Geringe Resonanz bei Fest zur Rückbenennung

Eines vornweg, das Chemnitzer Kulturfestival „Begegnungen“ hatte am Samstag harte Konkurrenz. Denn am Abend saßen viele Chemnitzer vor dem Fernseher und drückten beim Grand Prix Lena die Daumen.

An der Bühne der „Begegnungen“ an der Brückenstraße fanden sich hingegen nur knapp 500 Zuschauer ein. Doch schon am Nachmittag wurde eines deutlich. Namen können sich ändern, doch die Mentalität der Menschen bleibt die Selbe, wie Gunnar Baumann feststellte.

Sein Verschwinden aus dem Stadtnamen wurde am Samstag gefeiert… es wurde daran erinnert… man freute sich darüber, wie soll man es am diplomatischsten ausdrücken. Angesichts der knapp 100 Zuschauer zu Beginn der Veranstaltung am Seeberplatz würde Letztes wahrscheinlich am Besten passen. Gerechnet hatten die Organisatoren sicher mit mehr Teilnehmern. Es blieb aber bei einem eher familiären Rahmen. Die Chemnitzer sind halt bescheiden, das wäre ebenfalls eine diplomatische Antwort.

Interview Gerd Ulbricht – Chemnitzer Kabarettist

Vielleicht sah sich mancher vor 20 Jahren auch auf dem Weg zu neuen Ufern. Aufgemacht haben sich viele dorthin, doch angekommen sind nicht Alle. Ob da der Slogan von Chemnitz als Stadt der Moderne etwas retten kann, bezweifelt mancher. Obgleich es in Chemnitz viele Dinge gibt, mit denen sich der Chemnitzer identifizieren kann.

Interview Gerd Ulbricht – Chemnitzer Kabarettist

Apropos Köpfe, er gehört mit zum Stadtbild, als eines der letzten Relikte des Namens Karl-Marx Stadt. Zu seinen Füßen gab es am Samstag nicht nur Erinnerungsfotos, es gab auch die eigentliche Veranstaltung im Rahmen der Begegnungen. Das Karl-Marx-Monument gehört zu Chemnitz, doch so richtig damit werben will die Stadt offiziell nicht. Doch warum eigentlich? Der Bronzekopf ist immer weit über die Stadtgrenzen hinaus noch bekannt.

Interview Michael-Paul Milow – Mitorganisator Begegnungen

Das Kulturfestival Begegnungen, in diesem Jahr der Rückbenennung gewidmet, gilt ebenfalls als solches in Chemnitz. Doch auch hier gibt es offensichtlich Wahrnehmungsschwierigkeiten. Denn die Zahl der Zuschauer auf dem Seeberplatz blieb unter den Erwartungen, nicht nur der Organisatoren.

Umfrage

Genau dort ging es nach dem so wörtlich „Gedenkperformancefeierlichkeitsakt“ auch hin. „Prozession“ wurde der Umzug im Rahmen der „Begegnungen“ getitelt. So manch einer am Straßenrand wird sich gefragt haben, was der Umzug soll. Und erfährt es, wie so oft, danach aus den Medien.

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