Frühjahresbelebung bringt Schwung in den Arbeitsmarkt

Chemnitz - Von März auf April ist die Arbeitslosigkeit in Sachsen durch die stärker wirkende Frühjahresbelebung weiter gesunken. Bei einer Arbeitslosenquote von 6,2 Prozent waren in Sachsen insgesamt 130.500 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Darüber informiert die Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit.

Arbeitslosigkeit

Die Zahl der arbeitslosen Frauen und Männer ist im April weiter rückläufig. Insgesamt waren in Sachsen 130.471 Menschen arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vormonat waren 6.249 Menschen (minus 4,6 Prozent) weniger und zum Vorjahresmonat 14.656 weniger arbeitslos gemeldet (minus 10,1 Prozent).
Auffällig ist auch im April, dass die Arbeitslosigkeit im Monatsverlauf im Bereich der Arbeitsagenturen kräftiger abgenommen hat als im Bereich der Jobcenter.

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Das liegt daran, dass die saisonale Arbeitslosigkeit über meist nur von kurzer Dauer ist und deshalb vor allem in den Agenturen für Arbeit zu größeren jahreszeitlichen Schwankungen der Arbeitslosigkeit führt. Im April konnten Frauen und Männer insbesondere mit Berufen im Hoch- und Tiefbau, Ausbau, in der Führung von Fahrzeug- und Transportgeräten sowie im Bereich Gartenbau- und Floristik in Lohn und Brot gehen.

Beschäftigung

Im Februar 2018 waren in Sachsen nach ersten Hochrechnungen knapp 1,6 Millionen Frauen und Männer sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Mit einem Zuwachs von 32.100 Menschen hält der Beschäftigungsanstieg gegenüber dem Vorjahr an und liegt bei aktuell 2,1 Prozent.
Den kräftigsten Beschäftigungsaufbau gab es im Verarbeitenden Gewerbe (plus 5.300) und im Sozialwesen (plus 4.400). In den Bereichen Information und Kommunikation (plus 2.900), Baugewerbe (plus 2.600), Verkehr und Lagerei (plus 2.500) sowie im Handel, Instandhaltung, Reparatur von Kraftfahrzeugen (plus 2.400) sind deutlich mehr Menschen beschäftigt als vor einem Jahr. Einen kräftigen Beschäftigungsaufbau gab es weiterhin im Bereich Erziehung und Unterricht (plus 2.200) sowie im Gesundheitswesen (2.200).Im langjährigen Vergleich liegt die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung mit 1,59 Mio. auf recht hohem Niveau. Seit ihrem Tiefstand im Jahr 2006 waren in keinem Februar mehr Menschen in Sachsen beschäftigt. So sind vom Februar 2006 bis Februar 2018 rund 290.000 zusätzliche Arbeitsplätze entstanden. Das entspricht einem langjährigen Beschäftigungswachstum von 22,3 Prozent.

Arbeitskräftenachfrage

Im April 2018 haben sächsische Betriebe insgesamt 9.308 freie Stellen gemeldet. Das waren 207 Stellen weniger als im März 2018 und 1.000 weniger als im April 2017. Damit sind in den sächsischen Arbeitsagenturen und Jobcentern insgesamt 39.440 freie Stellen gemeldet, 986 mehr als im März und 5.327 mehr als vor einem Jahr. Die meisten freien Stellen sind im Bereich der Zeitarbeit (11.751) zu besetzen. Einen hohen Bedarf haben daneben Betriebe aus dem Verarbeitenden Gewerbe (5.413), dem Gesundheits- und Sozialwesen (3.617), dem Bereich Handel / Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen (3.139), dem Baugewerbe (3.071), dem Gastgewerbe (1.929), den freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (1.916), im Bereich Verkehr und Lagerei (1.626) und der Öffentliche Dienst (1.132). Diese und viele andere freie Stellen sind in der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit veröffentlicht und können mit der kostenfreien Smartphone-App (jobboerse) zu jeder Zeit, an jedem Ort abgerufen werden. In der Jobbörse sind aktuell über 76.300 freie Stellen von sächsischen Unternehmen veröffentlicht.

Unterbeschäftigung

Im April 2018 haben rund 49.000 Menschen an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilgenommen oder standen der Vermittlung vorübergehend nicht zur Verfügung. Viele wurden mit Weiterbildungen (10.200) gefördert, haben an Arbeitsgelegenheiten in der Grundsicherung (4.700) und an Aktivierungsmaßnahmen (6.400) teilgenommen oder wurden durch andere Institutionen unterstützt (12.000). Wegen kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit waren 4.000 Frauen und Männer für die Arbeitsvermittlung nicht verfügbar und zählten daher nicht als arbeitslos.
Die Unterbeschäftigung – die Summe aus Arbeitslosen und Teilnehmern an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen – belief sich im April 2018 auf insgesamt 179.513 Personen. Das ist ein Rückgang im Vergleich zum April 2017 um 18.832 oder 9,5 Prozent. Aktuell liegt der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung bei 72,7 Prozent. Bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen lag die Unterbeschäftigungsquote im April bei 8,4 Prozent.