Gedenken der Opfer des Nationalsozialismus im Sächsischen Landtag

440 Gäste +++ NPD-Fraktion abwesend +++  szenische Lesung aus dem Buch einer israelischen Schriftstellerin +++

 Am 27. Januar 1945 befreiten Soldaten der Roten Armee die Überlebenden des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau. Der 27. Januar wurde deshalb zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus.

Die Sächsische Staatsregierung und das Parlament gedachten der Opfer mit einer gemeinsamen Veranstaltung. Unter den 440 Gästen waren neben Abgeordneten, Mitgliedern der Staatsregierung und des Verfassungsgerichtshofes auch Überlebende des Holocausts. Die Plätze der NPD-Fraktion hingegen blieben leer, so konnten die Abgeordneten auch nicht die Rüge des Ministerpräsidenten hören. 

Auszug Rede von Stanislaw Tillch (CDU), Ministerpräsident Sachsen

Mit einer eindrucksvollen szenischen Lesung zeigte das Theater der Jungen Generation Dresden, wie schwer es sein kann, Kind eines Überlebenden zu sein. Die Inszenierung beruht auf dem Buch „Warum bist Du nicht vor dem Krieg gekommen?“ von der israelischen Schriftstellerin Lizzie Doron. Die Autorin, deren Mutter nie über die schrecklichen Erlebnisse des Holocausts sprach, begab sich erst nach deren Tot auf die Suche nach der Vergangenheit und stieß in einer Bibliothek in Tel Aviv auch auf Dresden.
 
Auszug Ansprache von Lizzie Doron, Schriftstellerin

Am frühen Nachmittag des 27. Januars 1945 wurden die Gefangenen von Auschwitz-Birkenau befreit. Die Ermittler fanden über eine Million Kleider, ca. 45.000 Paar Schuhe und sieben Tonnen Menschenhaar, die von den KZ-Wächtern zurückgelassen wurden.

++
Immer aktuell informiert – mit dem DRESDEN FERNSEHEN Newsletter!