Gedenken an die NS-Opfer

Chemnitz - Am Mahnmal im Park der Opfer des Faschismus wurden an diesem Montag ein Kranz niedergelegt. Anlass war der bundesweite Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus.

Im Namen der Stadt und des Stadtrates legte die Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig einen Kranz nieder. Parteien und Bürger schlossen sich dem Gedenken an. An einem solchen Tag ist es nicht nur wichtig, der Opfer, die unsägliches Leid erfahren haben, zu gedenken. Sondern auch derer, die Zivilcourage bewiesen haben. Denjenigen, die nicht einfach nur mitgelaufen sind, sondern Mut bewiesen haben.

Tage wie dieser tragen ihren Teil dazu bei, diese Erinnerungen wach zu halten. Der damalige Bundespräsident Roman Herzog stieß 1997 eine Initiative an, den 27. Januar als Gedenktag zu nutzen. Seit dem gilt in der Bundesrepublik Deutschland dieser Tag als Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Genau dieses Datum wurde gewählt, da am 27. Januar 1945 sowjetische Truppen das Konzentrations- und Vernichtungslager in Auschwitz befreiten.

© Sachsen Fernsehen
© Sachsen Fernsehen

Die Nationalsozialisten begannen unmittelbar nach ihrer Machtergreifung 1933 mit der Verfolgung bestimmter Gruppen. Auf ihrer Liste zur Vernichtung standen politische Gegner, Juden, Sinti und Roma, Homosexuelle, Menschen mit Behinderung und andere Gruppen.
Auch zehn Stadtverordnete wurden zwischen 1933 und 1945 Opfer des Nationalsozialismus. Nach einem Beschluss des Stadtrates im März 2019 ist an diesem Montag eine Gedenktafel für diese Stadtverordneten enthüllt worden. Sie wurden in der Zeit des Nationalsozialismus ermordet, in Konzentrationslagern getötet oder starben an den Folgen der Lagerhaft.

Gerade in der heutigen Zeit, in der unsagbares wieder ausgesprochen wird und in der die Verbrechen des Nationalsozialismus verharmlost werden, sind Gedenken wie diese immer wichtiger. Wichtig, um daraus für die Gegenwart und Zukunft zu lernen.
Jeder Mensch, jeder Bürger von Chemnitz hat es selbst in der Hand Zivilcourage zu beweisen. Jeder kann seine Stimme gegen Ausgrenzung von Menschen und für ein weltoffenes Miteinander erheben.