Geschichte zum Anfassen – Historische Feuerwehren in Leipzig

Der 28. Deutsche Feuerwehrtag ist Geschichte. Eine Woche lang haben mehr als 140.000 Floriansjünger Leipzig bevölkert, um gemeinsam zu fachsimpeln, sich fortzubilden und auch zu feiern.

Höhepunkte gab es sicherlich viele, doch der krönende Abschluss ist der historische Feuerwehrfahrzeugkorso durch die Innenstadt am Sonntag. Am Samstag standen die Oldtimer noch auf der Festwiese. Und genau dort haben wir sie uns angesehen. Rot. Das ist die dominierende Farbe. Kein Wunder, schließlich stehen hier mehr als 120 Jahre Feuerwehrgeschichte. Aus allen Teilen Deutschlands sind die Besitzer dieser Oldtimer gekommen, mit ihren blitzblank geputzten und tipptop restaurierten Feuerwehrraritäten im Gepäck. Wie dieses Löschfahrzeug zum Bespiel, Baujahr 1965. Aus dem rund 500 Kilometer entfernten Leer in Ostfriesland ist Hero Köppert mit dem Oldie angereist. Einer von vielen übrigens. Denn die Sammelwut hat ihn gepackt, seit er sein erstes Feuerwehrauto erstanden hat.

Interview: Hero Köppert – …sammelt historische Feuerwehrtechnik

Inzwischen braucht Hero Köppert zwei Scheunen für seine Sammlung, die stetig weiter wächst. Vom Westen Deutschlands in den Osten. Säuberlich aufgereiht stehen sie da, die Roburs und die Barkasse, die in der DDR im Einsatz waren. Und bei so mancher Feuerwehr auch dann noch, als es den Staat schon längst nicht mehr gab. Bis Mitte der 90er war dieser Tatra, Baujahr 71, Teil der Werkfeuerwehr Buna. Heute steht das gute Stück im Museum als einziges seiner Art.

Interview: Horst Schulze – Landesfeuerwehrmuseum Sachsen-Anhalt

Von Pulver konnte die Herren, die hier am Hebel standen, nur träumen. Gelöscht wurde bei den Handdruckspitzen mit Wasser und mit Muskelkraft. Das älteste Exemplar stammt aus dem Jahr 1882. Und wenn damals die Feuerwehr ausrückte, klang das so.

Interview: Heinz Ritscher – „Kommandant“ Handdruckspritze

2621 Mark und 10 Pfennig hat die Handdruckspritze ihrer Zeit gekostet. 1997 wurde sie restauriert und zieht seitdem nicht nur in Leipzig bewundernde Blicke auf sich. Die waren an diesem Tag allen der Oldtimer sicher. Dazwischen wurde ein wenig gefachsimpelt und viel fotografiert. Die Arbeit, die Sammler, Museen und Vereine in diesen historischen Schatz gesteckt haben, ist unglaublich. Und auch wenn die Oldies längst von ihren modernen Kollegen abgelöst wurden, sind sie doch ein Teil der Feuerwehrhistorie, den es gilt zu bewahren. Damit auch noch unsere Urenkel den Geschichten aus vergangenen Zeiten lauschen können.