Geschmacklose Werbeaktionen im Briefkasten

Banken verärgern mit fragwürdiger Kundengewinnung.

Die Finanzkrise hat den Kreditinstituten kürzlich gezeigt, welche Geschäftsmodelle einer tieferen Kenntnis bedurft hätten. Mit Unterstützung des Steuerzahlers sehen ihre Bilanzen nun wieder besser aus. So nimmt man das bewährte alte Bankgeschäft, nämlich Kredite für ganz alltägliche Dinge an Privatkunden auszureichen, jetzt wieder verstärkt auf. Es müssen Umsätze her, aber die dazu eingesetzten Methoden geben häufig Anlass zu Kritik und Beschwerde.

So auch im Fall eines Dresdner Verbrauchers, welcher jüngst Werbepost der Credit Plus Bank AG erhielt. Diese war bereits auf dem Briefumschlag für Dritte unübersehbar mit dem Vermerk „Zahlungserinnerung“ etikettiert. Dabei war sich der Verbraucher jedoch keinerlei Geschäftsbeziehung mit diesem Institut und deshalb auch keiner ausstehenden Zahlung bewusst. Was anscheinend als Werbegag mit hohem Wahrnehmungsziel seitens der Bank beabsichtigt war, entpuppte sich als Rohrkrepierer. Denn der Verbraucher fühlte sich durch diese Art geschmackloser Werbung in ein schlechtes Licht gesetzt. „Es kann der Eindruck für andere erweckt wer-den, dass der Verbraucher fällige Zahlungen nicht pünktlich leistet, wodurch sein guter Ruf ohne ersichtlichen Grund aufs Spiel gesetzt wird“, kritisiert Jens Dietrich, Bankenexperte bei der Verbraucherzentrale Sachsen, das Werbeschreiben der Credit Plus Bank AG.

„Aggressive, über das Ziel des Wohlgemeinten weit hinausgehende Methoden der Kundenfindung sind in der Bankenbranche deutlich auf dem Vormarsch“, ergänzt Dietrich und verweist auf zu beobachtende Tendenzen vor allem seit dem vergangenen Herbst. „Vornehme Zurückhaltung und seriöses Gebaren werden vorherrschendem Umsatzdruck und Geschäftsinteressen geopfert“, so Dietrich weiter. Verbraucher können sich gegen missverständliche und verwirrende Botschaften oder gar völlig abwegige Inhalte aber zur Wehr setzen.

Der verantwortlichen Bank sollte schriftlich angezeigt werden, dass man solche Werbung in Zukunft nicht wünscht. Konsequent kann man sol-chen Instituten auch aus dem Weg gehen und Bankgeschäfte woanders tätigen. Die Verbraucherzentrale ist darüber hinaus gern Ansprechpartner, um bestehende Probleme aus Verbrauchersicht zu lösen. Wie im Fall des geschilderten Dresdner Verbrauchers weiter zu verfahren ist, wird eine rechtliche Prüfung durch den Verbraucherzentrale Bundesverband, Berlin, ergeben, die inzwischen eingeleitet wurde.

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.verbraucherzentrale-sachsen.de

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