Gastroparese – Wenn der Magen sich zu langsam entleert

Übelkeit oder Völlegefühl tritt nach einem ausgiebigen Essen häufiger auf. Die Ursache dafür ist zum Teil ein Infekt oder ein verdorbener Magen. Wenn ein solcher Zustand jedoch nicht nur vereinzelt auftritt, sondern in regelmäßigen Abständen, ist es sehr hilfreich, hier seinen Hausarzt einzuschalten.

Restaurant, © www.pixabay.com/Free Photos

Bildquelle: Free Photos

Eine Ursache dafür kann zum Beispiel eine Magenentleerungs-Störung (auch als Gastroparesis oder auch als Magenlähmung bezeichnet) sein. Hierbei erfolgt dann eine langsamere Verdauung der Nahrung und dabei bleibt dann der Inhalt des Magens über mehrere Stunden in diesem Organ. Die betroffenen Personen leiden dann unter einer chronischen Übelkeit oder einem ständigen Völlegefühl. Laut dem Experten im Interview von Refluxgate sollte der Magen nach 1-2 Stunden nämlich schon um etwa 50% entleert sein. Bei Gastroparesis ist dies nicht der Fall.

In der Regel hängt es von der Zusammensetzung der Nahrung ab, wie lange sich der Speisebrei im Magen aufhält. Ein gesunder Magen benötigt für den Verdauungsvorgang bei einer leichten Kost, wie zum Beispiel gegartes Gemüse und Obst, ungefähr 1 bis 2 Stunden. Wenn die Person fetthaltiges und schwer verdauliches Essen zu sich genommen hat, dauert es ungefähr bis zu 5 Stunden, bis der Magen wieder leer ist. Wenn jetzt eine Magenentleerung-Störung oder Gastroparesis besteht, erfolgt eine Verschiebung der Nahrung nur sehr langsam oder gar nicht in Richtung Darm. Dadurch ist dann der Speisebreit länger als 5 Stunden im Magen. Hier wird auch von einer Magenentleerungs-Störung gesprochen, weil der Inhalt des Magens zu spät in den Dünndarm transportiert wird.

Aus diesen Gründen ist eine natürliche Magenbewegung wichtig

Einer der Aufgaben des Magens ist es, Mahlzeiten zu verdauen, diese dann vorübergehend abzuspeichern und dann danach kleinere Mengen in den Darm abzugeben. Wenn der Magen nicht vorhanden wäre, müssten die Menschen wesentlich öfters und dann nur sehr kleine Portionen zu

sich nehmen. Bei dem Essens-Vorgang (nachdem gekaut und geschluckt worden ist) wird das Essen dann von der Speiseröhre aus in den Magen transportiert und dann geht es von dort aus in den Darm. Damit ein solcher Transport stattfinden kann, ist eine Muskulatur im Magen-Darm-Trakt erforderlich. Die Arbeit dieser Muskeln erfolgt häufig dann, wenn sich der Mensch entspannt. Aufgrund von wellenartigen Bewegungen der Muskeln wird die Nahrung im Magen durchmischt und dann auch vorwärtsbewegt. Hier wird auch von einer Magenbewegung oder Magenmotilität gesprochen.

Die möglichen Ursachen für eine Magenentleerungs-Störung oder Gastroparese?

Hier werden zunächst 3 verschiedene Arten von Gastroparesis unterschieden. Dazu gehört die opathische Gastroparesis. Hierbei wurde bisher noch keine Ursache für eine solche Lähmung des Magens gefunden. Die zweite Möglichkeit ist die Diabetische Gastroparese. Hierbei handelt es sich um eine Diabeteserkrankung und dies ist die bekannteste Ursache dafür. Als dritte Möglichkeit tritt die Postoperative Gastroparese auf. Sie entsteht häufig nach einer Operation, wenn bei der OP der Nerv im Magen beschädigt oder durchtrennt worden ist. Hierbei handelt es sich um den Nerv, der die Muskulatur sowie die Funktionen des Magens steuert. Wenn die Gastroparese eine Begleiterscheinung einer Diabeteserkrankung ist, ist hier häufig ein Nervenschaden die Ursache. Dies kann dann vorkommen, wenn der Blutzucker über einen längeren Zeitraum nicht richtig eingestellt ist. Falls dann Nerven, die den Magen versorgen, in Mitleidenschaft gezogen sind, kann sich hier eine chronische Gastroparese oder Magenentleerung-Störung entwickeln. Deshalb ist die Blutzucker-Einstellung bei einem Diabetiker oder einer Diabetikerin eine sehr wichtige Maßnahme zur Vorbeugung, dass keine Gastroparese entsteht oder deren Behandlung.

