Gegen Rassismus: Positives Fazit der Betonmesser-Installation

Bürger.Courage beendet das Kunstprojekt “18 Stiche“ und hofft auf nachhaltige Auseinandersetzung mit den Themen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. +++

Ab Freitag, den 13. August, wird die Initiative Bürger.Courage die Installation „18 Stiche“ des Künstlers Johannes Köhler abbauen. „Mit der zeitlich begrenzten Aktion wollten wir auf den teils offenen, teils latenten Rassismus und die Fremdenfeindlichkeit aufmerksam machen, der viele Menschen nicht nur in Dresden ausgesetzt sind“, stellt Josephine Koch von Bürger.Courage zum Abschluss des eineinhalbmonatigen Projekts fest.

Die große Mehrheit in Dresden lehne Rassismus und jede Menschenfeindlichkeit ab. „Aber oft wird gegen solche Anfeindungen im Alltag zu wenig unternommen. Und viele wissen gar nicht, welche Ablehnung Menschen in unserer Stadt aufgrund ihrer Herkunft entgegenschlägt“, so Koch weiter.

Im Zuge der „18 Stiche“-Aktion erhielt die Initiative weiten Zuspruch und Unterstützung: Koch betont, dass Firmen das Material für die Betonmesser sponsorten und beim Transport halfen, viele Personen hätten Geld gespendet und ermutigende Worte gefunden. Gleichzeitig erhielt Bürger.Courage aber auch ablehnende Zuschriften, sogar rassistische Beschimpfungen und Morddrohungen. Von manchen sei das Projekt auch missverständlich interpretiert worden. „Letztlich aber wurde ein Stadtgespräch angestoßen. Es muss nun eine tiefer gehende Debatte über Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung von Minderheiten geführt werden. Dieser sollten sich alle Verantwortlichen in dieser Stadt und alle Mitbürger Dresdens stellen“, so Koch.

Bis zum Abbau der Betonmesser verteilt Bürger.Courage weiterhin Aufkleber, mit denen gegen das Umwerfen der Messer-Skulpturen protestiert werden kann und die auch auf der Homepage der Initiatoren herunterzuladen sind. „Damit machen wir es den Menschen möglich, ihren eigenen Protest gegen Alltagsrassismus kund zu tun und das öffentliche Bild nicht den Zerstörern der Kunstaktion zu überlassen“.

Quelle: Bürger.Courage e.V.

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