Frauen und Schuhe – alles Klischee oder?

Männer und Frauen sind bekanntlich höchst unterschiedliche Wesen. Ein Wunder, dass das Zusammenleben der beiden unterschiedlichen Geschlechter zum großen Teil ganz gut funktioniert. Gerade beim Thema Mode kommen Paare meist überhaupt nicht zusammen.

Während für den Mann der Einkaufsbummel bestenfalls eine lästige Pflicht darstellt, können es Frauen für gewöhnlich kaum erwarten, am Samstag nach dem Frühstück loszuziehen und die Läden der nächstgelegenen Stadt zu plündern. Dementsprechend unterschiedlich sehen auch die Kleider- und Schuhschränke von Mann und Frau aus. Wird der Kleiderschrank gemeinsam genutzt, bleibt für den Mann häufig nur ein Viertel bis ein Drittel des Raumangebots, während die Frau den Rest für sich beansprucht. Oft genug ist das immer noch zu wenig. Den Frauen wird ganz besonders häufig eine spezielle Vorliebe für Schuhe nachgesagt. Doch lässt sich diese Ansicht auch auf statistische Fakten stützen?

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Wie verliebt in Schuhe sind Frauen wirklich?

Bereits eine erste Statistik lässt aufhorchen! Demnach besitzt jede Frau in Deutschland im Durchschnitt zwanzig Paar Schuhe - egal ob Ballerinas, High Heels oder Nike Air Max Schuhe. Männer dagegen kommen mit lediglich zehn Paar aus. Fast noch interessanter ist die Tatsache, dass Frauen pro Jahr dreimal so viel Schuhe kaufen wie Männer. Das Verhältnis von sechs zu zwei lässt auf den ersten Blick ein Missverhältnis zur ersten Statistik erkennen. Warum besitzen Frauen also nur doppelt so viele Schuhe wie Männer, wenn sie dreimal so viel kaufen? Der Grund liegt darin, dass Männer die Schuhe länger tragen und deutlich seltener ausmustern.

Emotionen als Kaufmotiv

Frauen geben darüber hinaus an, dass sie häufig ungeplant Schuhe kaufen. Bei Männern ist dies eher die Ausnahme. In der Regel werden hier Schuhe nur erworben, wenn die alten kaputt sind. Interessant ist auch, dass sechs von zehn Frauen beim Schuhkauf Freude empfinden, während dies nur auf ein Viertel der Männer zutrifft. Auch die nächsten Umfrageergebnisse lassen darauf schließen, dass es sich beim Schuhtick der Frauen nicht nur um ein gängiges Klischee handelt, sondern dass die Liebe zu den Schuhen auch auf messbaren Fakten fußt. Die Faszination Schuh geht sogar so weit, dass auch Schuhe erworben werden, bei denen schon beim Kauf klar ist, dass sie niemals getragen werden. Immerhin jede fünfte Frau findet sich in dieser Aussage wieder. Vermutlich ist dies der Punkt, mit dem die Männer mit ihrem angeborenen Pragmatismus am wenigsten konform gehen. Doch dadurch wird noch einmal verdeutlicht, dass für Frauen der Kauf von Schuhen weniger eine praktische, sondern viel mehr eine emotionale Angelegenheit ist. Dazu passt auch, dass der Schuhkauf als Art Trost oder Belohnung empfunden wird - ein neues Paar Schuhe als Seelenstreichler sozusagen.

Man nimmt nicht an den Füßen zu

Man(n) kann jedoch noch so pragmatisch und emotionslos in Bezug auf Schuhe sein - eine unumstößliche Tatsache dürfte auch in der Männerwelt Anklang finden. Das Gewicht und eine entsprechende Gewichtszunahme spielt beim Schuhkauf so gut wie überhaupt keine Rolle. Stellt sich beim Kauf von Klamotten schnell ein schlechtes Gewissen ein, wenn die bisherige Größe auf einmal zwickt und der Reißverschluss kaum mehr zugeht, ist der Besuch eines Schuhgeschäfts völlig frei von solchen Ängsten. Böse Zungen behaupten, dass dies der eigentliche Grund ist, warum Frauen so gerne Schuhe kaufen. Dies ist aber selbstverständlich nicht hinreichend belegt.