Außer den oben erwähnten 3 Möglichkeiten gibt es noch eine ganze Reihe von Möglichkeiten, die ebenfalls eine Magenentleerungs-Störung oder Gastroparese auslösen können.

Dazu gehören zum Beispiel Muskelerkrankungen, chronischer Nikotin- oder Alkoholmissbrauch, eine Schilddrüsenunter oder -überfunktion oder auch die sogenannte Refluxkrankheit (hierbei erfolgt ein Rückfluss des Inhaltes des Magens in die Speiseröhre). Aber auch immer mehr wird ein Zusammenhang zwischen dieser Störung und Magen- und Stressproblemen festgestellt.

Die Behandlungs-Möglichkeiten bei einer Magenentleerungs-Störung oder Gastroparese

Die Umstellung der Ernährung ist die einfachste Methode bei einer solchen Erkrankung. Dabei sollten hier nur kleine und, wenn möglich, nur fettarme Mahlzeiten zu sich genommen werden. Ebenso sollte man viel trinken. Hier eignen sich besonders Flüssigkeiten ohne Kohlensäure, damit der Magen hier nicht noch zusätzlich belastet wird. In einer solchen Phase sind Nikotin und Alkohol tabu. Zusätzlich gibt es hierzu einige Hausmittel, die bei den Symptomen dann unterstützend einwirken können.

Dazu gehört zum Beispiel Apfelessig. Hier reicht das Einschütten eines Teelöffels in ein mit etwas lauwarmen Wasser gefüllten Glases. Diese Lösung sollte dann ungefähr 10 Minuten vor der nächsten Mahlzeit getrunken werden. Dadurch wird die Magensäureproduktion reguliert und dies führt zu einer Linderung von Blähungen und Sodbrennen. Auch Ingwer ist hier ein Hausmittel. Hier wird durch die Knolle die Verdauung aktiviert und Ingwer hilft auch gegen Übelkeit. Auch Pfefferminze unterstützt hier. Diese Heilpflanze trägt ebenfalls zur Entleerung des Magen bei und lindert Darmkrämpfe und Blähungen. Die Einnahme kann hier entweder durch Trinken oder durch das Einatmen Pfefferminze als ätherisches Öl erfolgen. In chronischen Fällen ist hier der Einsatz von Medikamenten erforderlich. Dabei kommen hier solche Wirkstoffe zur Anwendung, die die Bewegungen des Magens anregen und dadurch dann die Verdauung beschleunigen. Sollte der Grund für die Erkrankung eine Diabetes-Erkrankung sein, ist es erforderlich, dass zunächst der Blutzucker eingestellt wird. Danach kann dann der Magen durch die Einnahme von Arzneimitteln wieder in Gang gebracht werden. Hier ist jedoch die Einnahme mit einem Arzt abzusprechen.

Der Einsatz von einem Magenschrittmacher

Bei ganz besonders chronischen Fällen kann zusätzlich der Implantation eines Magenschrittmachers überlegt werden. Dabei besteht das Gerät aus einer batteriebetriebenen Einheit sowie einer Stimulations- und Empfangselektrode (Größe ungefähr eine Visitenkarte). Ein solcher Magenschrittmacher wird in der Regel ins das Untergewebe mit Hilfe einer Bauchspiegelung neben dem Bauchnabel eingesetzt. Durch die in dem Gerät befindlichen Elektroden werden an die Wand des Magens elektrische Impulse abgegeben, die dadurch die Magenbewegungen stimulieren.

Redakteur: K.-H. Leuthold