Gebäudewartung in der Frauenkirche

Dresden - Auch 2020 nutzt die Frauenkirche Dresden den Jahresbeginn für eine sechstägige Gebäudewartung. So bleibt das Gotteshaus in bestmöglichem Zustand.

Immer nach Epiphanias bekommt die Frauenkirche Zeit für eine kleine Schönheitskur. Dann stellen Handwerker und Reinigungsfachkräfte sicher, dass das Gotteshaus auch 2020 den Herausforderungen der intensiven und vielfältigen Nutzung durch knapp 2 Millionen Gästen jährlich gewachsen ist. Kirchraum und Unterkirche bleiben vom 13. bis einschließlich 18. Januar geschlossen. Der Kuppelaufstieg ist bereits ab dem 17. Januar wieder zugänglich. Thomas Gottschlich hat die Arbeiten geplant. Der Leitende Architekt der Stiftung Frauenkirche Dresden, der als Architekt der Baudirektion maßgeblich am Wiederaufbau beteiligt war und seither für den Bauwerkserhalt zuständig ist, kennt das Bauwerk mit all seinen Bedürfnissen und Wartungszyklen genau. „Im 13. Jahr in Folge nutzen wir die veranstaltungs- und besucherarme Zeit Anfang Januar, um wichtige Instandhaltungs- und Prüfarbeiten durchzuführen. Uns erwarten Aufgaben an der Elektronik, am Gestühl, den Türen und Wänden. Die Holzbodenpflege geht auf der ersten Empore weiter.“

Das bauliche Miteinander aus Alt und Neu in der Frauenkirche spiegelt sich bei den Akteuren: Die Stiftung Frauenkirche Dresden, die den Kirchbau verantwortet, setzt heute noch auf Handwerker aus der Wiederaufbauzeit. Dank ihres konkreten Wissens können so viele Arbeiten parallel und in kürzest möglicher Zeit ausgeführt werden. Um zugleich auf den sich anbahnenden Generationswechsel vorbereitet zu sein, achtet die Stiftung darauf, auch jüngere Handwerker einzubeziehen. „Auf diese Weise verbinden wir den Erfahrungsschatz der Älteren mit dem Innovationspotential der Jungen“, so Gottschlich. Der Baufachmann betont, dass der Bauwerkserhalt eine dauerhafte Aufgabe ist. Die Bedingungen definiere das Gebäude: „Das Bauwerk stellt die Anforderungen an die Ausführenden. Wir sind aufgerufen, adäquate Antworten darauf zu suchen, zu finden und zu realisieren.“

Eine Herausforderung ist und bleibt die Finanzierung des Kirchbauerhalts und also auch der Arbeiten während der Schließwoche. „Wir bauen nach wie vor auf die Unterstützung vieler Spenderinnen und Spender, die mit der Frauenkirche verbunden sind, um unser besonderes Gotteshaus für die kommenden Generationen zu bewahren. Wir sind außerordentlich dankbar, dass dieses Engagement seit dem Wiederaufbau ein tragfähiges Fundament bildet,“ erklärt Maria Noth, stellvertretende Geschäftsführerin der Stiftung Frauenkirche Dresden. Die Gesellschaft zur Förderung der Frauenkirche Dresden e. V. ist hierbei seit vielen Jahren einer der wichtigsten Partner der Stiftung und ermöglicht mit ihrer kontinuierlichen Unterstützung u. a. solch wichtige Kirchbauprojekte, betont Maria Noth.

Sie ermuntert Menschen aus nah und fern, bestehendes Engagement fortzuführen bzw. notwendige Maßnahmen wie die Schließtage erstmalig zu unterstützen. „Jeder einzelne Beitrag, ob groß oder klein, ist ein Baustein, der dazu beiträgt, die Frauenkirche zu erhalten und mitzugestalten. Das macht sie als Bürgerkirche so besonders: getragen von vielen für viele.“ Ab Sonntag, dem 19. Januar, ist die Frauenkirche wieder regulär zugänglich. 11 und 18 Uhr werden am 2. Sonntag nach Epiphanias Gottesdienste gefeiert, von 13 bis 16.30 Uhr können der Hauptraum und die Unterkirche besichtigt werden.