Gefährliche Keime entdeckt – Baden in Sachsens Gewässern lebensbedrohlich

Dresden – Bei einer Untersuchung von Wasserproben rund um Niedersachsen wurde die TU Dresden von den Ergebnissen überrascht: Alle Proben weisen multiresistente Keime auf, die lebensgefährlich für den Menschen sein können. Die Untersuchung wurde durch den öffentlich-rechtlichen Rundfunk veranlasst. Auch im sächsischen Raum hat die TU Dresden Proben analysiert, das Ergebnis ist bedenklich.

Thomas Berendonk ist Professor für Gewässerökologie – und er ist besorgt. Besorgt über die Gewässer und Flüsse in Sachsen, sowie ganz Deutschland. Jüngste Untersuchungen offenbaren das Vorkommen von multiresistenten Keimen, welche für den Menschen lebensgefährlich werden können.

Die Erreger können aus Krankenhäusern über Kläranlagen sowohl im geklärten Abwasser als auch über die Ausbringung von Klärschlamm in die Umwelt gelangen. Multiresistente Erreger werden aktuell in sächsischen Gewässern und Flüssen nicht überwacht. Gleiches trifft auf das Grundwasser zu. Das Baden in Gewässern und Flüssen wie zum Beispiel der Elbe kann daher eine hohe Gefahr darstellen.

Das Kritische an den multiresistenten Keimen: Wie ihr Name sagt, können sie je nach Infektion resistent, also unempfindlich gegenüber Antibiotika und daher lebensgefährlich sein. Das Thema ist dabei nicht neu. Offiziellen Schätzungen nach sterben jedes Jahr in Deutschland mehrere Tausend Menschen an Krankenhausinfektionen, die überwiegend von multiresistenten Keimen stammen. Ärzte dementieren dies jedoch. „Maximal 10% aller Krankenhausinfektionen in der ganzen Bundesrepublik werden durch multiresistente Keime hervorgerufen“, so Dr. Lutz Jatzwauk, Leiter des Hygienebereiches am Dresdner Uniklinikum. „Keime, die man überhaupt nicht mehr behandelt kann, haben wir die letzten Jahre nicht gehabt“, so Jatzwauk weiter.

Laut dem Staatsministerium für Verbraucherschutz „….wird es im Rahmen der jährlichen Besprechung des Bund/Länder-Arbeitskreises Badegewässer am 7. März eine Abstimmung zur Notwendigkeit von Untersuchungen und zur gesundheitlichen Bewertung von multiresistenten Erregern in Badegewässern geben.“ Wie kritisch genau die Lage in unseren Gewässern aus wissenschaftlicher Sicht ist, werden erst weitere Untersuchungen der TU Dresden aufzeigen, welche demnächst durchführt werden.