Gesellschaft Historischer Neumarkt fordert erneut neue Gestaltungskommission

Die Gesellschaft bemängelt, dass die Gestaltungskommission, deren Amtszeit seit drei Jahren abgelaufen ist, ein Gebäude am Jüdenhof genehmigt hat, dessen Architektur für den Standort nicht angemessen sei. +++

Ursprünglich sollte die Gestaltungskommission Neumarkt über die Einhaltung des städtebaulich-gestalterischen Konzeptes wachen. Dies tut sie bekanntermaßen, für die Öffentlichkeit zumindest so wahrnehmbar, mehr schlecht als recht. Es kommt immer wieder zu Fehlentscheidungen, zuletzt zum KIB-Projekt an der Frauenstraße/Galeriestraße, gegen das sich sogar 21 prominente Dresdner gestemmt haben.

Die Gesellschaft Historischer Neumarkt hat deshalb schon seit langem die Abschaffung der Kommission oder eine Neubesetzung nach anderen Kriterien gefordert. Wie jetzt aus einer Simulation, welche die Gesellschaft Historischer Neumarkt (GHND) in Auftrag gab, ersichtlich ist, beeinträchtigt der im Quartier VII-2 an der Ecke Galeriestraße/Rosmaringasse befindliche Bau das Gesamterscheinungsbild des Jüdenhofs ganz wesentlich negativ. Trotzdem wurde dieser Bau, der in eklatanter Weise auch noch dem städtebaulich- gestalterischen Konzept sowohl durch seine Dachform als auch seine Fassade widerspricht, von der Kommission befürwortet, und dies obwohl weit besser geeigneter Entwürfe wie die der Architektengemeinschaft Schubert&Horst vorlagen.
 
Die Kommission und das Stadtplanungsamt gehen jedoch davon aus, dass es an dieser Stelle einer gewissen „Übergangsarchitektur“ zum Kulturpalast bedarf. Die GHND und weitere Fachleute vertreten dazu eine andere Meinung und sind der Auffassung, dass gerade an dieser Stelle der von der Architektenschaft immer wieder geforderte Kontrast zum Kulturpalast durch ein sich an die Neumarktbebauung anlehnendes Eckhaus das richtige Mittel der Wahl wäre, um den Solitär Kulturpalast nicht zu entwerten.

Der Standort Galeriestraße/Rosmaringasse ist ein wichtiges Eingangstor zu Neumarkt und Jüdenhof. Er sollte dieser Bedeutung durch eine Bebauung entsprechend dem Gestaltungskonzept des Neumarkts gerecht werden. Es ist deshalb nicht einzusehen, dass eine Kommission, deren Amtszeit schon seit fast drei Jahren abgelaufen ist, deren Legitimation damit entfallen ist, immer noch Entscheidungen solcher Tragweite fällen darf.

Vor der Stadtratswahl hatten die Vertreter der jetzt koalierenden Fraktionen, Die Linke, SPD, Die Grünen, angekündigt, eine neue Kommission bilden zu wollen. Die GHND stellt dazu fest, dass dies nur Sinn macht, wenn von der neuen Kommission mehr Transparenz gegenüber der Öffentlichkeit abverlangt wird. Das bedeutet: Die Kommission muss größtenteils öffentlich tagen, damit die Entscheidungen nachvollziehbar werden, und sich bei divergierenden Meinungen zwischen Kommission und Öffentlichkeit auch der öffentlichen Diskussion stellen.

Zwischenzeitlich hat der Investor des Quartiers VII-2, Michael Kimmerle, welcher selbst unzufrieden mit dem Ergebnis ist, nochmals eigene Entwürfe vorgestellt. Die GHND fordert den Stadtrat bzw. den dafür zuständigen Ausschuss für Stadtentwicklung und Bau auf, sich des bestehenden Problems nunmehr unverzüglich anzunehmen und nach einer für diese Ecke qualifizierteren Lösung zusammen mit dem Investor und der Öffentlichkeit zu suchen.

Quelle: Gesellschaft Historischer Neumarkt Dresden e.V.

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