Gedenkfeier zum 100. Todestag von Ferdinand Goetz

Am Dienstag wurde auf dem Lindenauer Friedhof dem Leipziger Arzt, Kommunalpolitiker und Turnvater Dr. Ferdinand Goetz (1826-1915) mit einer Kranzniederlegung gedacht.+++

Zur Gedenkfeier luden die Stadt Leipzig und der SV Lindenau 1848 e.V. ein, die auch die Grabpflege des Turnvaters übernehmen.

Goetz leitete von 1860 als Geschäftsführer und ab 1895 als Vorstandsvorsitzender die Deutsche Turnerschaft, die seinerzeit weltgrößte Turnorganisation. Er gilt neben Friedrich Ludwig Jahn als zentrale Figur der deutschen Turnerschaft. Während dieser Zeit entwickelte sich das Haus in der Lützner Straße zum Mittelpunkt der Turnbewegung.

Anlässlich seines 100. Geburtstages im Mai 1926 weihte ihm die Deutsche Turnerschaft ein vom Leipziger Bildhauer Prof. Carl Seffner geschaffenes Denkmal, im Garten der Lützner Straße 11. Aus Angst vor Diebstahl ließ die Stadt das Denkmal vor einigen Jahren entfernen und es ist heute im Stadtgeschichtlichen Museum zusehen.

Zum Anlass des 100. Todestages wurde durch das Kulturamt nun eine Originalgetreue Kopie der Büste angefertigt, welche im Beisein von Vertretern aus Politik, Sport und der Familie Goetz in einer feierlichen Zeremonie am Goetz Haus eingeweiht wurde.

Das Goetz Haus ist eines der wenig erhaltenen aus der Biedermeier Zeit und konnte 2001 vor dem drohenden Abriss bewahrt werden, was vor allem dem Engagement seiner Urenkelin Karin Goetz- Dreher zu verdanken ist.

Obwohl das DDR- Regime viel wert auf den Sport legte, geriet Goetz dennoch in Vergessenheit, da sein Eintreten für bürgerlich-demokratische Grundwerte den Machthabern nicht wünschenswert erschien. Erst nach der Wiedervereinigung kam er wieder zurück in das öffentliche Bewusstsein.