Folgt auf die Flutwelle jetzt die Hitzewelle?

Erst versinken weite Teile des Landes Anfang Juni in Regen und Kälte, nun deutet sich für kommende Woche eine kurze, aber recht heftige Hitzewelle an.

Sogar Rekordtemperaturen für die aktuelle Jahreszeit sind denkbar. Zwischen dem 18. und 21. Juni könnten die Temperaturen in Deutschland Spitzenwerte bis 38 oder gar 39 Grad erreichen. So zumindest wollen es die aktuellen Berechnungen einiger Wettermodelle.

„Beim Wetter geht es derzeit zu wie bei der Petersburger Schlittenfahrt- rauf und runter und das im Eiltempo. Aus Südwesteuropa strömt in der Höhe ungewöhnlich warme Luft zu uns. Die führt am Erdboden zu einer starken Erwärmung und beschert uns in der kommenden Woche höchstwahrscheinlich Rekordwerte“ so Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net.

Direkt aus Nordafrika (siehe Grafik) würde sich demnach ab Sonntag sehr warme Höhenluft zu uns auf dem Weg machen. Wenn die Luftmassen bei uns ankommen, wären diese in 1500 Meter immer noch 20 bis 23 Grad, teilweise bis 25 Grad warm. Umgerechnet auf den Erdboden würde das Spitzenwerte zwischen 35 und 38, vielleicht sogar 39 Grad bedeuten.

Damit würden deutschlandweit zahlreiche Rekorde für die 2. Junidekade fallen – wenn es denn so kommt. Immerhin sind es noch 6 Tage bis zum Ereignis.

Die Wetterlage erinnert an letzten August. Damals wurde es um den 20. August herum durch eine ähnliche Konstellation in Dresden 39,8 Grad heiß. Allerdings fand das ganze damals zur fortgeschrittenen Jahreszeit statt. Ende August war der Sonnenstand schon wieder deutlich niedriger als bei seinem Höchststand am 21. Juni. Diesmal ist es anders. Diesmal wird diese Wetterlage genau zum Zeitpunkt des längsten Tages und der kürzesten Nacht erwartet. Es bleibt spannend, wie sich das genau auf die Spitzenwerte der Temperaturen auswirkt.

Auch in den kommenden Tagen wird es schon richtig warm. Am Donnerstag können bereits im Südwesten und in der Lausitz bis zu 30 Grad erreicht werden. „Das wäre der erste Hitzetag des Jahres 2013. Dieser wird aber gegen Abend mit heftigen Gewittern beendet. Diese ziehen von West nach Ost über das Land“ erklärt Wetterexperte Jung.

Die Grafik zeigt die aktuelle Großwetterlage heute Mittag. Über Nordafrika liegt die zum Teil über 35 Grad heiße Luft. Diese setzt sich in den kommenden Tagen in Bewegung und wird vermutlich ab Dienstag zunächst den Süden Deutschlands voll treffen.

Schon am Sonntag dürfte es vielfach bis zu 30 Grad heiß werden, Montag werden dann schon bis zu 33 Grad erreicht und der Dienstag dürfte es nach den aktuellen Berechnungen auf Spitzenwerte von 35 bis 38 Grad schaffen. Auch am Donnerstag und Freitag bleibe es sehr heiß und zudem auch unerträglich schwül. Am heftigsten wird nach aktuellem Stand Süddeutschland betroffen sein. Im Osten und Norden wird es nicht ganz so heiß.

„Die gefühlten Werte gehen in der kommenden Woche relativ zügig der 40-Grad-Marke entgegen. Besonders die Menschen in den Hochwasserregionen werden durch dieses Wetter weiter arg gebeutelt. Bei dieser Hitze fällt die Schadensbeseitigung noch schwerer“ warnt Jung.

Auch die UV- und Ozonwerte werden in die Höhe gehen. Diese abrupte Umstellung der Großwetterlage stellt wieder so manchen Kreislauf auf den Kopf. Aber mit der Hitze kommen auch wieder die Gewitter und die können dann richtig heftige ausfallen. Da können besonders in der zweiten Wochenhälfte neben Starkregen und Hagel auch schwere Sturmböen dabei sein. Sogar die Bedingungen für die Bildung von Tornados sind gegeben!

Vor uns steht erneut eine ereignisreiche Wetterwoche…

Dieser Beitrag ist leider noch nicht verfügbar