Freispruch für Wikileaks.de Besitzer

Die Staatsanwaltschaft wirft dem gebürtigen Dresdner durch das Verlinken seiner Domain auf die Wikileaks-Seiten die Verbreitung von Kinderpornografie vor – ohne Erfolg. +++

Erleichterung bei Theodor Reppe vor dem Amtsgericht Dresden. Nach dreistündiger Verhandlung wurde der 24-jährige Systemadministrator am Mittwochabend freigesprochen. Die Anklage der Staatsanwaltschaft hatte gelautet: Mithilfe bei der Verbreitung von Kinderpornografie. Hintergrund: Vor 5 Jahren hatte sich Reppe die Domain wikileaks.de gesichert, und diese direkt auf die eigentlichen Seiten von der Enthüllungsplattform Wikileaks umgeleitet.
 
Interview mit Theodor Reppe, im Video

Doch das wurde ihm zum Verhängnis, als auf Wikileaks Dokumente der australischen Regierung auftrauchten, auf denen verbotene Seiten, u.a. auch Kinderpornos verlinkt waren. Auf diese habe Reppe keinen Einfluss gehabt – angeklagt wurde er trotzdem. 

Ein bisher nie dagewesener Fall in der Rechtssprechung. Doch anders als bei einem klassischen Link auf der eigenen Website, bei der der Betreiber weiß, welche Inhalte sich dahinter verbergen, zog das Gericht im Fall Reppe eine Grenze. 

Interview mit Norman Lenz (Rechtsanwalt von Theodor Reppe), im Video.
 
Das sieht auch Medienanwalt Daniel Brückel so: Wie vom Amtsgericht entschieden ist auch er der Meinung: ein Domaininhaber könne nicht für sämtliche Inhalte auf der verlinkten Seite verantwortlich gemacht werden.

O-Ton mit Daniel Brückel, Medienanwalt, im Video

Inzwischen sind die illegalen Links nicht mehr abrufbar – der Fall für Wikileaks.de Besitzer Reppe damit eigentlich erledigt. Ob es dabei bleibt hängt von der Staatsanwaltschaft ab, innerhalb einer Woche kann die noch in Berufung gehen.

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