Freistaat Sachsen kann auf „Westbeamte“ verzichten

„Die Entscheidung der Bundesagentur für Arbeit weiterhin an dem Einsatz von Beamten der Telekom-Beschäftigungsgesellschaft Vivento festzuhalten, zeuge von beispielloser Ignoranz gegenüber den Gefühlen von Millionen Menschen in Ostdeutschland.“

Mit diesen Worten reagierte Sachsens Sozialministerin Helma Orosz auf eine Äußerung des Personalvorstandes der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg, nach der der Vivento-Einsatz in den neuen Bundesländern unverzichtbar sei. Diese zentralistische Personalsteuerung von Nürnberg aus rechtfertige eindrucksvoll die bisherige Kritik des Freistaates Sachsen, der immer wieder regionale Lösungen gefordert hat, betonte Ministerin Orosz. Es ist schlichtweg falsch zu behaupten, so Helma Orosz, dass der für die Umsetzung von Hartz IV notwendige Personalbedarf nicht anderweitig gedeckt werden könne. Dassächsische Sozialministerium habe im Gegenteil in den vergangenen Wochen der Bundesagentur für Arbeit verschiedene Alternativen aufgezeigt. So habe man in Abstimmung mit den Landeswohlfahrtsverbänden angeboten, Mitarbeiter sozialerBeratungsstellen für die Antragserfassung einzusetzen. Auch habe sich die sächsische Sozialministerin persönlich dafür eingesetzt, auf die zahlreichen Absolventen der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung Meißen zurückzugreifen, die bislang keine Anstellung gefunden haben. Alle Angebote sind nach Aussage von Helma Orosz mit teilweise fadenscheinigenArgumenten abgelehnt worden.