Geplantes Regenüberlaufbecken stößt bei Anwohnern auf Kritik

Die Chemnitzer Stadtverwaltung hat am Dienstagabend zum Bau des geplanten Regenüberlaufbeckens im Innenstadtbereich informiert.

Zu dem Bürgerforum kamen zahlreiche Chemnitzerinnen und Chemnitzer, darunter viele, die von dem Bau unmittelbar betroffen wären.

Der Betriebsleiter des Entsorgungsbetriebes der Stadt (ESC) Manfred Wüpper, legte zunächst dar, warum das Regenüberlaufbecken unbedingt errichtet werden müsse.

So sei die Stadt Chemnitz gesetzlich verpflichtet, neben den Abwässern aus Haushalten auch anfallendes Regenwasser vor der Einleitung in den Chemnitzfluss von umweltbelastenden Stoffen zu klären.

Also sei der Bau eines Regenüberlaufbeckens zur Aufnahme und Aufbereitung des Schmutzwassers dringend notwendig.

Zum möglichen Standort habe die Stadt insgesamt 15 Varianten geprüft – aus technischen und wirtschaftlichen Gründen habe man zwei Alternativen ausgewählt, die aus ihrer Sicht in Frage kommen könnten.

Zum einen wird der Standort am Parkplatz an der Mühlenstraße gegenüber dem Stadtbad in Erwägung gezogen. Es wäre die kostengünstigste Variante.

Aus technischen Gründen würden aber 60 Zentimeter lange Schächte aus dem Boden ragen – eine Bebauung z.B. mit Wohnhäusern wäre in Zukunft, wie im Brühl-Konzept vorgesehen, nicht mehr möglich.

Ausschnitt Rede: Bernd Wüpper, Betriebsleiter ESC

Als zweite Variante steht der Bau eines unterirdischen Beckens am Ende der Brückenstraße nahe des Chemnitzflusses im Raum.

Ein Vorteil wäre hier trotz höherer Kosten laut ESC unter anderem eine gute technische Realisierbarkeit.

Ausschnitt Rede: Bernd Wüpper, Betriebsleiter ESC

Von Seiten der Stadt wurde betont, dass eine Entscheidung zugunsten eines Standortes noch nicht gefallen sei.

Dennoch gewannen viele Anwesende die Überzeugung, die Stadtverwaltung würde nach den bisherigen Darlegungen den Bau des Regenüberlaufenbeckens an der Brückenstraße bevorzugen.

Die Anwohner dieses Bereichs fürchten ebenso wie die Anwohner der Mühlenstraße um eine lärmintensive Dauerbaustelle.

Zudem bangen die Betroffenen um ihre Anwohnerparkplätze.

Anfang kommenden Jahres soll der Chemnitzer Stadtrat über den Standort des Regenüberlaufbeckens, das geschätzt zwischen 12 bis 14 Millionen Euro kosten soll, entscheiden.

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