steht. Daher erachtet es der Aufsichtsrat als seine Pflicht, die von einigen Mitgliedern initiierte Einberufung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung zu
unterstützen. Auf dieser außerordentlichen Mitgliederversammlung hat das Präsidium die Möglichkeit, die Mitglieder direkt und umfassend über die Lage und den Sanierungsplan für den 1. FC Lok zu informieren. Dem Aufsichtsrat ist es überaus wichtig, dass die aufgrund der überwältigenden Spendenbereitschaft von Fans und Mitgliedern eingegangenen Gelder die Zukunft unseres 1. FC Lok sichern.

Der Aufsichtsrat ruft alle Mitglieder des 1. FC Lok auf, sich in die Unterschriftenlisten für die
Einberufung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung einzutragen.
In der aktuellen Krise unseres Vereins liegt auch eine Chance! Diese müssen wir nutzen mit
Transparenz, Ehrlichkeit und hohem persönlichen Einsatz jedes Mitgliedes. Lasst uns den Schwung aus den zahlreichen Initiativen mitnehmen, um den 1. FC Lok fit zu machen.
Im Namen des Aufsichtsrates des 1. FC Lokomotive Leipzig e.V.

Olaf Winkler

Vorsitzender

Leipzig, der 17.2.2013