Fliegerbombe im Leipziger Nordosten gesprengt

Knapp 200 Anwohner der Rosa-Luxemburg und Neustädter Straße wurden um kurz nach Mitternacht aus den Betten geholt. Einen umfassenden Nachbericht sehen Sie in der Drehscheibe Leipzig. +++

Es war eine unruhige Nacht für viele Leipziger. Im Ortsteil Neustadt-Neuschönefeld ist am Mittwochabend eine Fliegerbombe aus dem zweiten Weltkrieg gefunden, zahlreiche Anwohner wurden aus ihren Betten geholt und mussten sehr viel länger in Notunterkünften ausharren, als anfangs gedacht.
Der 75-Kilogramm-Sprengsatz amerikanischer Bauart wurde bei Grabungen auf dem Bahngelände zwischen der Rohrteichstraße und der Rosa-Luxemburg-Straße entdeckt. Ein Bagger hatte die Bombe bereits berührt, deshalb entschlossen sich die Kampfmittelbeseitigungsexperten gegen einen Abtransport und für eine Entschärfung vor Ort. In der Nacht gegen 1 Uhr 30 wurden deshalb etwa 200 Anwohner, vor allem aus der Neustädter Straße und der Rosa-Luxemburg-Straße, von der Polizei aufgefordert ihre Häuser zu verlassen. Die Betroffenen, darunter auch Familien mit kleinen Kindern, kamen größtenteils in der nahegelegennen Turnhalle am Rabet unter. Dort wurden ihnen unter anderem Schlafgelegenheiten und Getränke angeboten. Die meisten kamen mit der Situation gut klar, viele verloren nach mehreren Stunden des Wartens aber auch die Geduld oder machten sich Sorgen um ihr zu Hause.
Doch für die Betroffenen kam es noch schlimmer. Nachdem die Evakuierung endlich abgeschlossen war wollten die Experten gegen 4 Uhr mit der Entschärfung der Bombe beginnen. Doch um kurz vor 5 Uhr kam alles anders, als gedacht. Die Bombe war nach ihrem Abwurf 1943 offenbar direkt auf Schienen gefallen, dadurch hatte sich der Zünder im Bombenkörper verkeilt und ließ sich nicht lösen. Die Bombe musste gesprengt werden und wurde dafür in ein Loch gelegt und mit Folien bedeckt, die wiederum mit 40.000 Liter Wasser gefüllt worden waren. Die Spezialfolien des Kampfmittelbeseitigungsdienstes mussten allerdings erst noch angeliefert werden. Der Berufsverkehr kam in der Zwischenzeit teilweise zum Erliegen, Adenauerallee und Brandenburger Brücke blieben gesperrt. Um 10 Uhr 25 konnte die Bombe dann kontrolliert gesprengt werden. Kurz darauf durften auch die etwa 200 Anwohner aus den evakuierten Gebäuden wieder nach Hause. Viele mussten am Donnerstag ihrem Chef erklären, dass sie von eineim Blindgänger von der Arbeit abgehalten wurden.