Flutkatastrophe in Pakistan – Dresden hilft!

Der Hochwasserpegel in Dresden sinkt, doch die Flut in Pakistan fordert immer noch Opfer. Der Verein arche noVa startet daher eine Hilfsgüterverteilung im Katastrophengebiet. +++

„Unsere Leute sind im Katastrophengebiet angekommen“, Andrea Bindel (arche noVa e.V.), freut sich, dass die Hilfe in der Bergregion im pakistanischen Swat-Tal diese Woche anläuft. In der Hauptstadt Islamabad hat das arche noVa-Team ein erstes Kontingent Nahrungsmittel eingekauft, das in der kommenden Woche 120 Familien erreichen soll. „Wir stehen vor einer großen logistischen Herausforderung“, erläutert Andrea Bindel die Schwierigkeiten. Ob per Laster, per Hubschrauber, per Esel oder notfalls auf dem Rücken der Helfer: Ziel ist es, so schnell wie möglich mit der Verteilung zu beginnen. „Wir werden einen zentralen Verteilungspunkt in Madian einrichten, den wir dann auch für weitere Lieferungen nutzen wollen. Aufgrund der zerstörten Zugangswege bis in die Dörfer, werden die Familien jedoch mind. 45 km zu Fuß laufen müssen, um die Nahrungsmittel von Madian abzuholen.“, so Andrea Bindel.

Derzeit sind bereits zwölf freiwillige Helfer für arche noVa im Katastrophengebiet unterwegs, um in ausgewählten Dörfern der Regionen Kalam und Utror den genauen Bedarf zu ermitteln und die Lebensmittelverteilung strukturiert vorzubereiten. „Ein Lager ist in so einem Krisenfall natürlich immer in Gefahr, überfallen zu werden. Deshalb wollen wir die Nahrungsmittel zügig an die Familien verteilen, die auf unseren Listen stehen.“ Bereits bei früheren Katastrophen-Einsätzen von arche noVa habe sich diese Vorgehensweise bewährt.   

„Noch sind die Monatsrationen an Grundnahrungsmitteln allerdings nicht bei den Menschen angekommen“, räumt Andrea Bindel ein. Rund um die Uhr halte sie Kontakt mit dem drei Mann umfassenden arche noVa-Team vor Ort. Diese haben auf ihrem Weg in die Krisenregion mit enormen Schwierigkeiten zu kämpfen. So zerstörten weitere starke Regenfälle in den vergangenen Tagen erneut Behelfsbrücken, die die Menschen nach der ersten großen Flutwelle errichtet haben. „Mit Baumstämmen und Seilen helfen sich die Betroffenen so gut es geht immer wieder selber weiter“, berichtet Andrea Bindel. „Wie gut und schnell wir den Verteilungspunkt erreichen, hängt vor allem anderen vom Wetter ab.“

Unterdessen laufen weltweit die Spendenaufrufe für Pakistan auf Hochtouren. „Wir müssen schnell sein, wenn wir die zweite Welle von Toten verhindern wollen“, so John Holmes, Chef des UNO-Büros in Pakistan. Denn der Flut folgen nun Hunger, Durst und Krankheiten. Seit Beginn der Katastrophestarben mindestens 1600 Menschen in den Fluten, rund zwei Millionen sind obdachlos. „Ich will keine Rangliste der Katastrophen erstellen“, sagte er, „aber das Unglück ist gewaltig.“ Mit sechs Millionen Menschen, die dringend Hilfe brauchen, hätten die Vereinten Nationen nicht einmal nach dem Tsunami 2004 oder beim Erdbeben in Haiti zu kämpfen gehabt. Hinzukommen weitere acht Millionen, die indirekt oder längerfristig von den Überschwemmungen betroffen sind. Im oberen Swat-Tal in Nordost-Pakistan, das als erstes von der Flut überschwemmt wurde, sind die gesamte Ernte und ein Großteil des Tierbestandes vernichtet. Die Lehmhäuser, soweit sie noch stehen, sind unbewohnbar. Stromversorgung, Transport- und Kommunikationswege nach außen sind unterbrochen.„Was die Wasser- und Lehmmassen an Nahrungsmitteln nicht unter sich begraben haben, verdirbt momentan in der für die Region ungewöhnlichen Hitze.“, beschreibt Andrea Bindel die Eindrücke der Helfer vor Ort. „Je mehr Spendengelder eingehen, umso mehr Menschen können wir helfen.“
arche noVa bemüht sich derzeit um Fördermittel vom Auswärtigen Amt. Ziel ist die Notversorgung von bis zu 2000 Familien in Bergdörfern der Regionen Kalam und Utror im oberen Swat-Tal mit Lebensmitteln, Hygieneartikeln, Notunterkünften und ggf. auch medizinischer Nothilfe. Die Trinkwasserversorgung stellt derzeit kein Problem dar, da es im Gebiet zahlreiche Quellen gibt. „Wenn wir mitbekommen, dass die Wasserqualität vor Ort es erforderlich macht, werden wir selbstverständlich einen Teil der Mittel auch für Wasserreinigung verwenden.“ 

Für arche noVa ist dies bereits der vierte Nothilfeeinsatz in Pakistan innerhalb der letzten 4 Jahre (2007: Nothilfe nach Flut in der Region Beluchistan; 2008; Nothilfe nach Erdbeben in Beluchistan; Nothilfe nach Erdbeben in der Region Kaschmir).  

arche noVa bittet dringend um Spenden für den Nothilfeeinsatz in Pakistan: arche noVa – Initiative für Menschen in Not e.V.
Konto: 35 73 500  
BLZ: 850 20 500 (Bank für Sozialwirtschaft)
Stichwort:Flut Pakistan

Quelle: arche noVa
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