Gedenken an Pogromnacht

Am neunten November vor 70 Jahren wurden in der Reichspogromnacht jüdische Einrichtungen in ganz Deutschland zerstört.

Angehörige von Sturmabteilung (SA) und Schutzstaffel (SS) zertrümmerten die Schaufenster jüdischer Geschäfte, demolierten die Wohnungen jüdischer Bürger und misshandelten ihre Bewohner.

Über ganz Deutschland schwebten am Sonntag Gebete – und auch in Leipzig wurde der Opfer in vielfältiger Weise gedacht.

Mahnwachen an über 48 Straßen der Stadt. Gleichzeitig – Punkt 18 Uhr. Hier in der Thomasiusstraße gedenken Menschen gemeinsam des schrecklichen Schicksals zweier jüdischer Familien. Eine Hausbewohnerin berichtet…

Interview: Frau Wartenberg, Wohnt in einem „Stück Geschichte“

19:20 Uhr. Der Gottesdienst in der Thomaskirche ist zu Ende. Andächtig ziehen deutsche und jüdische Leipziger zur Gedenkstätte in die Gottschedtstraße. 140 schlichte Bronzestühle stehen für ein vor 70 Jahren geschändetes und zerstörtes, jüdisches Gotteshaus. Einzelne legen Kerzen, Kränze und Blumen vor den Gedenktafeln nieder. Dann lauschen alle gebannt dem Vorbeter. Schalom also Frieden- ist die Botschaft.

Interview: Küv Kaufmann, Vorstandsvorsitzender israelitische Religionsgemeinschaft

Kerzen als Symbole der Erinnerung und auch der Trauer erhellen die Nacht. Auch Oberbürgermeister Burkhard Jung trägt ein besonderes Symbol:

Interview: Burkhard Jung, Oberbürgermeister
 
20 Uhr. Sebastian Krumbiegel singt sich zum Abschluss in die Herzen der Leipziger. Aus Überzeugung. Für ihn ist -wie für die meisten Menschen, Rassismus in der Vergangenheit und auch heutzutage unbegreiflich.

Interview: Sebastian Krumbiegel

Eine Nacht für die Opfer einer Zeit, deren Wunden tief und die Narben unvergänglich sind.

Interview: Küv Kaufmann, Vorstandsvorsitzender israelitische Religionsgemeinschaft