Freistaat Sachsen lässt Waldbesitzer nicht allein

Dresden - Das Jahr 2018 ist das schwierigste Jahr für Sachsens Wälder und die Forstwirtschaft seit der politischen Wende. Im Rahmen der Aktuellen Debatte des Sächsischen Landtages machte Staatsminister Thomas Schmidt deutlich, dass der Freistaat Sachsen die Waldbesitzer bei diesen enormen Herausforderungen nicht im Stich lassen wird. 

Grund für die dramatische Lage in den sächsischen Wäldern waren neben dem Zusammentreffen der größten Sturmschäden seit dem Jahr 1990 durch die Sturmtiefs „Herwart“ (Oktober 2017), „Friederike“ (Januar 2018) und „Fabienne“ (September 2018) zusätzlich die größte Dürre seit Beginn der Wetteraufzeichnungen sowie der höchste Käferholzanfall seit dem Jahr 1945. Der bereits jetzt nahezu gesättigte Holzmarkt hat reagiert: Der Holzpreis hat sich halbiert, die Holzaufarbeitungskosten haben sich dagegen um 50 Prozent erhöht. „Dennoch muss jeder befallene Baum schnellstmöglich aus dem Forst entfernt werden. Das ist bei vielen Millionen potenziell als Brutraum tauglichen Fichten bei bis zu drei Käfergenerationen in diesem Jahr ein Wettlauf, der kaum zu gewinnen ist. Doch es gibt keine Alternative“, sagte Staatsminister Schmidt. „Der Freistaat Sachsen wird die Waldbesitzer daher noch stärker dabei unterstützen.“ 

Das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft hat bereits viele Maßnahmen zur Unterstützung der kommunalen, kirchlichen und privaten Waldbesitzer ergriffen. So wurde eine Ausnahmeregelung für den Holztransport hinsichtlich einer höheren Tonnage erwirkt, erste Holzlagerplätze eingerichtet sowie Krisenstäbe auf Landkreisebene gebildet. Zudem wurde das Borkenkäfer-Monitoring sowie die Beratung und Betreuung der Waldbesitzer intensiviert. Als weitere Maßnahmen soll die Borkenkäferkalamität durch Waldschutzmaßnahmen eingedämmt und der Waldumbau hin zu stabilen und strukturreichen Mischwäldern weiter vorangetrieben werden. Die Fördermittel für Waldumbau wurden um über drei Millionen Euro aufgestockt. Um den Holzmarkt zu stabilisieren, wird der Frischholzeinschlag im Staatswald drastisch zurückgefahren. Der Freistaat Sachsen wird außerdem insgesamt bis zu acht Millionen Euro Fördermittel für Waldschutzmaßnahmen im Privat- und Körperschaftswald zur Verfügung stellen. So ist es beispielsweise beabsichtigt, ab dem Jahr 2019 die forstsanitäre Aufarbeitung oder Beseitigung von bruttauglichem Restholz, die Entrindung sowie die Holzabfuhr aus dem Wald, die Anlage von Holzlagerplätzen und die Borkenkäferbekämpfung zu fördern.

Der Staatsbetrieb Sachsenforst verzeichnet für das Jahr 2018 ein Defizit von 11,1 Millionen Euro, das durch Steuermittel, Entnahmen aus der Rücklage sowie Einsparungen durch den Staatsbetrieb Sachsenforst gegenfinanziert werden muss. „Sachsenforst hat bisher einen großen Teil seiner öffentlichen Aufgaben mit dem Holzverkauf aus dem Staatswald finanziert. Wenn diese Einnahmen nun drastisch zurückgehen, muss dies frühzeitig haushalterisch eingeplant werden“, sagte Staatsminister Schmidt. Im jüngst verabschiedeten Doppelhaushalt wurde daher ein Sondervermögen gebildet, aus dem sowohl der Mehrbedarf von Sachsenforst als auch Fördermaßnahmen im Privat- und Körperschaftswald finanziert werden. „Ich danke den Kollegen Abgeordneten des Sächsischen Landtages für die Mittel in Höhe von 39,4 Millionen Euro die im Doppelhaushalt 2019/2020 enthalten sind.“

Wald, © Unsplah