Friederike hinterlässt schwere Schäden in den Wäldern

Dresden - Das Sturmtief „Friederike“ hat mit seinen Orkanböen in Sachsen nach ersten überschlägigen Erfassungen etwa eine Million Festmeter Holz in den Wäldern zu Boden geworfen. Da derzeit noch an der Beräumung der Wege gearbeitet wird, handelt es sich dabei um eine erste grobe Schätzung, so der zuständige Staatsbetrieb Sachsenforst.

Allein im vom Staatsbetrieb Sachsenforst (SBS) bewirtschafteten Landeswald wird mit einer Schadholzmenge von rund 620.000 Festmetern gerechnet. Weitere etwa 360.000 Festmeter haben private und kommunale Waldbesitzer zu beklagen. Regionale Schwerpunkte liegen im Wald der Forstbezirke Taura, Leipzig, Chemnitz und Dresden. Zum Vergleich: der reguläre jährliche Holzeinschlag im Freistaat Sachsen liegt bei etwa 2,3 Millionen Festmeter, darunter 1,3 Millionen im Landeswald.
Wegen der größeren Schäden durch „Friederike“ im Tief- und Hügelland, insbesondere in den nördlichen und nordwestlichen Forstbezirken, ist gegenüber „Herwart“ durch „Friederike“ der Privat- und Körperschaftswald stärker betroffen.

© Renke Coordes, Sachsenforst

Schwerpunkte der Schäden liegen im Nadelholz, im Gegensatz zu „Herwart“, wo hauptsächlich Fichten betroffen waren, lagen sie vor allem in der Kiefer. Auch Laubholz ist teilweise betroffen. Die Sturmwürfe von „Herwart“ mit seinen etwa 700.000 Festmetern befinden sich derzeit noch in der Aufarbeitung.

Bei „Kyrill“ im Januar 2007 waren in Sachsen rund 1,8 Millionen Festmeter Schadholz angefallen. „Herwart“ und „Friederike“ erreichen kurz hintereinander zusammen annähernd diese Rekordmenge.

„Wir haben es hier mit einer Katastrophe für die sächsische Wald- und Forstwirtschaft zu tun, deren Bewältigung gemeinsame Anstrengung bedarf“, so Staatsminister Thomas Schmidt. „Der Holzeinschlag im Staatswald wird sich im Jahr 2018 auf die Aufarbeitung des Sturmholzes konzentrieren. Für die Beräumungsarbeiten werden auch in den nächsten Wochen und Monaten Waldwege zur Aufarbeitung und für den Abtransport des Schadholzes benötigt. Dadurch kann es zu Einschränkungen für die Waldbesucher kommen. Ich bitte die Bürger, diese notwendigen Wege- und Waldsperrungen unbedingt zu beachten. Es besteht Lebensgefahr! Durch den Sturm vorgeschädigte Bäume können auch Tage später ohne Wind noch umstürzen.“

Schwere Schäden durch „Friederike“ hat auch das Wildgehege Moritzburg erlitten. Alle Gehege waren bereits am Freitag wieder gesichert. Aufgrund hoher Schäden muss das Wildgehege aber vorübergehend weiter geschlossen bleiben.

„Wegen der warmen Witterung wird die Aufarbeitung des Schadholzes nun ein Wettlauf mit der im Frühjahr beginnenden Käfersaison. Dabei werden wir die Privat- und Körperschaftswaldbesitzer gemeinsam mit den forstlichen Unternehmen nicht allein lassen“, so Minister Schmidt. Aufgrund der großen Unfallgefahr bei der Aufarbeitung des oft unter Spannung stehenden Sturmholzes wird dringend empfohlen, das Holz von professionellen Betrieben unter Einsatz von Maschinen aufarbeiten zu lassen. Im Privatwald sollte nicht selbst Hand angelegt werden. Private und körperschaftliche Waldeigentümer haben die Möglichkeit, sich zur Beseitigung von Sturmschäden durch die Revierleiter des SBS beraten zu lassen. Bei Bedarf können sie auch direkt bei der Beseitigung der Schäden unterstützt werden.

„Ich appelliere an die Bevölkerung, vor einem möglichen Waldbesuch die Hinweise der örtlichen Behörden unbedingt zu beachten und auch in nicht gesperrten Wäldern vorsichtig und umsichtig zu sein“, sagte Minister Schmidt abschließend.

Quelle: Staatsbetrieb Sachsenforst