Fliegerbombe in Leipzig-Nord sorgt für Chaos – Unwillige Anwohner verzögerten Entschärfung

12 Stunden hielt die Bombe gestern Gohlis und ganz Leipzig in Atem. Gegen 23 Uhr schließlich konnte die Polizeidirektion Leipzig Entwarnung geben. Die Bombe war entschärft. LEIPZIG FERNSEHEN mit einem Rückblick auf die Ereignisse. +++

Am Ende dauerte es nur 20 Minuten. Dann war sie entschärft: 250kg schwer – ein Relikt des Zweiten Weltkriegs. Den Anwohnern und Pendlern in Leipzig-Gohlis wird die Bombe allerdings noch lange im Gedächtnis bleiben.

Erste Meldungen über einen Bombenfund kamen bereits gegen Mittag auf. Eine Bombe war auf einer Baustelle zwischen Eisenacher und Gothaer Straße gefunden worden. Sofort sperrte die Polizei die Straßen rund um den Fundort.
Gegen 18 Uhr schließlich trafen Polizei, Feuerwehr und Kampfmittelbeseitigungsdienst die Entscheidung zur Evakuierung. Im Umkreis von 500 Metern mussten etwa 1500 Anwohner ihre Wohnungen räumen. Weitere 2000 Personen durften ihre Behausungen nicht mehr verlassen.

Interview: Uwe Voigt – Presseprecher der Polizeidirektion Leipzig

Die Evakuierung der Wohnungen gestaltete sich für die Ordnungshüter jedoch schwieriger als gedacht. Einige verängstigte Gohliser mussten überredet werden, ihre Wohnungen zu verlassen, um bei Verwandten und Bekannten Unterschlupf zu suchen.

Für alle, die keine Möglichkeit der Unterbringung fanden, waren Notunterkünfte in drei Kirchen und einer Schule eingerichtet worden. Als die letzten Anwohner ihre Häuser geräumt hatten – mittlerweile war es nach 22 Uhr – konnte Jörg Lange, Truppführer der Kampfmittel-Spezialeinheit seine Arbeit aufnehmen.

Und nach 20 Minuten war alles vorbei. Die Straßensperren wurden aufgehoben, der Gefahrenbereich war geräumt. Nur für die Bombe ging es noch weiter: Noch in der Nacht wurde sie nach Zeithain bei Riesa transportiert. Dort soll sie zerlegt und vernichtet werden. Die Bewohner von Gohlis aber werden sich noch lange an die Bombe erinnern.