GEW: Lage an sächsischen Schulen „dramatisch“

Dresden - Kurz vor dem Beginn des neuen Schuljahres 2018/2019 hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) die Situation im sächsischen Schulwesen kritisiert. Demnach verbessert sich zwar die Situation in den Grundschulen, an Oberschulen, Gymnasien sowie Fördereinrichtungen im Freistaat herrschen jedoch nach Gewerkschaftsangaben weiterhin "dramatische Bedingungen". Wir haben die Landesvorsitzende Uschi Kruse gefragt.

Knapp 38.600 Kinder starten am Samstag in einen neuen Lebensabschnitt und werden ab sofort die Schulbank drücken. Dennoch warnt die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft vor einer dramatischen Situation im Bildungssystem. In erster Linie wird das kommende Schuljahr vom Lehrermangel geprägt sein, sagte Landesvorsitzende Uschi Kruse. Erst seit dem Jahr 2014 erfüllt das Kultusministerium die Bundesweite Neueinstellungsquote von knapp vier Prozent. Seit 2017 werden zudem verstärkt Seiteneinsteiger beschäftigt. Im vergangenen Jahr waren es bereits 1.086 Stellen, die auf diese Weise besetzt wurden.

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Verbeamtung sorgt weiterhin für Kritik

Geplant ist, ab dem Schuljahr 2019/2020 Lehrer bis zum 42. Lebensjahr zu verbeamten. Lehrer, die das 42. Lebensjahr überschritten haben, sollen nicht zusätzlich mehr Lohn erhalten, sondern höher gruppiert werden (z.B. Grundschullehrer) oder Bonuszahlungen (Schulabhängig) erhalten. Das führt zu Ungerechtigkeiten und Neid unter den Lehrern, meint Uschi Kruse. Die Staatsregierung solle deshalb dafür "sorgen, dass [ältere Lehrer] genau so viel Wert sind." Zudem fordert die Gewerkschaft, dass die Klassengröße minimiert werden soll.

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