FLOOR FIGHTERS besiegen UHC Döbeln auswärts

Die erste Hürde im Kampf um den Aufstieg ist genommen. Am vergangenen Samstag setzten sich die FLOOR FIGHTERS überraschend deutlich nach großem Kampf 10:5 beim UHC Döbeln, Tabellenletzter der 1. Bundesliga, durch.

Dabei sprachen die Vorzeichen nicht unbedingt für den frischgebackenen Meister der 2. Bundesliga. Sowohl Verteidiger David Reich, als auch Stürmer Dominik Pößl standen ihrer Mannschaft grippebedingt nicht zur Verfügung, weshalb Spielertrainer Joel Heine die Mannschaft umbauen musste. So rückten Martin Stöß und Georg Thiele in die Abwehrreihen, der gelernte Verteidiger Joel Heine hingegen versuchte sich auf der Stürmerposition. Umstellungen, die den Chemnitzern im Verlauf der Partie Glück bescheren sollten. Doch zunächst waren es die Gastgeber, die nach einer Unachtsamkeit in der Chemnitzer Hintermannschaft durch Philipp Hamann (3.) in Führung gehen konnten. „Wir haben das Spiel konzentriert und hochmotiviert begonnen, das frühe Gegentor versetzte uns allerdings einen Dämpfer“, resümierte Teambetreuer Ulf Stosch, der im ersten Drittel leichte Feldvorteile für seine FLOOR FIGHTERS beobachten konnte. Angefeuert von den 40 mitgereisten Fans, kamen die Westsachsen aber immer besser ins Spiel und zu Chancen. Zwei dieser Chancen nutzte der an diesem Tag glänzend aufgelegte Finne Jussi Pietilä, der damit zur erstmaligen Führung seiner Mannschaft beitrug. Doch auch Youngstar Raphael Thiele (18) lieferte eine ganz starke Partie ab, scheiterte im ersten Drittel aber noch am Lattenkreuz. Somit ging es mit einer knappen 2:1 Führung für die FLOOR FIGHTERS in die erste Pause. Und damit stand zudem fest, dass auch dieses Derby zwischen dem UHC Döbeln 06 und den FLOOR FIGHTERS Chemnitz nichts für schwache Nerven werden würde, hatten sich doch in den letzten sechs Partien knappe Ergebnisse und ständig wechselnde Führungen sprichwörtlich die Klinke in die Hand gegeben. „Auch wenn unsere Führung nach den ersten 20 Minuten nur hauchdünn ausfiel, so war ich doch guter Dinge, dass wir dieses Spiel ziehen werden. Die Jungs waren voll da und gingen mit unerschütterlichem Einsatz zu Werke. Ich hatte nie ernsthafte Bedenken, dass irgendwann der Einbruch kommt“, so Stosch, der hinter der Bande für Ordnung und zusätzliche Motivation im Team sorgte.
Das zweite Drittel begann zunächst spannend, beide Mannschaften gingen weiterhin mit hohem Tempo zu Werke und nutzten jede sich bietende Gelegenheit, um auf das gegnerische Tor zu stürmen oder abzuschließen, den Zuschauern wurde ein attraktives Floorballspiel geboten. Erfolgreich spielte aber zunächst der UHC, der einen Fehler im Spielaufbau der Chemnitzer Hintermannschaft eiskalt nutzte, um per Fernschuss durch Stefan Barthel auszugleichen. Doch davon schien Chemnitz unbeeindruckt und bot im Folgenden zehn lehrreiche Minuten für die Gastgeber. Beide Reihen agierten nun mit mächtig Druck auf das Döbelner Gehäuse und kamen zu zahlreichen Chancen. Innerhalb von 5 Minuten schraubten Joel Heine, Jussi Pietilä und Raphael Thiele das Ergebnis auf 2:5 hoch und sorgten damit für eine komfortable Ausgangssituation nach der Hälfte des Spiels. „In dieser Phase der Partie hätten wir eigentlich schon für eine Vorentscheidung sorgen müssen, Döbeln war vollständig von der Rolle und musste bereits in dieser frühen Phase eine Auszeit nehmen. Hier hätten wir einfach sorgfältiger mit unseren weiteren Chancen umgehen müssen“, formulierte der finnische Spielertrainer Heine die Geschehnisse im zweiten Drittel. Doch anstatt die Führung weiter auszubauen, ließ man den UHC wieder ins Spiel kommen, wonach sich ein offener Schlagabtausch entwickelte in dessen Folge Rico Haase (10.) und Ricardo Franze (16.) mit ihren Treffern zum 4:5 den Anschluss wieder herstellten. „Das hat uns natürlich geärgert, wir waren dem sechsten Tor näher als Döbeln dem dritten und dann war das Spiel doch wieder offen. Das war unnötig, wenn gleich Döbeln natürlich zurück ins Spiel wollte und nun mehr in die Waagschale warf“, so Ulf Stosch nach den sechs Toren im Mitteldrittel.
