Gangsystem aus dem Mittelalter ist Besuchermagnet

Penig. Die einmalige unterirdische Ganganlage diente im Mittelalter der Bierlagerung. In der Neuzeit wurde umfangreich in den Erhalt des Kleinodes investiert.

Penig (UW). Sie sind einmalig in der Region: die Kellerberggänge in Penig. Insgesamt 2000 Meter lang ist das Gangsystem. Über 300 Meter können am 24. und 25. August jeweils ab 14 Uhr wieder besichtigt werden.

In der Zeit des ausgehenden Mittelalters wurden in Penig die ersten Kellergänge angelegt, die ausschließlich zu Wirtschaftszwecken genutzt wurden. Dadurch konnten bedeutende Mengen Lebensmittel haltbar gelagert werden. Mit der Bierherstellung mussten die Lagermöglichkeiten erweitert werden. Darum begannen die Brüder Wolf und Peter Rodten im Jahre 1511 die ersten kellerartigen Gewölbe in den Berg am damaligen Schindergraben zu hauen. Um 1560 waren die Arbeiten am rund 2000 Meter langen Gangsystem abgeschlossen.

Jahrhunderte lang wurde in dieser „mittelalterlichen Kühltruhe“ mit Temperaturen von 8 bis 10 Grad Celsius Bier gelagert und so vor dem Verderb bewahrt. Ab 1856 wurde auf Weisung der Amtshauptmannschaft Rochlitz ein Teil der Gänge verfüllt. Das bereits 1927 zur 700-Jahr-Feier begehbar gemachte Gangsystem verfiel allmählich wieder und wurde im Vorfeld der 750-Jahr-Feier 1977 von engagierten Heimatfreunden unter hohem Aufwand passierbar gemacht und kann auch heute noch besichtigt werden.

1990 machte sich eine erneute Schließung erforderlich, sowohl der Zugangsbereich als auch die unterirdischen Hohlräume bedurften dringend einer Sanierung. Seit 1993 erfolgten umfangreiche Sanierungsarbeiten durch die Bergsicherung Schneeberg.

Zum 5. Tag der Sachsen im September 1995 in Penig konnten die Kellerberge wieder besichtigt werden. Im Juli 2004 erfolgte die Einweihung eines neuen Huthauses.