Gammelwetter geht zu Ende

Orkantief Yoda brachte dem Norden am Sonntag noch mal mächtig viel Wind. Die stärksten Böen erreichen auf dem Brocken und auf Sylt knapp 130 Stundenkilometer.

Das entspricht Windstärke 12. Heute beruhigt sich die Wetterlage wieder ein wenig. Hoch Belice sorgt wieder für ruhiges Herbstwetter. Die Chancen auf Sonnenschein sind dabei nicht schlecht. Fast überall kann Belice Wolken und Nebel vertrieben.

Doch die Zeit des Stillstands ist in Deutschland zumindest beim Wetter bald endgültig vorbei. Pünktlich zum Monatswechsel nähern sind aus Nordwesten neue Tiefs. Diese bringen dann am zweiten Adventswochenende in den höheren Lagen der Mittelgebirge und vor allen Dingen in den Alpen Schneefälle und einen deutlichen Temperaturrückgang.

Stellenweise gibt es je nach Höhenlage 20 bis 50 Zentimeter Neuschnee bzw. „Erstschnee“, denn bisher liegt noch so gut wie gar kein Schnee. „Nicht nur die Wintersportler wird das freuen, auch die Skiorte und Skiliftbetreiber können aufatmen. Endlich kommt das weiße Gold und das fast siebenwöchige Gammelwetter (= „es passiert rein gar nichts und der Meteorologe langweilt sich“) geht zu Ende“ erklärt Wetterexperte Dominik Jung vom Wetterportal WETTER.NET.

Die Wetterentwicklung der kommenden Tage für Deutschland im Detail:

Dienstag: 4 bis 12 Grad, nach Nebel meist freundlich und trocken

Mittwoch: 7 bis 12 Grad, Mix aus Sonne und Wolken, einzelne Schauer

Donnerstag: 7 bis 13 Grad, im Tagesverlauf aus Nordwesten Regen, im Süden meist noch trocken

Freitag: 8 bis 14 Grad, wechselnd bewölkt mit Schauern, in den Alpen setzen länger anhaltende Schneefälle ein

Samstag: 0 bis 7 Grad, Wechsel aus Sonne und Wolken, kaum Regen oder Schnee

2. Advent: 1 bis 7 Grad, mehr Wolken und neuer Regen, in Lagen oberhalb 600 bis 800 Meter fällt Schnee

Montag: 0 bis 7 Grad, wechselhaft mit weiteren Regen- und Schneeregenfällen im Flachland, Schnee gib´s oberhalb 600 bis 700 Meter

Ein Blick auf die Niederschlagsmengen der kommenden sieben Tage zeigt, dass die Dürrephase in Deutschland zu Ende geht. Stellenweise werden bis zu 50 Liter pro Quadratmeter erwartet. In Lagen oberhalb 800 bis 1000 Meter wird das teilsweise als Schnee fallen. Damit bekommen endlich auch die Alpen die lang ersehnte erste Schneeauflage. „Für die Flusspegel bedeutet das ebenfalls eine leichte Entspannung der Situation. Sie werden wieder steigen“ so Diplom-Meteorologe Jung.

Zum Schluss noch der Zwischenstand der aktuellen Novemberbilanz:

– Die Temperaturbilanz fällt sehr unterschiedlich aus. Während der November im Westen 1,5 bis 2 Grad wärmer ist als im langjährigen Mittel, ist er in Teilen Bayern um 1 Grad kälter als im Referenzzeitraum von 1961 bis 1990. In Ostdeutschland hingegen liegt der November genau im klimatologischen Mittel.

– Der Monat war bisher viel zu trocken. In ganz Deutschland sind gerade mal 3 bis 4 Prozent der üblichen Regenmengen vom Himmel gekommen.

– Über zu wenig Sonne kann man sich im sonst so trüben November nicht beklagen. Das Sonnenscheinsoll ist jetzt schon zu 150 Prozent erfüllt. Allerdings gibt es hier regional große Unterschiede. Vor allem auf den Bergen war es häufig sehr sonnig, während manche Täler sehr oft im Dauernebel lagen.