Gelebter Geschichtsunterricht: Zeitzeugen des NS-Regimes besuchen sächsische Schüler

Sieben Zeitzeugen des NS-Regimes werden vom 30. August bis zum 10. September rund 1.200 sächsischen Schülern über ihre Erlebnisse und Erfahrungen während der Diktatur des Nationalsozialismus berichten. +++

Die Überlebenden sind im Alter von 72 bis 85 Jahren und haben in unterschiedlichen Haftstätten und Konzentrationslagern, wie dem Ghetto in Warschau, dem KZ Auschwitz, Sachsenhausen oder Stutthof Leid erfahren. Sie leben heute in Polen, Frankreich, Ungarn und Belgien. „Die Zeitzeugen begeben sich gemeinsam mit den Schülern auf Spurensuche und leisten wichtige Erinnerungsarbeit, die von unschätzbarem Wert ist. Es ist eine Reise in die Vergangenheit für eine friedliche Zukunft“, so Kultusminister Roland Wöller.

Was damals wirklich geschehen ist, wollen die Zeitzeugen den jungen Leuten vermitteln. Viele von ihnen haben nur durch einen Zufall überlebt und fühlen sich gegenüber den Millionen von Ermordeten verpflichtet, diesen Teil der deutschen Geschichte an die künftigen Generationen als Mahnung weiterzuerzählen. „Hinter Jahreszahlen und Begriffen wie Holocaust stehen menschliche Schicksale. Im Gespräch mit den Zeitzeugen werden historische Abläufe zum Leben erweckt und vorstellbar. Wer die Gräueltaten der Nazi-Diktatur nicht nur aus Lehrbüchern kennt, sondern sieht wie Terror, Verfolgung und Überwachung das Leben von Menschen zerstört, lernt Demokratie zu schätzen und zu verteidigen“, schilderte Wöller das Anliegen der Zeitzeugenprogramme an Schulen, die im Unterricht einen festen Platz einnehmen.

Das Projekt „Demokratieerziehung durch Zeitzeugenbefragungen“ existiert seit fünf Jahren in Kooperation des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus und Sport und dem Maximilian-Kolbe-Werk e. V. In Sachsen besuchen die Zeitzeugen sieben Mittelschulen und sieben Gymnasien in Bad Düben, Bischofswerda, Coswig, Dresden, Großenhain, Leipzig, Marienberg, Radeberg und Wilthen.

Quelle: Medienservice Sachsen

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