Mit einer unglaublichen Spannung und einer knappen Führung ging es ins Schlussdrittel. Wer jedoch die letzten zwei Partien zwischen beiden Mannschaften gesehen hatte, wusste, dass die FLOOR FIGHTERS stets im letzten Spielabschnitt in Führung lagen, schlussendlich aber verloren. Doch an diesem Tag sollte alles anders kommen, zu groß schien der Wille der Chemnitzer Mannschaft, den Grundstein für den Aufstieg schon in Döbeln legen zu können. Kurz nach Wiederanpfiff sorgte erneut Raphael Thiele für die vielumjubelte Chemnitzer Führung, die jedoch im Anschluss zu wanken drohte, nachdem Rico Haase vom Chemnitzer Verteidiger Martin Stöß nur durch Foul gestoppt werden konnte. Den anschließenden Penalty konnte Torhüter Nebe jedoch parieren. „Ich hatte mir Fotos von den letzten Spielen angeschaut, dabei war auch ein Penalty von Oliver Hofmann, ich habe einfach darauf spekuliert, dass er diesen Penalty ähnlich ausführen wird, wie auf den Fotos erkennbar“, verriet Torhüter Nebe sein kleines Erfolgsgeheimnis. Da auch die anschließenden zwei Strafminuten gegen Stöß durch großen Einsatz der Chemnitzer Hintermannschaft unbeschadet überstanden werden konnten, hatten die Chemnitzer nun alle Möglichkeiten, das Ergebnis über die Runden zu bringen. Tief und kompakt stehend, fingen die FLOOR FIGHTERS nun zahlreiche Schüsse ab und konnten ihrerseits Konter fahren. Und diese fuhren sie, als hätten sie die letzten Wochen nicht anderes trainiert. Joel Heine und der Langzeitverletzte Georg Thiele (Lungenriss) sorgten mit ihren Toren zum 4:8 für die Vorentscheidung fünf Minuten vor Spielende. Döbeln versuchte zwar im Gegenzug noch einmal, der drohenden Niederlage zu entkommen, wirkte nun im Angriff aber ideenlos und kam lediglich zum zwischenzeitlichen 5:8 Anschlusstreffer durch Toni Schnelle. Angetrieben von den mitgereisten Chemnitzer Anhängern gelang den Westsachsen in den letzten Spielminuten gar das 5:9 durch Raphael Thiele, der damit an fünf Chemnitzer Toren (3 Tore und 2 Vorlagen) beteiligt war. Und Thiele setzte noch einen drauf, eine Minute vor Ultimo schickte er seinen Teamkollegen Felix Irrgang mit einem langen Pass auf die Reise und dieser ließ es sich nicht nehmen, das Ergebnis zweistellig werden zu lassen. Noch während des Chemnitzer Torjubels ließen die Döbelner Anhänger ihrem Frust freien Lauf, ein Fan rannte gar auf das Spielfeld, stieß das Tor um und zeigte der Chemnitzer Mannschaft seine Abneigung. So endete ein bis dahin gutklassiges und faires Spiel mit einer unschönen Aktion, durch die sich die FLOOR FIGHTERS jedoch nicht die Feierlaune vermiesen ließen und nach dem Abpfiff gemeinsam mit ihren Fans den Auswärtssieg feierten. „Wir haben die Umstellungen gut verkraftet und sogar Kapital daraus geschlagen. Georg Thiele war an zwei Toren beteiligt, ebenso wie Joel Heine, der im Angriff seine Sache nicht besser hätte machen können und zwei tolle Tore beigesteuert hat. Jetzt müssen wir die positive Stimmung in der Mannschaft hochhalten, um in zwei Wochen mit dem selben Engagement der Aufstieg perfekt zu machen“, freute sich Stosch im Anschluss mit seiner Mannschaft über den ersten Meilenstein.
Am 1. Mai steht nun um 19.30 Uhr das Rückspiel in der Chemnitzer Hartmann Halle an. Das deutliche Ergebnis im Hinspiel lässt allerdings kein leichtes Spiel erwarten, weshalb die FLOOR FIGHTERS nochmals alle Kräfte mobilisieren werden, um vor großer Kulisse den zweiten Sieg einzufahren. „Wir wollen am 1. Mai den Zuschauerrekord für ein Floorball Event in Chemnitz brechen. Wir rechnen daher mit über 500 Zuschauern in der Richard Hartmann Halle. Bis dahin müssen wir noch einmal zwei Wochen hart im Training arbeiten, um unser großes Ziel zu erfüllen“, blickt Teammanager Georg Schmidt voraus.

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