Fußball-WM: Rasant steigender Wasserbedarf in der Halbzeitpause

Die Fußball-Weltmeisterschaft zieht Fangemeinschaften und selbst Sportmuffel vor den Fernseher und tausende Menschen auf die Straßen, in Arenen und Kinos zum Public Viewing.

Beim entscheidenden Vorrundenspiel der deutschen Nationalmannschaft, am gestrigen Mittwoch, bejubelten ab 20.30 Uhr über 29 Millionen Zuschauer an den Fernsehschirmen den 1:0 Sieg der deutschen Elf gegen Ghana. Den Beginn der Halbzeitpause registrierte die KWL – Kommunale Wasserwerke Leipzig GmbH genau – und zwar am sprunghaften Anstieg des Wassergebrauchs. Innerhalb von zwei Minuten stieg der Bedarf um knapp 8.000 Liter pro Minute an. „Ohne Pause geht es nicht. Diese Werte sind hauptsächlich auf die Toilettenspülung zurückzuführen“, meint Katja Gläß, Pressesprecherin der KWL. Beim ersten Vorrundenspiel am Sonntag, dem 13. Juni 2010, flossen innerhalb von zwei Minuten sogar 10.500 Liter pro Minute mehr durch die Leitungen.

Kurz vor der Halbzeit um 21.16 Uhr flossen etwa 46.700 Liter Trinkwasser durch die Leitungen der KWL, zwei Minuten später stellte die KWL 54.600 Liter pro Minute bereit. „An einem gewöhnlichen fußballfreien Abend benötigen die Menschen in unserem Versorgungsgebiet um diese Zeit nur etwa 43.200 Liter Trinkwasser“, erklärt Gläß. Genauso sprunghaft wie die „Bierkurve“ zu Beginn der Halbzeitpause anstieg, fiel sie zu Beginn der zweiten Halbzeit wieder ab. Den geringsten Trinkwasserbedarf gab es kurz vor Ende der zweiten Halbzeit mit 38.700 Litern pro Minute.

Die KWL ist für solch einen stark schwankenden Trinkwasserbedarf gerüstet. Das Trinkwasser liefern die vier Wasserwerke östlich von Leipzig. Die Behälteranlagen und der Wasserturm in der Wasserversorgungsanlage Probstheida fassen 85.000 Kubikmeter Trinkwasser, das entspricht 85 Millionen Litern. Im Labor nebenan wird die hohe Wasserqualität rund um die Uhr kontrolliert – mit rund 12.000 Trinkwasserproben jährlich. Das frische Nass wird letztlich über ein mehr als 3.200 Kilometer langes Trinkwassernetz direkt verteilt. Damit wird die dauerhafte und reibungslose Versorgung von etwa 618.000 Menschen im Versorgungsgebiet der KWL gesichert.