Frauenkirche verabschiedet sich von Pfarrer Holger Treutmann

Zehn Jahre lang war Holger Treutmann Pfarrer an der Dresdner Frauenkirche. Am Sonntag wird er in einem festlichen Gottesdienst verabschiedet. In seinem neuen Amt ist er als Rundfunkbeauftragter der sächsischen Landeskirche tätig.

„Mit Pfarrer Holger Treutmann verlässt uns ein berufener Theologe, der das geistliche Leben der Dresdner Frauenkirche in den vergangenen zehn Jahren nicht nur maßgeblich mitgestaltet, sondern geprägt und weiterentwickelt hat. Seine große Gabe, die christliche Botschaft theologisch fundiert und persönlich ansprechend zu vermitteln, baute unzähligen Menschen Brücken zu dieser Kirche und zum Glauben. Die Stiftung Frauenkirche Dresden ist Pfarrer Treutmann zu großem Dank verpflichtet und hofft, dass er ihr eng verbunden bleibt. Für sein neues Amt wünschen wir ihm viel Erfolg und Gottes Segen“, betont Stiftungsratsvorsitzender Joachim Hoof.

Der Gottesdienst am Sonntag, dem 28. Februar, 11 Uhr markiert Abschied und Willkommen zugleich. Mit ihm endet eine Dienstzeit, die im Januar 2006 mit der feierlichen Einführung begann. In den nachfolgenden zehn Jahren hat Holger Treutmann deutliche Spuren in der Friedens- und Versöhnungsarbeit gerade im Hinblick auf die Verbindung zur Kathedrale in Coventry hinterlassen und das geistliche Leben geprägt. Er wirkte bei mehr als 370 Gottesdiensten mit, predigte in über 140 Geistlichen Sonntagsmusiken, taufte 391 Kinder und Erwachsene und traute 153 Paare. Er prägte Formate wie die Morgenandachten auf der Aussichtsplattform oder Andachten für Trauernde. Vielen spontanen und besonders den regelmäßigen Besuchern werden seine lebensnahen Predigten und Andachtstexte besonders in Erinnerung bleiben.

Auch im Gottesdienst am Sonntag wird Pfarrer Treutmann predigen. Neben ihm und Frauenkirchenpfarrer Sebastian Feydt wirken mehrere Vertreter der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens mit. Superintendent Christian Behr nimmt die Verabschiedung aus dem Amt als Frauenkirchenpfarrer vor; Oberlandeskirchenrat Dietrich Bauer führt Pfarrer Treutmann in sein neues Amt als Sender- und Rundfunkbeauftragter ein. Musikalisch ausgestaltet wird der Gottesdienst durch Sängerinnen und Sänger der beiden Chöre der Frauenkirche. Neben Werken von Felix Mendelssohn Bartholdy erklingt auch eine für den Anlass eigens verfasste Komposition von Frauenkirchenkantor Matthias Grünert. Mit dieser möchte der Chor Pfarrer Treutmann den von ihm einst beschriebenen „Rückenwind“ für das neue Amt geben: „Bonum autem facientes“ („Lasst uns aber Gutes tun und nicht müde werden“, Galater 6,9).

Holger Treutmann wurde 1963 in Springe geboren. Er studierte Evangelische Theologie in Bethel, Göttingen und Berlin. Zwischen dem 1. und 2. Theologischen Examen in der Hannoverschen Landeskirche arbeitete er als Pharmareferent. 1995 wechselte er in die Sächsische Landeskirche und wurde Pfarrer in Ebenberg-Kemtau und Chemnitz Reichenhain. Von 1999 bis 2005 war er Pfarrer der Chemnitzer Gemeinde St. Pauli-Kreuz. 2006 wurde er an die Frauenkirche Dresden berufen und trat 2008 in die Geschäftsführung der Stiftung ein. Er wirkte viele Jahre an der Reihe „Das Wort zum Tag“ auf MDR 1 – Radio Sachsen mit und nahm Aufgaben in der Gemeindeberatung wahr. In seinem neuen Amt als Rundfunkbeauftragter der sächsischen Landeskirche wird Pfarrer Treutmann für die Verkündigungssendungen beim MDR zuständig sein. Als Senderbeauftragter wird er die Interessen der vier evangelischen Landeskirchen im Sendegebiet des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) vertreten.

Mit der Verabschiedung von Pfarrer Treutmann beginnt für die Frauenkirche eine Zeit der Vakanz der zweiten Pfarrstelle. Die Stelle wurde durch die Landeskirche neu ausgeschrieben.

Quelle: Stiftung Frauenkirche Dresden