Kathrin Kondaurow soll Staatsoperette und tjg. näher zusammenrücken

Dresden – Eine Findungskommission unter Leitung der Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch verständigte sich auf Kathrin Kondaurow als neue Intendantin der Staatsoperette Dresden. Diesem Personalvorschlag muss der Dresdner Stadtrat noch zustimmen. Die Position der Intendanz an der Staatsoperette Dresden wurde im Sommer 2017 zum Spielzeitwechsel 2019/2020 ausgeschrieben.

Die vom Dresdner Stadtrat eingesetzte Findungskommission sichtete 38 Bewerbungen und lud neun Bewerberinnen und Bewerber ein, ihre Konzeption für die Staatsoperette Dresden als Musiktheater für Operette, Musical und Oper vorzustellen.

Bereits gestern, Mittwoch, 25. Oktober, traf sich die designierte Intendantin mit dem Ensemble der Staatsoperette Dresden. Gemeinsam mit der Kulturbürgermeisterin beschrieb sie gegenüber den Ensemblemitgliedern ihre bisherige künstlerische Tätigkeit und gab erste Ausblicke auf ihre im Sommer 2019 beginnende Intendanz. Die Vorbereitungszeit beginnt bereits im August 2018. Dazu Kondaurow: „Ich freue mich sehr auf die vor mir liegende neue und spannende Aufgabe. Die überaus atmosphärische neue Spielstätte im Kraftwerk Mitte birgt enormes Potential, die Staatsoperette ästhetisch und inhaltlich für ein heterogenes Publikum zu öffnen, das Genre der Operette in der Gegenwart salonfähig zu machen und daraus regionale und überregionale Strahlkraft zu entwickeln. Ich würde mich freuen, wenn es gelänge, das Kraftwerk Mitte über Vernetzung mit allen anderen vor Ort agierenden Institutionen als neuen, künstlerisch anregenden, dynamischen Kulturort in Dresden zu etablieren, ein ‚Kulturkraftwerk‘ im wahrsten Sinne des Wortes entstehen zu lassen.“

Klepsch dankt der Findungskommission für ihre Arbeit: „Mit Kathrin Kondaurow wurde eine Wahl getroffen, die zum einen die Kontinuität der Staatsoperette Dresden wahren wird, zum anderen aber auch erwarten lässt, diese für die Zukunft so aufzustellen, dass sich die Staatsoperette einem noch breiteren Publikum als bisher öffnet. Mit ihrer Vorprägung als Pianistin verfügt sie über die künstlerische Expertise und ihr Studium der Rechtswissenschaft, der Musikwissenschaft und des Kulturmanagements gibt ihr das notwendige Werkzeug an die Hand, um dieses Haus erfolgreich zu führen.“

Kathrin Kondaurow wurde 1983 in Berlin geboren. Seit ihrer jüngsten Kindheit durchlief sie eine intensive musikalische Ausbildung, u.a. als Pianistin. Sie studierte Jura, Musikwissenschaft, Kulturmanagement und Französische Literaturwissenschaft in Berlin, Weimar und Jena mit Schwerpunkt auf Musiktheater und Theatermanagement. Bereits während ihres Studiums war sie in verschiedenen Bereichen des Theaters tätig: 2005 im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Staatsoper Berlin, 2006 als Regieassistentin am Theater Erfurt, seit 2007 regelmäßig in der Dramaturgie am Deutschen Nationaltheater Weimar. Im Bereich des Konzertmanagements kuratierte Sie für die Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar eine eigene Konzertreihe und arbeitete in der Künstleragentur weim|art. Seit der Spielzeit 2011/12 ist sie am Deutschen Nationaltheater Weimar engagiert, zunächst als Assistentin des Operndirektors und der Dramaturgie, seit der Spielzeit 12/13 als Musiktheaterdramaturgin. 2012 und 2013 hatte sie die künstlerische und organisatorische Leitung des Weimarer Opernballs inne. Die Produktion „Die Erleuchtete Fabrik“ nach Luigi Nono u.a., die sie gemeinsam mit der Regisseurin Julia Huebner konzipierte, erhielt den Götz-Friedrich-Preis 2012/13. Im Bereich des Kinder- und Jugendtheaters sowie für Sonder- und Zusatzformate hatte sie die Produktionsleitung inne. Als Produktionsdramaturgin arbeitete sie regelmäßig in den Genres Oper, Operette und Musical mit renommierten Regisseuren und Dirigenten wie Andrea Moses, Vera Nemirova, Anthony Pilavachi, Frank Hilbrich, Eva-Maria Höckmayr, Sabine Hartmannshenn, Michael Talke, Stefan Solyom und Stefan Lano zusammen.

© Rebekka Moench