Friedensnobelpreisträger sprechen in der Dresdner Frauenkirche

Die Dresdner Frauenkirche initiiert Friedensnobelpreisträgerreden. Der erste Sprecher steht auch schon fest: der südafrikanische Erzbischof Tutu. Fortan ist jährlich eine Rede geplant.

Sie ist ein Ort der Versöhnung und hat sich der Friedensarbeit verschrieben: die Frauenkirche Dresden. Aus diesem Grund hat die Stiftung Frauenkirche Dresden eine besondere Vortragsreihe ins Leben gerufen, die fortan jährlich einen Friedensnobelpreisträger in das wieder errichtete Gotteshaus führt. Den Auftakt bildet der südafrikanische Erzbischof Desmond Tutu, dessen Wirken maßgeblich zur Beendigung der Apartheid und der Befriedung seines Heimatlandes beigetragen hat.

„Mit den Reden von Trägern des Friedensnobelpreises möchten wir den Stimmen herausgehobener Friedensstifter Gehör geben. Von ihnen können wir lernen, wie Frieden in der heutigen Zeit verwirklicht werden kann“, erläutert Frauenkirchenpfarrer Sebastian Feydt den Anspruch der Reihe, die maßgeblich auf seine Initiative zurückgeht. Feydt brachte die Idee jährlicher Ansprachen mit an die Frauenkirche und ist nun froh, dass die intensiven Bemühungen seitens der Stiftung, des Freistaates und der Landeskirche zu einem erfolgreichen Ziel gelangt sind. Am Sonntag, dem 20. September 2009, wird mit Erzbischof Desmond Tutu erstmals ein Friedensnobelpreisträger in der Frauenkirche das Wort erheben. Persönlichkeiten wie Martti Ahtisaari und Shirin Ebadi sollen in den kommenden Jahren folgen.

2009 wurde bewusst als Startzeitpunkt gewählt. „Das Jahr, in dem wir auf den Beginn des Zweiten Weltkrieges vor 70 Jahren und zugleich auf die friedliche Revolution vor 20 Jahren zurückblicken, ist der ideale Zeitpunkt für den Auftakt dieser Veranstaltungsreihe. Sie wird eine Bereicherung für die Frauenkirche, die Landeshauptstadt Dresden und den Freistaat Sachsen sein. Friedensnobelpreisträger werden mit ihren Reden von Sachsen aus die Botschaft von Frieden und Versöhnung in die Welt senden. Für den Freistaat Sachsen wird es eine große Ehre sein, den Friedensnobelpreisträgern ein Podium zu geben, und die Staatsregierung wird die Stiftung Frauenkirche bei der Gewinnung weiterer Redner intensiv unterstützen“, sagte Ministerpräsident Stanislaw Tillich. Die Landesregierung, die der Idee von Anfang an aufgeschlossen gegenüberstand, wird die Stiftung Frauenkirche bei der Gewinnung weiterer Redner tatkräftig unterstützen.

Dass mit Erzbischof Tutu ein anglikanischer Christ als erster Redner sprechen wird, erfreut den Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche besonders. „Mit Erzbischof Desmond Tutu werden wir einen Redner begrüßen, der Sinnbild der umstürzenden Kraft christlicher Nächstenliebe ist.“ Tutu hatte sich unerschrocken und unermüdlich für die Beendigung der Rassendiskriminierung in seinem Land eingesetzt und die internationale Aufmerksamkeit auf die Zustände in Südafrika gelenkt. Dabei blieb die oberste Prämisse des politischen Christen die strikte Ablehnung von Gewalt. Nach dem Sturz des Apartheidregimes trug die von ihm geleitete Wahrheits- und Versöhnungskommission maßgeblich zur Befriedung des Landes bei. Seine Handschrift der Aussöhnung half Südafrika, eine neue Zukunft zu eröffnen.

Erzbischof Tutu wird im Hauptraum der Frauenkirche sprechen. Die Rede, die in englischer Sprache gehalten werden wird, ist öffentlich; alle Interessierten sind herzlich willkommen. Unter den 250 geladenen Gästen, zu denen als Vertreter der Stifter der neben dem sächsischen Ministerpräsidenten und dem Landesbischof auch die Dresdner Oberbürgermeisterin Helma Orosz gehören, werden u.a. Bundeskanzleramtschef Thomas de Maizière, der Rektor der TU Dresden Hermann Kokenge und der Gründer und Präsident des Dresden Trust Alan Russel sein.

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