Gedenktag für Opfer des Nationalsozialismus in Dresden

So werden unter anderem ab 12 Uhr vor der Kreuzkirche die Namen der 1953 ermordeten oder verschollenen Dresdner Juden vorgelesen. Dies übernehmen Dresdner Schüler, Bürger und Politiker. +++

Am Dienstag, 27. Januar, 18 Uhr, gedenken Dresdnerinnen und Dresdner der Opfer des Nationalsozialismus. In der Gedenkstätte Münchner Platz findet dazu eine Gedenkveranstaltung mit dem Münchner-Platz-Komitee statt. Der Zweite Bürgermeister Detlef Sittel hält in Vertretung der Oberbürgermeisterin ein Grußwort.

Ebenfalls am Dienstag findet vor der Gedenktafel der Kreuzkirche am Dresdner Altmarkt wieder die traditionelle Namenslesung der in der Zeit des Nationalsozialismus ermordeten Dresdner Jüdinnen und Juden und Sinti und Roma statt. Beginn ist 12 Uhr mit Glockenläuten und einer Kranzniederlegung. Es lesen Dresdner Schülerinnen und Schüler, Bürgerinnen und Bürger, Bürgermeister Winfried Lehmann als Vertreter der Stadt sowie Politikerinnen und Politiker. Ein Vertreter der jüdischen Gemeinde spricht das Kaddisch.

Die 1953 Namen der ermordeten oder verschollenen Dresdner Jüdinnen und Juden sind dem im Jahr 2006 erschienenen „Buch der Erinnerung” entnommen. Von den über 7000 durch die Rassegesetze verfolgten Juden in Dresden und den umliegenden Orten sind im „Buch der Erinnerung” diejenigen genannt, von denen wir wissen, dass sie in einem Konzentrationslager ums Leben kamen, sich das Leben nahmen oder nach der Deportation als verschollen gelten. Das Buch liegt während der Lesung in der Kirche aus, dort kann man noch mehr über ihr Leben und Schicksal erfahren. Die Lesungen begannen in Dresden während der Forschungsarbeiten zum Buch, 1999.

Veranstalter sind die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Dresden e. V., der Evangelisch-Lutherische Kirchenbezirk Dresden-Mitte, die Kreuzkirchgemeinde und das Ökumenische Informationszentrum e. V., mit Unterstützung durch die Landeshauptstadt Dresden. Die Lesung wird gefördert im Rahmen des Landesprogramms „Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz.“

Quelle: Landeshaupstadt Dresden