Gewerkschaft empört: Arbeitgeber kündigen Tarifverträge für mitteldeutschen Einzelhandel

Den 265.000 Beschäftigten im mitteldeutschen Einzelhandel stehen schwierige Zeiten bevor. Der Arbeitgeberverband hat am Freitag die Manteltarifverträge und die Lohn- und Gehaltstarifverträge für den Einzel- und Versandhandel gekündigt. +++

Neben den Branchen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen wurden auch in allen anderen Bundesländern die Verträge aufgehoben. „Dieses abgesprochene Vorgehen der Arbeitgeber, bundesweit alle Entgelt- und Manteltarifverträge zu kündigen, ist ein Angriff auf die Arbeitsbedingungen der Einzelhandelsbeschäftigten. Damit legen die Arbeitgeber die Axt an die Existenzsicherung und wesentliche Schutzregelungen für die Beschäftigten im Einzelhandel.“, so Jörg Lauenroth-Mago, ver.di Fachbereichsleiter Handel.

Für das Frühjahr stand eigentlich eine „normale“ Tarifrunde zur Erhöhung der Löhne und Gehälter auf dem Programm. Vor zwei Jahren wurde dieser abgeschlossen. Die Gewerkschaft zeigte sich überrascht: „Sechs Wochen Urlaub, Zuschläge für Nachtarbeit und Mehrarbeit, Weihnachts- und Urlaubsgeld sind in Gefahr. Eine Ausweitung prekärer Arbeitsverhältnisse und Lohndumping drohen. Ich habe für dieses Vorgehen kein Verständnis.“, so Lauenroth-Mago weiter.