Gedenken auf dem Dresdner Postplatz

Zur Erinnerung an die Ereignisse und Opfer des Volksaufstands am 17. Juni 1953 findet am 17 Juni eine Gedenkveranstaltung auf dem Postplatz statt. Mehr unter dresden-fersehen.de +++

„Der 17. Juni 1953 ist ein deutsch-deutsches Datum zwischen Gedenken und Vergessen. In diesem Jahr richtet sich der Focus hauptsächlich auf 20 Jahre deutsche Einheit. Wir blicken auf die Wendegeschehnisse von `89 zurück und auf die Wiedervereinigung beider deutscher Staaten im Oktober 1990. Aber auf dem Weg dahin war der 17. Juni 1953 eines der wichtigsten Schlüsselereignisse.“, so Oberbürgermeisterin Helma Orosz.

Die Landeshauptstadt Dresden gedenkt der Ereignisse und Opfer vor 57 Jahren mit einer Veranstaltung am Gedenkort auf dem Postplatz am 17. Juni 2010, 14 Uhr. Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, teilzunehmen. Nach einem musikalischen Auftakt, spricht Oberbürgermeisterin Helma Orosz eine Gedenkrede der Landeshauptstadt. Es folgt ein musikalisches Finale.

Gedenkort
2008 wurde auf dem Postplatz ein neuer Gedenkort eingeweiht, der an den Volksaufstand 1953 erinnert. Die Stadt lobte dafür 2008 einen Kunstwettbewerb aus. Der Kulturausschuss entschied sich für die Idee der Künstlerin Heidemarie Dreßel. Ihre Arbeit besteht aus 5,70 Metern Panzerkette des damals von den sowjetischen Soldaten benutzten T34, die das Militärhistorische Museum bereitstellte. Auf dem Gehweg liegt sie in einem zehn Zentimeter tiefen Sandbett und bäumt sich am Ende in eine Höhe von 1,70 Meter auf. Der Gedenkort ist 12 Meter lang und 1,20 Meter breit. Eine neue Tafel erinnert: „Zur Erinnerung an den Volksaufstand in der DDR. Hier auf dem Postplatz demonstrierten am 17. Juni 1953 tausende Dresdnerinnen und Dresdner für Demokratie, freie Wahlen und gegen die Willkür der kommunistischen Diktatur. Nach der gewaltsamen Niederschlagung des Aufstandes wurden viele von ihnen inhaftiert und verurteilt.“ Die alte Gedenktafel vom Postplatz wurde abmontiert und wird im Lapidarium der Landeshauptstadt Dresden aufbewahrt.
Die Künstlerin Heidemarie Dreßel wurde 1943 in Dresden geboren. Sie studierte Architektur in Berlin und ist seit 1980 freischaffende Plastikerin in Dresden. 

Historie
Hunderttausende demonstrierten vor 55 Jahren in der DDR gegen die Diktatur der SED. Nachdem Arbeiter in Ost-Berlin mit ihrem Streik ein Signal setzten, kam es zum Volksaufstand in über 450 Orten der DDR. Auch Dresden war Schauplatz. Viele Beschäftigte, insbesondere die Arbeiter der großen Betriebe wie Sachsenwerk oder Brücken- und Stahlhochbau, legten die Arbeit nieder und schlossen sich den Forderungen für Demokratie, Freiheit, freie Wahlen und schließlich für die Einheit Deutschlands an. Allein am Postplatz waren rund 10 000 Menschen, die das Fernmeldeamt einnehmen wollten. Vergeblich. Der Aufstand wurde von Panzereinheiten der damaligen UdSSR und der Volkspolizei niedergeschlagen.

Am 17. Juni 2003 erhielt die Hennigsdorfer Straße in Dresden-Niedersedlitz den Namen „Straße des 17. Juni“. Die Straße liegt am ehemaligen „Sachsenwerk“, einem authentischen Ort des politischen Aufstands in Dresden. Beschäftigte des größten Dresdner Maschinenbaubetriebes forderten hier vor 50 Jahren den Rücktritt der Regierung. Am Haupteingang des Verwaltungsgebäudes des Sachsenwerkes wurde eine Gedenktafel mit der Aufschrift: „17. Juni – Zum Gedenken an den Volksaufstand, der in Dresden hier im Sachsenwerk seinen Anfang nahm“.

Quelle: Pressestelle Landeshauptstadt Dresden

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