Gesundheits- und Veterinärwesen Sachsen: Minimierungserfolge bei Acrylamidgehalt in Lebensmitteln

Für sechs von 13 Lebensmittelgruppen konnten die Signalwerte erneut weiter nach unten korrigiert werden. So bei Knäckebrot, Dauerbackwaren für Diabetiker, Zwieback oder Kekse für Säuglinge und Kleinkinder, Spekulatius, Kartoffelchips und löslichem Kaffee. Alle Infos unter www.dresden-fernsehen.de +++

„Die jüngste Veröffentlichung des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) über das nationale Minimierungskonzept bezüglich der Acrylamidgehalte in Lebensmitteln zeigte erfreuliche Ergebnisse“, betonte Verbraucherschutzministerin Christine Clauß am Sonntag in Dresden. 

In fünf Gruppen wurde der Signalwert aufgrund geringfügigster Änderungen beibehalten. Dies sind Feine Backwaren aus Mürbeteig, Lebkuchen, zubereitete Pommes frites, Kartoffelpuffer und gerösteter Kaffee. „Die sächsischen Untersuchungsergebnisse bestätigen die Tendenz zu niedrigeren Acrylamidgehalten bei ausgewählten Produkten“, sagte Clauß.

So wurden in der Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen Sachsen (LUA) in den Jahren 2009/2010 nahezu 70 Produkte auf Acrylamid untersucht. Dabei standen risikoorientiert ausgewählte Waren besonders im Fokus, die bekanntermaßen herstellungs- und rohstoffbedingt hohe Acrylamidgehalte aufweisen, viel verzehrt werden und für die Signalwerte festgelegt wurden. Lediglich bei 10 Proben (14,7 Prozent) lagen die Gehalte oberhalb der jeweiligen Signalwerte. Das Hauptaugenmerk wurde auf Kartoffelerzeugnisse wie Pommes frites, Bratkartoffeln oder Kartoffelpuffer gelegt. Bei 31 untersuchten Proben kam es in fünf Fällen (16 Prozent) zu Signalwertüberschreitungen.

Der zweite Schwerpunkt lag bei Feinen Backwaren. Traditionsgemäß wurden hier unter anderem verschiedene Lebkuchen und lebkuchenhaltige Gebäcke aus Sachsen untersucht. Hier konnte als Ergebnis des intensiven Kommunikationsprozesses zwischen den Behörden der amtlichen Lebensmittelüberwachung, der LUA und den sächsischen Herstellerbetrieben eine besonders erfreuliche Tendenz festgestellt werden. Die Minimierungsmaßnahmen im Herstellungsprozess greifen: Im Bereich der Lebkuchen kam es bei lediglich einer Probe von 11 zu einer Signalwertüberschreitung. Alle Gehalte zeigten deutlich niedrigere Acrylamidgehalte als zu Beginn des Minimierungskonzeptes im Jahr 2002. Lagen damals ein Großteil der Gehalte noch bei 3000 bis 6000 µg/kg, so wurden bis auf eine Probe Werte weit unter 1000 µg/kg ermittelt, was hierbei als Signalwert gilt.

Die mit dem Ziel einer Minimierung des Acrylamidgehaltes in Lebensmitteln national festgelegten Signalwerte wird es so voraussichtlich das letzte Mal geben, da die EU mit Blick auf die erzielten Erfolge ab kommendem Jahr Signalwerte nach deutschem Vorbild auf europäischer Ebene anstrebt. Dabei werden ein Großteil der nationalen Signalwerte durch europäische ersetzt werden. Nationale Signalwerte wird es dann lediglich noch für solche Warengruppen geben, für die keine europäischen Signalwerte erstellt werden. Grundlage des Erfolgskonzeptes ist der seit dem Jahr 2002 geführte konstruktive Dialog zwischen Lebensmittelüberwachung und Lebensmittelwirtschaft und die damit verbundenen gemeinsamen Anstrengungen, die Acrylamidgehalte soweit abzusenken, wie es rezeptur- und herstellungsbedingt möglich ist.

Die sächsischen Lebensmittelüberwachungsbehörden und die Landesuntersuchungsanstalt Sachsen werden die Problematik Acrylamid weiterhin mit großem Engagement im Auge behalten, um das hohe Schutzniveau für Verbraucherinnen und Verbraucher weiter zu optimieren.

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz
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