Freiberg: Polizei musste Flüchtlingstransfer absichern

Mit rund 200 Einsatzkräften musste die Polizei am Sonntagabend die Zugankunft und den Transfer von über 700 Flüchtlingen am Freiberger Bahnhof absichern.

Bei Ankunft des Zuges, kurz nach 18 Uhr, hatten sich ca. 50 Asylbefürworter sowie rund 400 Gegner am Bahnhof eingefunden. Erstere meldeten bei der Versammlungsbehörde eine Spontanversammlung an.

Die Abfahrt der Busse versuchten Asylgegner mehrfach durch Blockaden in der Buchstraße sowie der Humboldtstraße zu verhindern. Polizisten lösten diese Blockaden auf. Dabei mussten die Einsatzkräfte unmittelbaren Zwang anwenden, in einem Fall Pfefferspray und Winkelschlagstock einsetzen. Da Angriffe auf die im Verlaufe der Abendstunden insgesamt 13 mit Flüchtlingen besetzten Busse nicht ausgeschlossen werden konnten, begleitete die Polizei die Busse aus Freiberg heraus. Dabei wurden die Konvois aus Bussen, Polizei- sowie DRK-Fahrzeugen beworfen. Ein Polizeifahrzeug wurde beschädigt. Nachdem gegen 20.15 Uhr die Mehrzahl der Busse abgefahren war, verließ ein Großteil der Asylgegner den Bahnhofsbereich. Zu dieser Zeit wurde auch die Spontandemonstration beendet. Gegen 22.30 hatten die letzten Versammelten den Bahnhofsbereich verlassen.

Die Polizei bilanziert für diesen Einsatz drei verletzte Polizeibeamte, acht Strafanzeigen (3x Verdacht der Beleidigung, 3x Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, 1x Verstoß Versammlungsgesetz – Tragen von Quarzhandschuhen, 1x Verstoß Ausweisgesetz). Zwei Mal musste ein Platzverweis durch Ingewahrsamnahme der Betroffenen durchgesetzt werden. Das Polizeirevier Freiberg wurde bei diesem Einsatz von 180 Beamten der Bereitschaftspolizei Sachsen unterstützt.