Führende Mitglieder einer Onlinebetrugsbande festgenommen

Beamte des LKA Sachsen und des LKA Berlin haben nach monatelangen Ermittlungen zwei Mitglieder einer international tätigen Bande festgenommen. Der Bande werden über 400 Betrugstaten mit einem Schaden von über 300.000 Euro zur Last gelegt. +++

In einem bei der Staatsanwaltschaft Dresden geführten Betrugsverfahren haben Beamte des LKA Sachsen und des LKA Berlin nach monatelangen Ermittlungen gestern zwei Mitglieder einer international tätigen Bande festgenommen sowie mehrere Wohnungen und einen Lagerraum in Berlin durchsucht.

Die Gruppierung aus zumeist lettischen Tätern soll für zahlreiche deutschlandweit begangene Betrugshandlungen nach Manipulationen des Online-Banking verantwortlich sein. Hierbei wird betroffenen Online-Banking-Kunden durch eine Schadsoftware vorgespiegelt, dass auf ihrem Konto eine fehlerhafte Gutschrift in Höhe von mehreren Tausend Euro erfolgt sei,  i.d.R. angeblich von einem Mobilfunkbetreiber. Der Kunde wird durch vermeintlich von seiner Bank stammende Bildschirmeinblendungen aufgefordert, den „irrtümlich“ auf sein Konto überwiesenen Betrag an den Absender zurück zu überweisen. Der überwiesene Betrag wird beim Kunden durch eine Manipulation tatsächlich als HABEN-Position angezeigt. So wird der Kunde dazu gebracht, in einen automatisch generierten Überweisungsträger seine TAN einzugeben. Das dort eingetragene Konto ist jedoch nicht das des Mobilfunkbetreibers, sondern ein eigens zum Abheben eingerichtetes Konto. Durch Bandenmitglieder wird das Geld dann – teilweise binnen weniger Minuten – in bar abgehoben.

Des Weiteren soll die Bande auch für hunderte betrügerischer Online-Warenbestellungen verantwortlich sein. Dazu haben Bandenmitglieder Briefkästen von augenscheinlich leerstehenden Wohnungen mit Namen von fiktiven Personen beschriftet. Auf diese Namen und Anschriften werden bei verschiedenen Online-Shops teure Markenartikel (insbesondere Computertechnik) bestellt. Zur Bezahlung werden widerrechtlich durch „Phishing“   erlangte Kreditkartendaten oder Paypal-Zahlungsdaten von Dritten angegeben. Bei Auslieferung der betrügerisch bestellten Ware werden die Zusteller abgefangen oder gefälschte Abholvollmachten vorgelegt. Anschließend wird die Ware unter einer Scheinidentität über „Ebay“ weiter veräußert.

Die beiden Festgenommenen (31 und 41 Jahre alt) sollen führende Mitglieder der arbeitsteilig agierenden Tätergruppierung sein. Der Gruppierung werden bislang über 400 Betrugstaten mit einem Gesamtschaden von über 300.000 Euro zur Last gelegt.

Gegen beide Beschuldigten hat das Amtsgericht Dresden Haftbefehle erlassen. Diese wurden in Vollzug gesetzt.

Bei den Durchsuchungen konnte umfangreiches Beweismaterial, insbesondere neue Computer und eine Vielzahl von Kreditkarten, sichergestellt werden. Darüber hinaus wurden verschiedene auf Scheinpersonalien laufende Konten beschlagnahmt.

Quelle: Landeskriminalamt Sachsen

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