Gewaltschutzkoordinatorin für Asylunterkunft

Dresden – 84 Frauen, Männer und Kinder leben zurzeit in der Asylunterkunft im ehemaligen Prinz Eugen Hotel in Dresden Laubegast. Eine neue Koordinationsstelle soll helfen, Gewalt gegenüber Frauen und Kindern frühzeitig zu erkennen und zu verhindern. Uta Sandhop von der Johanniter-Unfall-Hilfe hat sich dieser Aufgabe im Sommer angenommen.


Integrationsministerin Petra Köpping: „Ich freue mich auf das Kennlerngespräch und den Austausch mit den Johannitern. Mit dem Besuch in der Gemeinschaftsunterkunft will ich mir vor allem einen Überblick über die aktuelle Situation vor Ort verschaffen. Geflüchtete Frauen und Kinder vor Gewalt zu schützen, liegt mir ganz besonders am Herzen. Aus diesem Grund haben wir schon früh damit begonnen, die Erstaufnahmeeinrichtungen in dieser Hinsicht besonders zu sensibilisieren. Auch eine gesonderte Einrichtung für geflüchtete Frauen und ihre Kinder, die von häuslicher Gewalt bedroht oder betroffen sind, haben wir initiiert. Ich begrüße es sehr, dass es nun auch in der Regeleinrichtung eine Koordinatorin gibt, mit der dem Schutzbedürfnis von Frauen und Kindern Rechnung getragen wird.“

Zu den Aufgaben der Gewaltschutzkoordinatoren/ -innen zählen die Entwicklung und Umsetzung eines einrichtungsspezifischen Schutzkonzeptes in Zusammenarbeit mit der Unterkunftsleitung sowie die Einrichtung kinderfreundlicher Orte. Weiterhin ist man Ansprechpartner für Jugend-, Sozial- und Arbeitsämter, für Beratungsstellen und Frauenhäuser. Zudem sind die Koordinatorinnen und Koordinatoren zuständig für den Aufbau von Netzwerken mit Kooperationspartnern und fördern die Zusammenarbeit mit den örtlichen Polizeistellen.

Uta Sandhop wird zunächst als Gewaltschutzkoordinatorin die Bewohnerinnen und Bewohner der Einrichtung Prinz Eugen über ihre Rechte, Hilfs- und Unterstützungsangebote informieren und ist auch Ansprechperson für die in der Einrichtung tätigen Personen. Die Etablierung von Beratungsstrukturen, die Vermittlung von lokalen Hilfestrukturen und Regelangeboten gehört ebenso in ihren Zuständigkeitsbereich, wie kontinuierliche Schulungen für das Personal. Als Leitlinie für die Erstellung von Schutzkonzepten in den Einrichtungen dienen die im Juli 2016 von UNICEF, dem Bundesministerium und weiteren Partnern veröffentlichten „Mindeststandards zum Schutz von geflüchteten Menschen in Flüchtlingsunterkünften“, die im Juni 2017 erweitert und neu aufgelegt wurden. Diese beinhalten die Einrichtung eines internen Schutzkonzeptes, effektives Personalmanagement, Aufbau von internen Strukturen und externen Kooperation, den Umgang mit Gewalt, Gefährdungseinschätzung und Risikomanagement