„Gänsehaut-Momente“: So erlebte Veit Arnold die Zeit des Mauerfalls

Leipzig - Der Leipziger Veit Arnold ist am 9. Oktober '89 mit Zehntausend anderen Leipzigern auf die Straße gegangen um friedlich gegen die politischen Verhältnisse und das SED-Regime zu demonstriert. Es war der Anfang vom Ende der DDR. Der heute 57-Jährige erinnert sich noch gut an die Zeit des Mauerfalls.

"Es war so eine 'Leck-mich-am-Arsch'-Stimmung. Wohl jedem war bewusst, dass auch hätten Schüsse fallen können", erinnert sich Veit Arnold. Erst ist am 9. Oktober '89 auf die Straße gegangen - zusammen mit Tausenden anderen Leipzigern hat er friedlich gegen die politischen Verhältnisse und das SED-Regiem demonstriert.

Es war der Anfang vom Ende der DDR, denn am 9. November fiel die Mauer zwischen Ost- und Westdeutschland.

Ausgangspunkt der Demos waren die Friedensgebete an der Nikolaikirche. Die ersten Teilnehmer versammelten sich nach dem Gebet vor der Kirche - das war Anfang September 89. Sie forderten Reisefreiheit und die Abschaffung des Ministeriums für Staatssicherheit. Danach versammelten sich jeden Montag mehr und mehr Menschen, so entstanden die Montagsdemos.

© Leipzig Fernsehen

"In einem Zeitungsartikel wurde davor gewarnt, auf die Straße zu gehen und zu demonstrieren. Es wurde sogar mit Waffengewalt gedroht. Immer wenn ich daran denke, bekomme ich auch heute noch Gänsehaut", so Arnold.

Auch in anderen Städten kam es anschließend zu Demonstrationen. All das führte schließlich zur dauerhaften Öffnung der innerdeutschen Grenze und zum Fall der Mauer vor 30 Jahren. Es war eine "friedliche Revolution", also ein Umsturz ohne Blutvergießen. Auch Veit Arnold hat dazu beigetragen.